Stetternich - Karfreitag-Prozession: Marsch zum Gipfel über sechs Stationen

Karfreitag-Prozession: Marsch zum Gipfel über sechs Stationen

Von: ptj
Letzte Aktualisierung:
11998812.jpg
Die Kommunionkinder schulterten das Kreuz und führten die Prozession hinauf zum Gipfelkreuz auf der Sophienhöhe an. Foto: Jagodzinska

Stetternich. Mit dem Kreuz auf ihren Schultern führten die Kommunionkinder von St. Rochus Jülich eine Prozession von gut 100 Menschen an, die nach alter Tradition die Sophienhöhe bis zum Gipfelkreuz hinaufstiegen – mit aufgespannten Schirmen, denn es hörte nicht auf zu regnen.

Sechs Stationen lagen auf ihrem Weg. An der ersten begrüßte Pfarrer Konny Keutmann die „vielen lieben Gesichter“ und forderte die Gläubigen auf: „Denken wir erinnernd zurück an den Leidensweg, den unser Herr Jesus Christus für uns und zu unserem Heil gegangen ist.“ Ferner erinnerte er mit vielen Beispielen daran, dass „das Kreuz Realität in jedem Menschenleben ist“, und „du es nur tragen kannst, wenn du Sinn und Aufgabe des Kreuzes begreifen lernst“. Dann nämlich könne es geschehen, dass „du alles anders und viel besser siehst“.

Den Weg bis zum zweiten Halt an der ersten von fünf Themenstationen legten die Teilnehmer auf Anregung des Priesters schweigend zurück, „im Gedenken an die Menschen, die in Brüssel und an vielen anderen Orten unserer Erde durch Terror und Mord ihr Leben verloren haben“.

Jede Betrachtungsstation enthielt Bibellesung und Fürbitten und wurde umrahmt vom gemeinsamen Liedruf „Aus der Tiefe zu dir ruf ich“ und der Einleitung des Kreuzweggebetes „Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst“.

Nach der Betrachtung wurde das Thema in Gestalt einer kunstvollen Skizze ans Kreuz geschlagen. Die Matthias-Bruderschaft von St. Rochus hatte sich Gedanken zum Thema „Gebeugt – Jesus wird zum Tode verurteilt“ gemacht. Es wurde eingeleitet mit der Lesung der im Garten Gethsemane beginnenden Leidensgeschichte, wo Jesus angstvoll die „Ungewissheit aushält und seine Freunde bittet, mit auszuhalten“.

Marcell Perse ermunterte, „in den Garten unserer Möglichkeiten zu gehen, das Bestmögliche für den Anderen herauszuschlagen und standhaft für unsere Überzeugung einzustehen“.

Die zweite Station zum Aspekt „Verbunden – Jesus begegnet seiner Mutter“ hatte die katholische Frauengemeinschaft St. Rochus vorbereitet. Die Gemeinschaft betrachtete vor allem die enge Beziehung Jesu zu seiner Mutter, die „in ihrer Liebe sein Leid mitträgt“. Das Gebet der Frauen galt besonders jeder Mutter. „Der Glaube nimmt uns die Last, die uns die Verantwortung für andere aufbürdet. Wir dürfen darauf vertrauen, dass unsere Kinder nicht aus der Liebe Gottes fallen“, lautete das Fazit der Frauen.

„Erniedrigt – Jesus wird seiner Kleider beraubt“, diesen Gedanken hatten die Kommunionkinder aufgenommen. Sie verglichen die harte Behandlung Jesu mit eigenen Erlebnissen aus der Schule, in denen sie Ungerechtigkeit erfahren hatten, und baten in ihren Fürbitten für die Benachteiligten, die unter anderem „nicht genug zu essen haben oder nicht die Schule besuchen dürfen“.

Der Liturgiekreis St. Rochus sprach zum Leitgedanken „Hingegeben – Jesus stirbt am Kreuz“, oder anders ausgedrückt, von der „Verlassenheit dieser Welt und der Vollendung in Gott“. „Wir danken dir, dass du uns nahe bist, auch dann, wenn wir leiden“, lautete ihr abschließendes Gebet.

Die obligatorische Station am Gipfelkreuz mit Bibellesung von der Todesstunde Jesu war erstmals nicht Ende des Kreuzweges. Einige Meter weiter beleuchtete die Freie evangelische Gemeinde Jülich das Thema „Befriedet – Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt“.

Damit erhielt der Kreuzweg eine zusätzliche österliche Richtungsweisung. Pastor Simon Diercks hielt ein verbeultes Nummernschild von einem selbst verschuldeten Totalschaden viele Jahre zuvor in die Höhe. Während der Geistliche „Mist gebaut, den entscheidenden Moment verpennt hatte“, sah Jesus „das Kreuz auf sich zurasen. Er erleidet freiwillig den Totalschaden, damit ich es nicht tue. Jesus ist jetzt Beifahrer bei mir, und wenn du willst, auch bei dir“, dieser tröstliche Gedanke stand am Ende des Kreuzwegs.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert