Kammerchor spielt die Wegbereiter Johann Sebastian Bachs

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Barmen. In der Sonntagsmatinee in der Klosterkirche Haus Overbach am 4. November präsentiert der Overbacher Kammerchor im Anschluss an die Heilige Messe um 12 Uhr Werke der Wegbereiter Johann Sebastian Bachs.

Der Overbacher Kammerchor probt und musiziert seit knapp zwei Monaten mit seinem neuen Chorleiter Kerry Jago. Mit Neugier und Interesse sah der Chor der ersten Probe entgegen. Von Beginn an entstand eine harmonische Stimmung verbunden mit Sympathie für- und Respekt voreinander.

So startete man motiviert und mit Freude in das neue Chorjahr. Das leistungsstarke und klangvolle Ensemble und Kerry Jago freuen sich nun darauf, erstmals gemeinsam in der Sonntagsmatinee am 4. November in der Öffentlichkeit aufzutreten.

Die Sänger und Sängerinnen des Kammerchores präsentieren sich mit einem reizvollen Programm. Den roten Faden der Matinee bilden Werke derjenigen Komponisten, die die wesentlichen musikalischen Wegbereiter Bachs im deutschen Frühbarock waren.

Buxtehude-Fan

Das Konzert beginnt mit dem „Kyrie” aus der „Missa Brevis” von Dietrich Buxtehude, Kantor an der Marienkirche in Lübeck von 1668 bis zu seinem Tod 1707. Buxtehude war einer der berühmtesten Musiker seiner Zeit. Der 20-jährige Bach ist im Jahr 1705 insgesamt 800 Kilometer hin und zurück zu Fuß von seiner damaligen Arbeitsstätte bei Weimar gelaufen, um den großen Organisten und Komponisten kennen zu lernen. Dass er nicht auch noch zu Buxtehudes Nachfolger an der Marienkirche geworden ist, liegt nur daran, dass er die Tochter Anna Margareta nicht heiraten wollte. Dies war nämlich eine wesentliche Bedingung Buxtehudes für die Vergabe der Lübecker Kantorenstelle.

Mix der Stilelemente

Es folgen die Motette „Lobe den Herren” und die Kleinen Geistlichen Konzerte, drei solistsche Werke, von Heinrich Schütz, Kapellmeister am sächsischen Hof in Dresden. Schütz studierte in Italien bei Giovanni Gabrieli und Claudio Monteverdi und wurde zum bedeutendsten deutschen Komponisten des 17. Jahrhunderts. Mit seiner Kombination von Stilelementen aus der deutschen und italienischen Musik seiner Zeit und durch das umfangreiche Schaffen seiner im 17. Jahrhundert fast einzigartigen 87 Jahre, beeinflusste er nicht nur Bach, der seine Werke intensiv studierte, sondern auch spätere Komponisten, vor allem Johannes Brahms.

Von besonderer Schönheit ist die Motette „Wende dich, Herr” von Johann Hermann Schein, enger Freund von Schütz und Vorgänger Bachs als Kantor an der Thomaskirche Leipzig von 1615 bis 1630. Das Stück entstammt der Motettensammlung Israels Brünnlein aus dem Jahr 1623, die mit einer teilweise radikalen Chromatik- und Dissonanzbehandlung die Tragik seines eigenen Lebens mit dem frühen Tod seiner Frau und sieben seiner Kinder durch die Vertonung melancholischer Texte aus dem alten Testament auf beeindruckende Weise wiederspiegelt.

Zum Schluss erklingt das Ergebnis der musikalischen Entwicklungen dieser Zeit, nämlich der Passionschoral „Jesu Leiden, Pein und Tod” aus der Kantate 159 von Johann Sebastian Bach, der mit aneinander gereihten Dissonanzen und gespenstischen Phantomakkorden die ganze Palette seiner Kunst darlegt.

Mit diesem Konzert will der Kammerchor Overbach auch schon eine leise Vorfreude auf das Weihnachtsoratorium am 4. Advent, 30. Dezember, im Haus Overbach wecken.
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