Kabarett-Quartett "Fun Fatal" als Männerschreck

Von: ptj
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„Robert“, ein Freiwilliger aus dem Publikum, muss Federn lassen. Dazu greift Sandra Köberich zur Schere. Foto: Jagodzinska

Linnich. Nach der gelungenen „Welturaufführung“ 2015 wurde das Kabarett-Quartett „Fun Fatal“ auch für die aktuelle Auflage gebucht. Und wieder hatten zahlreiche Gäste im neu aufgelegten, knapp zweistündigen Programmmix aus Comedy, Chanson, Show- und Theaterelementen Spaß.

Wiedererkennungswert hatte das vierstimmig gesungene Begrüßungslied, in dem das Linnicher Ehepaar Annemarie und Gerd Gottwald, Sandra Köberich und Petra Meskes „guten Abend und hallo zu unserer kleinen Show“ wünschen. Im kabarettistischen Mittelpunkt stand der „ganz normale Mann“, den Hahn im Korb Gerd Gottwald augenzwinkernd als „im Grunde genommen fiktiv“ bezeichnete.

„Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann“, wünschte sich Petra Meskes musikalisch in Trude-Herr-Manier. Aber was, wenn er gefunden ist? „Mann nistet sich bei Frau ein, Frau bügelt Mann die Hemden.“ Um diesem Schicksal zu entgehen, bat Annemarie Gottwald einen Freiwilligen auf die Bühne, der sich als „Robert“ vorstellte und wirklich Federn lassen musste.

Sandra Köberich griff nämlich zur Schere und schnitt – zur Begeisterung des Publikums – sukzessive alles vom Hemd weg, was man unter dem Jackett nicht sieht, und was somit auch nicht gebügelt werden muss. Als Gottwald im Anschluss seinen Blazer ablegte, sahen das verblüffte Opfer und das Publikum, dass er nicht alleine in diese missliche Lage geraten war.

Während die beiden jüngeren Frauen Meskes (Sopran) und Köberich (Mezzosopran) solo und im Duett vor allem mit gecoverten und selbst geschriebenen Chansons glänzten, sind Sketche Steckenpferde der Gottwalds. Er wollte das besondere Geschenk für sie und wählte ein Paar weißer Handschuhe. Wer „Fun Fatal“ bereits gesehen hat, ahnte sogleich die Verwechslung der Geschenkpackung, als die Angebetete den zweideutigen Begleitbrief vorlas. So war ein knallroter String-Tanga der Inhalt und sorgte für das vorzeitige Aus der ewigen Liebe.

Viel Spaß bereiteten auch der „kleine Song“ aus eigener Feder über die „hohe Politik, die kein romantisches Parkett ist“ und ein von Gottwald erzählter Witz, in dem er seinem Sohn die Politik erklären will und sich dabei ins Aus schießt. Überraschend fand eine „hochrangige Persönlichkeit aus Berlin“ den Weg ins Martinuszentrum, nämlich die Kanzlerin in Gestalt von Annemarie Gottwald.

„Wer kann schon ohne Merkel sein? Sie haucht uns allen Leben ein“, besangen Meskes und Köberich augenzwinkernd die Bundeskanzlerin, die „all ihr Wunden heilen soll“. Inmitten eines „unverhöhlten Blödsinns“ um ein Wortverwirrspiel fand Gottwald den Tod. Er wurde von seiner Frau erschlagen und in der Pause „mit aller Kraft zu neuem Leben erweckt“.

Weitere Lieder, Sketche und Slapstick-Nummern sorgten in der zweiten Halbzeit, in der sich das Kabarett-Quartett kräftig über die Herren herzog, für durchschlagende Heiterkeit. Gekrönt wurde der Abend von Loriots herrlichem „Feierabend“-Sketch. Nachdem der „hohe Besuch aus Berlin“ Künstlern und Volk gedankt hatte, erntete „Fun Fatal“ donnernden Abschluss-Applaus.

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