Kämmerer Andreas Prömpers tritt ab: „verdammt gute Zeit"

Von: Volker Uerlings
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Kämmerer Andreas Prömpers tritt in den Ruhestand.

Jülich. Am 1. Januar 2014 tritt eine beinahe historische Situation ein: Die Stadt Jülich hat von der ersten Sekunde des neuen Jahres an finanzielle Planungssicherheit und muss nicht wie in den letzten Jahrzehnten Wochen oder Monate auf eine Haushaltsgenehmigung der Aufsichtsbehörden warten. Damit können sofort alle Investitionen und Vorhaben der Stadt, die im Etat aufgelistet sind, vorangetrieben oder gestartet werden.

Diese ungewöhnliche Situation ist für den Jülicher „Finanzminister“ Andreas Prömpers der rechte Augenblick, um nach fast 49 Jahren im öffentlichen Dienst Schluss zu machen. Der Kämmerer tritt einige Monate vorzeitig in den Ruhestand. Zuvor hat er mit seinem Team erst für diese fast komfortable Situation gesorgt, weil er sich vehement für den Doppelhaushalt 2013/14 eingesetzt hat.

Heute gibt der 64-Jährige in kollegialer Runde seinen Ausstand. Dann hört es dort auf, wo es angefangen hat, denn Prömpers‘ Karriere begann mit der Ausbildung beim damaligen Kreis Jülich und endet jetzt im selben Gebäude, das aber nun Neues Rathaus der Stadt Jülich heißt. 1972 wechselte er in die seinerzeit neue Kreisverwaltung Düren, war stellvertretender Leiter des Rechnungsprüfungs- und des Hauptamtes, bevor er 1996 zur Stadt Jülich zurückkehrte. Hier wurde er 2003 Kämmereileiter, etwas später Dezernent und schließlich zweiter Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters.

Die Kämmerei ist seit vielen Jahren die Zentralstelle für Mangelverwaltung mit zu vielen (Pflicht-)Ausgaben und zu geringen Einnahmen. Dennoch sagt das Koslarer Urgestein Prömpers: „Das war eine verdammt gute Zeit. Die Arbeit hat mir immer Spaß gemacht.“ Er zeichnet von „seiner“ Stadt Jülich ein lange nicht so trostloses Bild wie viele andere: „Für eine Stadt unserer Größe haben wir sehr viel – von Schulen über Kitas mit U3-Betreuung bis hin zu etlichen Bürgerhallen. Unser Eigenkapital betrug bei der Eröffnungsbilanz 2009 etwa 100 Millionen Euro. Das ist nicht wenig und nicht jedem bewusst. Natürlich wird immer die hohe Pro-Kopf-Verschuldung angeführt. Aber man darf nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Andere Städte haben Gott-weiß-was an Bereichen ausgegliedert und damit auch die Defizite. Erst wenn es eine Konzernbilanz mit allen Bestandteilen gibt, kann man wirklich vergleichen.“

Zumindest juristisch und theoretisch hinterlässt Prömpers neben dem Doppelhaushalt auch ein Haushaltssicherungskonzept, das die Stadt in zehn Jahren wieder zur „schwarzen Null“ führen könnte, „wenn man daran festhält“.

Schwer fällt dem scheidenden Kämmerer der Abschied von seiner „schlagkräftigen Mannschaft, in der jeder das Beste gegeben hat“. Über Resturlaub hat er sich an den Ruhestand schon gewöhnen können und gesteht: „Es ist schon angenehm, morgens länger schlafen und frühstücken zu können. Ich genieße es auch, meine Tageszeitung ausgiebig zu lesen und dann immer das Sudoku-Rätsel zu lösen.“ Er ist und bleibt eben ein Mann der Zahlen, der von Mitarbeitern und Politikern geschätzt wird.

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