Kandidat Walter Korbel will den Niedergang der Stadt Linnich stoppen

Von: Otto Jonel
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Walter Korbel geht als Unabhängiger und Einzelkämpfer in die Wahl um das Bürgermeisteramt in Linnich. Foto: Jonel

Linnich. „Ich ärgere mich seit 20 Jahren über die Situation in Linnich.“ Und man kann ihn förmlich spüren, diesen Ärger. „Ist meine Heimatstadt. Es wird immer schlimmer.“ In diesen drei Sätzen ist alles enthalten, was Walter Korbels Kandidatur um das Bürgermeisteramt in der kleinen Rurstadt erklärt.

Aufgestaute negative Empfingen werden in positive Energie umgewandelt und bilden die treibende Kraft eines Unternehmens, das auf den Schultern eines Einzelnen so viel schwerer lastet als bei jenen Kandidaten, denen eine Partei oder eine parteiähnliche Helferschaft ein Gutteil der Wahlkampfarbeit abnehmen kann. Natürlich ist auch der 57-jährige Walter Korbel nicht völlig allein auf sich gestellt. Freunde gaben nicht nur den Anstoß zur Kandidatur, sie unterstützen ihn auch im Wahlkampf.

Masterplan

Korbel bewirbt sich mit einem unmissverständlichen Schlachtruf: „Linnichs Niedergang stoppen!“ Und er füllt diese plakative Parole mit Inhalt. „Ich setze den Schwerpunkt darauf, die Attraktivität Linnichs zu steigern.“ Dabei kann der Diplom-Betriebswirt (VWA) auf einen fertigen Masterplan zurückgreifen – seine eigene Diplomarbeit mit dem Titel „Durchführung und Möglichkeiten eines Stadtmarketings in kleineren Städten und Gemeinden am Beispiel der Stadt Linnich“. Das klingt wie IHK, das integrierte Handlungskonzept, auf dass ganz Linnich große Hoffnungen setzt. Walter Korbel zeigt selbstbewusst auf seine Diplomarbeit, die das vorweggenommene Gedankenmodell sei. „Damit befasse ich mich schon lange.“

„Was wir eigentlich brauchen, ist nicht mehr Geld. Wir brauchen mehr Gewerbetreibende“, postuliert Korbel und entwickelt seine Ursache-Wirkung-Kette. Mehr Gewerbe bedeutet mehr (Steuer)Einnahmen für die Stadt, bedeutet aber auch mehr Arbeitsplätze, was wiederum die Leistungen der öffentlichen Hand an Sozialhilfe entlastet. Korbel ist sich bewusst, dass die Stadt über keine freien Gewerbeflächen mehr zur Vermarktung verfügt. Also müssten neue Flächen her. Parallel müsste man „auch mal die Kontakte zu anderen Kommunen suchen“. Walter Korbel nimmt für sich in Anspruch, über viele Kontakte zu verfügen, beispielsweise zur Wirtschaftsförderung in Düren. Wählerisch wäre Korbel nicht, wenn ansiedlungswillige Unternehmen an das Stadttor klopften. „Grundsätzlich gilt: Wer kommt, ist willkommen.“

Gedeiht die Stadt wirtschaftlich, verbessert sich im Gegenzug ebenfalls die finanzielle Situation Linnichs. Endlich ließe sich der auf 40 Millionen Euro angewachsene Schuldenberg abtragen.

Zur Attraktivität einer Stadt zählen für Walter Korbel unabdingbar die so genannten weichen Faktoren, die Möglichkeiten zum gesellschaftlichen Leben. „Linnich hat nichts, wo man sich treffen kann.“ Folglich müssten Bürgertreffpunkte her. Konkret schwebt dem Bürgermeisterkandidat ein Saisonalbetrieb am Rururfer im Bereich des Place de Lesquin vor. Diese Projekt wäre eines, das er persönlich finanziell unterstützen würde.

Walter Korbel verspricht, von seinem Bürgermeistergehalt monatlich 1000 Euro für solche Projekte oder kulturelle Veranstaltungen zu spenden. Kultur, sagt Walter Korbel, ist eine Facette, die eine Stadt attraktiv macht. „Hier muss was los sein.“ Zwei, drei von ihm unterstützte Veranstaltungen jährlich stellt sich Korbel als Zusatzangebot des bestehenden Kulturprogramms vor.

Beim Thema Finanzen betreibt Korbel quasi Nabelschau. Abgesehen von einer forcierten Wirtschaftspolitik zur Einnahmesteigerung ist die Ausgabenseite nur über Einsparung zu beeinflussen. Als Angestellter im Linnicher Rathaus sieht er einige Punkte, wo er den Hebel ansetzen würde. „Ich sehe Potenzial, Aufgaben besser zu verteilen“, um effizienter und damit kostengünstiger zu arbeiten.

Walter Korbel sieht seine Kandidatur als aussichtsreich an. Viele hätten ihn ermuntert, den Versuch anzugehen, seine Vorstellung zu realisieren. Anders als seine Mitkandidaten musste Walter Korbel vorab 160 Linnicher Unterschriften sammeln, um überhaupt zur Bürgermeisterwahl zugelassen zu werden. Die hatte er recht schnell.

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