Karfreitagszug der Gläubigen zum Gipfel

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Kinder als eifrige Kreuzträger: Sie verteilen sein Gewicht und wechseln sich auf dem Weg hinauf zur Sophienhöhe ab. Foto: Jagodzinska

Stetternich. Leitmotiv des Kreuzweges am Karfreitag auf der Sophienhöhe waren die dem Johannes-Evangelium entnommenen „Ich-bin-Worte Jesu”. Diesen Worten geht die auch heute noch aktuelle Frage voraus: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?”

Sie sollen verdeutlichen, dass „Jesus selber Gott ist und den Menschen dermaßen auf den Leib rückt, dass er selber Mensch wird”, wie Konny Keutmann, Pfarrer der veranstaltenden Pfarrei St. Rochus Jülich es in seiner Einführung ausdrückte.

„Aus Verbundenheit und Solidarität” folgte traditionell eine riesige Menschenschlange dem Kreuz die Sophienhöhe hinauf. An insgesamt sechs Kreuzwegstationen beschäftigten sich verschiedene kirchliche Gruppen mit besagten Jesu-Worten.

Zum Thema „Verdunkelt - Ich bin das Licht der Welt” zeigten die Trierpilger menschliche Situationen auf, in denen nach dunkler Nacht wieder die Sonne scheint, und baten im fürbittenden Gebet darum, selbst Licht zu sein.

Alt- und neutestamentliche Quellen und Liedrufe, von Fabian Coers auf der Trompete begleitet, wiesen auf das göttliche, wegweisende Licht hin.

Hunger nach Liebe

„Hungrig - Ich bin das Brot des Lebens”, zu diesem Jesu-Wort erzählten die Kommunionkinder zunächst ein Märchen: Ein König belegte das Volk, das den Wohlstand liebt, mit dem Fluch, keinen Hunger mehr zu haben.

Die Kinder kamen zu dem Schluss: „Menschen hungern viel mehr nach Liebe.” Ihre Fürbitten unterbrachen die Kommunionkinder mit dem Liedruf: „Bitte, lieber Gott, hörst du mich beten?”

„Schutzlos - Ich bin der gute Hirt”, dieses Thema hatte die Frauengemeinschaft vorbereitet. „Ich glaube daran und lebe aus dieser Botschaft, und wie ich finde, ganz gut”, war ihre Antwort auf die „Vorsicht vieler Menschen angesichts so vieler schlechter Erfahrungen”.

Heilsperspektive

„Ausweglos - Ich bin die Tür”, hierzu hatten sich die Stetternicher Firmlinge ihre Gedanken gemacht. Sie deuteten die in der Bibel oft aufgeführten Türen als Begriff für die innere Haltung. Mit der symbolischen Tür im Schafstall „grenzt sich Jesus ab von Dieben und Räubern”.

Türen blieben für Maria und Josef verschlossen, schließlich bietet sich „die Heilsperspektive Tür, wenn Jesus uns in aller Freiheit Leben in Fülle verheißt”.

„Verirrt - Ich bin der Weg” war der Leitgedanke, mit dem sich die Freie Evangelische Gemeinde auseinandergesetzt hatte.

Von der Ratlosigkeit über die menschliche Angst um sich selbst führte ihr Leitfaden zur Erkenntnis, dass dieses Jesu-Wort das Fundament aller christlichen Konfessionen ist.

Für die letzte Station am Gipfelkreuz zeichnete sich der Liturgiekreis verantwortlich. Die letzte Kreuzwegstation wurde vorgebetet: Jesus stirbt am Kreuz.

„Wenn die Liebe stirbt, hinterlässt sie lebensfeindliche Dunkelheit. Das Kreuz ist aber nicht der Tod Gottes, sondern der Moment, in dem die von Gott angenommene zerbrechliche Schale des Menschseins zerspringt und die Flut der Liebe hervor strömt, welche die Menschheit erneuert”, war Fazit der Abschlussandacht mit Liedern und Gebetsrufen.
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