Kaminöfen droht zum Jahresende das Aus

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Jülich. Kühl, grau und nass: Das Wetter gibt derzeit einen Vorgeschmack auf den Herbst. Auch wenn die Hoffnung auf eine Rückkehr des Sommers bleibt: Kaminbesitzer sollten jetzt schon an die Kaminsaison denken.

Neue Abgas-Grenzwerte bedrohen nämlich den Weiterbetrieb vieler Feuerstellen. Eigentümer sollten deswegen jetzt schon feststellen, ob ihre Anlage betroffen ist.

Zum Jahresende droht vielen Kaminöfen das Aus. „Betroffen sind zunächst ältere Feuerstellen, die vor dem 1. Januar 1985 ihre Zulassung bekommen haben“, sagt Dr. Albrecht Fuchs, Vorsitzender von Haus & Grund Jülich. Für diese Anlagen gelten nach dem 31. Dezember 2017 strengere Abgas-Grenzwerte.

Betroffen sind auch Heizkessel. Wenn ein Gerät die neuen Grenzen nicht einhält, bleiben drei Möglichkeiten: „Die Anlagen müssen bis Jahresende mit Staubfiltern nachgerüstet oder ganz ausgetauscht werden – sonst bleibt nur die Stilllegung“, erklärt Fuchs. Grundlage ist die Bundesimmissionsschutzverordnung.

„Eigentümer sollten unbedingt rechtzeitig prüfen, ob ihr Kamin oder Ofen unter die Regelung fällt. Dann gilt es genau nachzurechnen, ob sich eine Nachrüstung lohnt“, rät Albrecht Fuchs. Neue Geräte verursachen bis zu 85 Prozent weniger Emissionen.

„Wenn Ihr Kamin aus den Jahren 1985 bis 1994 stammt, können Sie ihn bis zum 31. Dezember 2020 betreiben“, ergänzt Stefan Bruntsch, Geschäftsführer von Haus & Grund Jülich. Zwischen 1995 und 2010 gebaute Kaminöfen dürfen sogar bis 2024 im Einsatz bleiben.

Bruntsch rät: „Wenn dem Eigentümer das Baujahr nicht bekannt ist, sollte er die Immissionswerte der Anlage vom Schornsteinfeger ermitteln lassen.“ Die Kosten dafür muss der Eigentümer selbst tragen.

Ein Bußgeld droht

Untätigkeit kann allerdings deutlich teurer werden, warnt Bruntsch: „Wer seiner Verpflichtung nicht nachkommt, die Feuerstelle umzurüsten oder zu erneuern, riskiert ein Bußgeld von bis zu 50 000 Euro.“

Einzig für „Oldtimer“ gibt es eine Ausnahmeregelung: Wer einen historischen Ofen oder Ofenkamin zum Heizen verwendet, ist von der Regelung ausgenommen. Das Gleiche gilt, wenn jemand keine andere Heizmöglichkeit hat oder mit einem historischen Herd kocht.

Als „historisch“ gelten dabei jeweils Geräte, die vor dem Jahr 1959 gebaut worden sind.

Haus & Grund Jülich e. V. vertritt die Interessen von mehr als 270 Haus- und Wohnungseigentümern, Vermietern sowie Kauf- und Bauwilligen in Jülich und Umgebung gegenüber Politik, Gesellschaft und Medien.

Vorsitzender ist der Rechtsanwalt Dr. Albrecht Fuchs, Geschäftsführer ist Stefan Bruntsch. Der Verein ist dem Landesverband Haus & Grund Rheinland in Düsseldorf angeschlossen.

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