Kaberett-Gruppe „Muita Merda“ im KuBa

Von: r.b.
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Das Ensemble von „Muita Merda“ servierte im Kulturbahnhof ein scharf gewürztes Unterhaltungsmenü. Foto: Greta Kott

Jülich. „Hertha, das Ei ist hart!“ – Wer kennt ihn nicht, Loriots legendären Sketch, in dem ein älteres Ehepaar darüber streitet, ob man die Kochzeit von Frühstückseiern rein nach dem Gefühl bestimmen kann? Wer käme da auf die Idee, die Rollen jenes Ehepaars spielerisch mit Angela Merkel und Rainer Brüderle zu besetzen, die sich in selbiger Manier, nicht etwa über Frühstückseier, jedoch darüber streiten, ob man Rüstungsgüter in Krisenländer „nach Gefühl“ verkaufen dürfe?

Die Kabarett-Gruppe „Muita Merda“ aus Aachen, die am vergangenen Samstag im Jülicher Kulturbahnhof gastierte, tat genau das. „Kabarett will immer hinter diese gepflegte, weiße Fassade blicken, und deshalb tragen wir schwarz!“ Egal ob Politiker, Investmentbanker, Waffenhändler oder „Otto Normalverbraucher“ – alle wurden sie zur Zielscheibe beim neuen Bühnenprogramm „Im Dienste Ihrer Märkte“, bei dem einem die sarkastischen Pointen nur so um die Ohren flogen. Der Auspruch „Muita Merda“, der wortwörtlich übersetzt „viel Scheiße“ heißt, wird in Portugal von darstellenden Künstlern dazu benutzt, um sich gegenseitig toi, toi, toi zu wünschen.

Ein ungewöhnlich scharf gewürztes Unterhaltungsmenü erlebten die Zuschauer, denen so manches Mal das Lachen im Halse stecken blieb, in Anbetracht der Wucht, mit der an diesem Abend die Spitzen gesetzt wurden, und vor denen sogar das Publikum selbst nicht sicher war.

Auf der Suche nach den Verantwortlichen für einstige Wirtschaftswunder und den Schuldigen für die heutigen „Wirtschaftswunden“ bediente man sich neben kleineren Gesangseinlagen nahezu aller Spielarten des klassischen Kabaretts, begleitet von Lydia Hilgers am Piano.

In einer Zeit, in der Stand-up-Comedians wie Pilze aus dem Boden zu schießen scheinen, bietet das Ensemble bestehend aus Claudia Häfner, Iris Witt, Josie Bockholt, Jürgen Jansen, Katharina Lennartz und Kurt Lennartz eine kurzweilige, wenn auch deftige Alternative.

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