Kampf der Motte: Saubermacher auf dem Jülicher Rurdamm

Von: Mira Otto
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Viele Dutzend Helfer in vier Gruppen kehrten bei der Laubsammelaktion auf dem Rurdamm die Blätter zusammen, um den Raupen der Miniermotte den Garaus zu machen. Foto: Mira Otto

Jülich. Die Kastanienallee auf dem Rurdamm ist vielen Menschen in der Herzogstadt ein Herzensanliegen. Auch bei der zweiten Laubsammelaktion der Bürgerinitiative (BI) Kastanienallee Rurdamm gab es am Wochenende viele Dutzend Helfer, die sich im besten Sinne als Sauberleute betätigten. Hintergrund der Aktion ist der Schutz der Rosskastanien, die in Jülich eine der wohl längsten Alleen dieser Art in Europa bilden.

Denn im Laub befinden sich zahlreiche Raupen der Miniermotte im Puppenstadium, die zuvor in der Baumkrone die Blätter der befallenen Kastanien zerfressen haben. „Mit dem Aufsammeln der Blätter unterbrechen wir den Entwicklungskreis der Miniermotte und sorgen somit dafür, dass im kommenden Jahr weniger Insekten die Blätter der Rosskastanien zerstören“, sagte Emily Willkomm-Laufs von der BI. Denn die Kastanie muss Photosynthese betreiben, um sich selbst mit Energie zu versorgen. Das ist ohne Blätter undenkbar.

Und zahlreiche Helfer folgten dem Aufruf und harkten in vier Gruppen über den Rurdamm verteilt das Laub zusammen. Die Blätterhaufen wurden später auf die Fahrzeuge des Bauhofes der Stadt Jülich geladen, der die Entsorgung sicherstellte. Dazu sagte der Leiter des Bauhofs, Markus Danz: „Wir unterstützen heute die BI – und die BI unterstützt uns. Dabei wird, neben dem Überleben der Kastanien, auch die Verkehrssicherheit auf dem Weg des Rurdamms gefördert.“ Zur Entsorgung des Laubes erklärte er: „Für die Laubentsorgung gibt es zwei Möglichkeiten: Die Verbrennung der Blätter in der Müllverbrennungsanlage Weisweiler oder eine Hochtemperaturkompostierung. Wobei wir höchstwahrscheinlich die Verbrennung vorziehen werden.“

Allerdings scheint die Miniermotte nicht das einzige Problem der Bäume zu sein. „Einige Rosskastanien sind mit dem Bakterium Pseudomonas infiziert, was die Bäume schwächt. Das erkennt man an den schwarzen Ausflüssen am Stamm“, erklärte Danz. Wie viele und ob Bäume aus diesem Grund noch gefällt werden müssen, sei noch nicht absehbar.

Unter den Helfern befand sich auch Martin Schulz, seines Zeichens Beigeordneter der Stadt Jülich. „Es ist eine tolle Aktion, und es ist gut, wenn Bürger sich aktiv für die Stadt einsetzen. Jülich braucht mehr davon“, sagte er.

Zu den Helfern gehörten auch zahlreiche Teilnehmer des Integrationskurses der Volkshochschule Jülicher Land mit ihren Familien. „Wir helfen gerne. Es ist eine gute Sache“, sagte Abdulrehman Bitar, ein Teilnehmer des Kurses. Er war dem Aufruf seiner Lehrerin Anna Grubba gefolgt, die Mitglied der Bürgerinitiative ist.

Die Deutschen Pfadfinder Sankt Georg Stamm Jülich hatten sich die gefallenen Blätter vor dem Freibad vorgenommen. „Die Motten machen die Kastanien kaputt, deswegen machen wir das Laub weg“, sagte die Jungpfadfinderin Anna Rappe (10), und ihre Freundin Lea Forbig (12) ergänzt: „Wir müssen die Natur schützen, damit sie überlebt.“

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