Karl-Philipp Gawels neuer „Tatort” heißt Haiti

Von: ptj
Letzte Aktualisierung:
gawel drb bild
Die Einsätzpläne hängen beim Roten Kreuz in Jülich an der Wand: Philipp Gawel (re.), im Bild mit Kreisgeschäftsführer Uwe Palmen, fliegt am 18. Februar nach Haiti. Foto: Jagodzinska

Jülich. Karl-Philipp Gawel vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) sieht es als eine „Art Verpflichtung”, ehrenamtlich Not leidenden Menschen zu helfen. Durch Impfungen gegen Typhus, Diphterie und Tollwut gewappnet, macht er sich am 18. Februar zu einem „Briefing” ins Generalsekretariat in Berlin auf. Dann fliegt er für vier bis sechs Wochen nach Haiti.

Als Administrator und Logistiker, der den „Teams den Rücken frei hält”, wird er aller Wahrscheinlichkeit nach im bereits aufgebauten Feldhospital eingesetzt, einer Basisgesundheitsstation mit 150 Betten und 700 Tagespatienten in Carrefour westlich von Port-au-Prince.

Trinkwasser für Obdachlose

Möglich ist allerdings auch ein Einsatz als Leiter eines Trinkwasser- oder Technikteams. 400 Helfer des Internationalen Roten Kreuzes und 35 DRK-Kollegen befinden sich inzwischen in Port-au-Prince und den Westregionen Haitis. Ein Trinkwasseraufbereitungsteam versorgt etwa 500 Personen im Obdachlosencamp in Pétionville, eine zweite Mannschaft der „Basic Health Care” sichert die Grundversorgung von jeweils 250 Menschen pro Tag. Zusätzlich werden Ärzte und Krankenschwestern ausgesandt, Erste Hilfe zu leisten, immerhin sind 80 Prozent der Infrastruktur zerstört.

Wegen der Masse der notleidenden Menschen hält die Nothilfephase mit Versorgungsimprovisation weiter an. Gawel hält einen jahrelangen Aufenthalt hauptamtlicher Gesamteinsatzleiter in der Katastrophenregion für möglich, wo die Umsiedlung von 400 000 Menschen in Randgebiete erwogen wird. Der 33-jährige Polizeikommissar, der im Jülich arbeitet, wurde für seinen Einsatz für maximal sechs Wochen vom Landrat freigestellt. Oliver Klatt ist seit fast vier Wochen vor Ort (wir berichteten), nach Philipp Gawel steht Michael Ahlbach auf der Warteliste.

In Gawels bisherigen Einsätzen in Tansania, Polen, Kosovo, Mazedonien, Albanien, der Türkei, Pakistan und zweimal in Indonesien war er jeweils sofort im ersten Team der Logistik oder Trinkwasseraufbereitung vor Ort.

Der junge Polizist spricht sehr gut Englisch, für das haitianische „Kreyl” und die Verkehrssprache Französisch kann er auf Dolmetscher zurückgreifen.

„Jetzt werde ich auf befestigtere Strukturen treffen, was Vor- und Nachteile hat”, schätzt Gawel die Situation ein.

Er ist „gespannt, die Einsätze sind immer wieder anders”. Neben der Bereitschaft, effektive Hilfe zu leisten, hat der DKR-Mann „Interesse am Fremden” und schätzt die gesammelten Erfahrungen, die sich sowohl in seinem weiteren Privat- und Berufsleben als auch in den nächsten Einsätzen als wertvoll erweisen können.

Der Jülicher DRK-Kreisgeschäftsführer Uwe Palmen geht sogar noch einen Schritt weiter und spricht davon, Hilfsaktionen dieser Art können ein „durch ein Miteinander gestaltetes Leben auf Erden” ermöglichen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert