Katastrophal schön: Ein „Kuddelmuddel“ beim Theaterverein Koslar

Von: Kr.
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„Nichts als Kuddelmuddel“ war genau der richtige Titel für diese Theateraufführung, bei der alle Schauspieler sich selbst und eine Rolle spielen mussten. Foto: Kròl

Koslar. „Seit acht Aufführungen proben wir genau so, wie es in dem Stück beschrieben wird“, sagt mit einem Schmunzeln Bernd Frey, der bei den Theaterfreunden des Geschichtsvereins Koslar die Gesamtleitung und Regie bei den Theateraufführungen übernommen hat.

Etwas ganz Besonderes hatten sich er und seine Mitstreiter mit dem Lustspiel „Nichts als Kuddelmuddel“ von Jürgen Hörner für ihre diesjährige Theateraufführung einfallen lassen. Und es war wirklich ein großer Kuddelmuddel, den sie da auf die Bühne des Koslarer Pfarrheims brachten.

Das Stück war in zwei Akten gegliedert. Im ersten Teil ging es um die Generalprobe. Das Ensemble, bei dem Christoph Frechen die Rolle des Regisseurs übernommen hat und gleichzeitig als Fensterputzer auf der Bühne steht, liefert die Generalprobe ab. Alles, was nur irgendwie schief gehen kann, geht schief. Immer wieder wechseln die Akteure dabei die Rollen. Mal spielen sie sich selbst, mal die Rolle, die ihnen in dem Stück zugedacht wurde. Immer wieder wird die Generalprobe unterbrochen, weil es zu Eifersüchteleien, Streitereien und auch Tändeleien zwischen den einzelnen Schauspielern kommt.

Die Geschichte des Stücks selbst ist schnell erzählt: Die Wahrsagerin Kassandra, gespielt von Andrea Eßer, soll auf Bitten ihrer Putzhilfe Frau Säuberlich deren Freundin in Ehefragen beraten. Diese Frau Buchfink (Waltraud Krahe) ist ausgerechnet die Frau des Telekom-Technikers Peter Brendel, der sich im Haus der Wahrsagerin aufhält. Und dann gibt’s noch den Fensterputzer, der der Ehemann der Frau Säuberlich ist, sowie den Requisiteur Jürgen Eßer, und in diesem Fall darf sogar die Souffleuse Ligaya Brendel mit auf die Bühne. Es ist also alles ein großes Durcheinander, doch optimistisch schickten die Akteure ihre Zuschauer in die Pause.

Bei einer Generalprobe muss immer etwas schief laufen, damit die Premiere perfekt wird. Doch wie das Leben so spielt, oder wie es der Teufel will: Die Premiere endet in einer einzigen großen Katastrophe, allerdings sehr zur Begeisterung des Publikums, das diesen Abend sichtlich genoss. Am Ende bleiben nur der Requisiteur und eine große Premieren-Torte übrig. Alles andere liegt in Trümmern.

Dieses Stück war für die Schauspieler sicherlich nicht einfach zu bewältigen. Doch sie erfüllten ihre Aufgaben mit Bravour. Insgesamt fünf Aufführungen liefern die Theaterfreunde ab, um allen Nachfragen gerecht zu werden. Doch in größere Räumlichkeiten wollen sie nicht. „Hier im Pfarrheim zu spielen, hat ein bisschen was von ,Senftöpfchen-Atmosphäre‘, und ich denke, wir alle brauchen auch die Nähe zum Publikum“, erklärt Co-Regisseurin Helene Wagner. Auch das Publikum schätzt das durchaus, denn vier Aufführungen sind bereits ausverkauft. Lediglich für die Aufführung am Sonntag, 10. März, um 17 Uhr gibt es noch einige wenige Restkarten.

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