Kanalprüfung: Interessengemeinschaft bringt das Nordviertel zusammen

Von: hfs.
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Mit neuen Rohren wie diesen an der Neußer Straße wird der undichte Kanal erneuert: An der Berliner Straße, wo sich Anwohner zusammengetan haben, wird mit sogenannten Inlinern saniert. Dadurch verkürzt sich laut Tiefbauamt die Bauzeit - auf knapp drei Wochen pro Stichweg. Foto: hfs.

Jülich. Im Juni rücken in Jülich die Bagger an. Genau genommen in der Neußer Straße beziehungsweise in der Berliner Straße. Dort wird in gewissen Teilbereichen der undichte Kanal erneuert. Rund eine Million Euro wird die drei Monate dauernde Maßnahme kosten.

Da der Kanal in den sechs Stichwegen nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen entspricht, muss auch dort erneuert werden. „Es wird nicht gebuddelt, sondern es wird eingezogen”, sagt Horst Rudlaff. Der Anwohner kennt das Jülicher Nordviertel bestens, gehörte im August 1966 mit zu den ersten, die die Eigenheime entlang der Stichstraßen in Flachbauweise auf der rechten Seite der Berliner Straße bezogen.

Er lernte schnell, was es heißt, etwas in einer Gemeinschaft durchzuziehen. „Knapp ein halbes Jahr nachdem wir eingezogen waren, wurden in allen Häusern die Flachdächer undicht. Die Bauträgergesellschaft hatte anscheinend mit einer solchen Bauweise noch keine Erfahrung gemacht”, blickt Rudlaff zurück. So schlossen sich mehrere Hausbesitzer zusammen, klagten gegen den Bauherrn. „Wir bekamen Recht, der musste kräftig zahlen”, sagt Rudlaff.

„Dass wir uns zusammengeschlossen haben, hat sich bezahlt gemacht, so wie heute.” Damit spricht der Rentner die Kanalbaumaßnahme im Juni an, für die er und 32 andere Hausbesitzer Vorarbeit geleistet haben. „Für bestehende Hausanschlüsse gilt, dass bis zum 31. Dezember 2015 eine Dichtigkeitsprüfung zu erfolgen hat”, spricht Ortsvorsteher Peter Schmitz die „Eigentümergemeinschaft” an.

Schmitz informierte die Hausbesitzer in seinem Viertel über die neue Gesetzeslage, lud zu einem Treffen ein, bei dem eine Vertreterin des Jülicher Tiefbauamtes Rede und Antwort stand. „Wir fühlten uns ausführlich informiert, nach zwei weiteren Treffen hatte sich unsere Interessengemeinschaft auf 33 Personen vergrößert”, sagt Radloff. Sie lobt ausdrücklich die „erstklassige Beratung” der Firma, die damit beauftragt wurde, per Kamerafahrt durch den Kanal die Dichtigkeit der Hausanschlüsse zu überprüfen.

399 Euro gespart

Nicht nur die, sondern auch die anschließende Rechnung. „Wir mussten jeder 101 Euro für die Bilder aus unserem Hausanschluss und für das Protokoll bezahlen”, sagen Radloff und Pott. Wenn man bedenkt, dass normalerweise ein Unternehmen für einen Einzelauftrag rund 500 Euro kassiert, ist das eine tolle Ersparnis. Was Schmitz zu der Bemerkung veranlasst, dass man sich durch diesen Zusammenschluss „noch näher kennengelernt hat. Obwohl alle schon so lange hier wohnen”.

So ist Radloff ein gefragter Mann. Er gehörte mit zu den ersten, die anhand der Kamarafahrt den Hausanschluss sanieren ließen. „Dieselbe Firma hat auch diesbezüglich tolle Arbeit abgeliefert”, lässt er interessierte Nachbarn in seinen Keller schauen, erlaubt einen Blick in den Revisionsschacht. Dort deutet nichts mehr darauf hin, dass Beton aufgestemmt, dass ein neues Rohr verlegt wurde.

Ein neuer Kanal wird in den sechs Stichstraßen nicht eingezogen. „Aufgrund der beengten Verhältnisse und der Lage der Versorgungsleitungen wird der Kanal dort mit sogenannten Inlinern saniert”, erläutert Robert Helgers, Leiter des Jülicher Tiefbauamtes, die Besonderheit. Dadurch verkürzt sich die Bauzeit und die Beeinträchtigung für die Anwohner auf knapp drei Wochen pro Stichweg.
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