Kandidat Lingnau schwimmt gern gegen den Strom

Von: -vpu-
Letzte Aktualisierung:
10725380.jpg
Michael Lingnau.... Foto: Uerlings

Jülich. Michael Lingnau sagt über sich selbst, dass er oft schon gegen den Strom geschwommen sei. Auch gern. Und in gewisser Weise gilt das auch für seine Bewerbung um das Bürgermeisteramt in Jülich. Der Rechtsanwalt aus der Herzogstadt tritt als Einzelkandidat an, der aber (noch) das CDU-Parteibuch in der Tasche hat.

Denn seine Partei hat ihn nicht aufgestellt, sondern gemeinsam mit dem Koalitionspartner SPD einen anderen Bewerber. Ob diese Konkurrenzsituation aber zu einem Parteiausschluss führen kann, werden die Führungsgremien wohl nicht mehr vor dem Urnengang entscheiden.

Der 54-Jährige Jülicher bewarb sich auch bei „seiner“ Union, sah einen „anderen Mainstream, der Wind blies mir ins Gesicht“. Und so entschied er sich vor einigen Wochen, die notwendigen Unterschriften zu sammeln und halt auf eigene Kappe anzutreten. „Es ist meine Überzeugung, dass ich die Befähigung habe und zudem die Interessen der Stadt und der Menschen optimal vertreten kann.“ Lingnau vermisst an der Spitze der Stadtverwaltung schon lange „einen politischen Kopf“. Ein solcher sei er eben, der sich anschicke, die Möglichkeiten der Stadt auszuschöpfen und die Probleme anzupacken. Denn: „Jülich ist ein Juwel, das noch geschliffen werden muss.“

Der Jurist will natürlich in der Finanz- und Wirtschaftspolitik ansetzen. Dazu betrachtet er die Einnahmen- und die Ausgabenseite. Michael Lingnau will die Gewerbeansiedlungen „entscheidend forcieren und Anreize schaffen“. Von der „Steuererhöhungsmanie“ hält er nichts – im Gegenteil: die Senkung der Gewerbesteuer sorge dafür, dass die Stadt für Industrie und Gewerbe interessanter werde. Und bei den Ausgaben? Da nennt er als Beispiel die Brückenkopf-Park GmbH, die eine Tochtergesellschaft der Stadt sei. „Das ist ein Luxusliner.“ Lingnau will dem „ärgerlichen Zuschussgeschäft“ – der Park erhält derzeit 600000 Euro jährlich – „ein Ende bereiten“. Die Entschuldung erfolgt nach seiner Vorstellung „notfalls über eine geordnete Insolvenz“. Hier würden Gelder frei, die an anderer Stelle laut Lingnau sinnvoller eingesetzt werden könnten. Gleichzeitig sagt der Einzelbewerber, dass die „steigende Attraktivität Jülichs als Tourismusmagnet“ besser genutzt werden müsse.

Lingnau traut sich nach eigenen Worten an „heiße Eisen“. Das wären für ihn eingeschränkte Verkehrsflüsse in einer „aufgelockerten Fußgängerzone“ mit Kurzzeitparkplätzen am Markt. Als Begründung führt er die „pulsierende obere Kölnstraße an“. Dort dürfe gefahren und geparkt werden.

Nicht zuletzt sieht er eine wichtige Aufgabe als Bürgermeister darin, eine neue Atmosphäre in der Stadtverwaltung zu schaffen. Dort müsse besser kommuniziert werden; er als Bürgermeister würde stärker motivieren und die Organisation so strukturieren, dass „ich mich auf die Dezernenten und Amtsleiter verlassen kann“. Er sehe sich hier als „Moderator und inte­grierender Menschenfischer“.

Michael Lingnau ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der selbstständige Rechtsanwalt in Jülich engagiert sich ehrenamtlich in zahlreichen Vereine: so als Vorsitzender des SC Jülich oder auch zum Beispiel in der Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz. Der 54-Jährige bezeichnet sich als „aktiver Christ, wenn auch nicht ein frömmelnder Messebesucher“.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert