Kabarett, Kino und Künstler von Weltrang in Jülich

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
12089815.jpg
Der chinesische Künstler Ren Rong, der in Bonn und Peking lebt, gilt als einer der renommiertesten Kreative chinesischer Herkunft der Gegenwart. Er möchte mit dem Galeristen-Paar Loven 30 Kunstwerke im nächsten Frühjahr im Außenbereich der Jülicher Zitadelle zeigen. Foto: dpa

Jülich. So viel Anerkennung hat es für die scheidende Dezernentin Katarina Esser und ihr Team im Neuen Rathaus lange nicht mehr gegeben. „Ein dickes Lob an das Dezernat. Wir können als Stadt dieser Größe auf das breite Kulturangebot wirklich stolz sein“, sagte Lutz Baumgarten (Grüne) und reagierte am Donnerstag im Fachausschuss auf das vorgestellte Programm der nächsten zwölf Monate.

Ausschussvorsitzender Peter Capellmann (CDU) hatte den „großen Dank des Ausschusses“ ausgesprochen und die „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ gewürdigt, da Katarina Esser letztmals an einer Sitzung des Ausschusses für Kultur, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing in Jülich teilgenommen hat. Sie wird Dezernentin für Arbeit und Soziales beim Kreis Viersen.

Die Dezernentin hatte in der Sitzung sehr offensiv für eine Unterstützung des Ren-Rong-Projektes geworben, das auf eine Initiative des Jülicher Galeristenpaares Loven zurückgeht. Der Kreative gilt als renommiertester Künstler chinesischer Herkunft der Gegenwart. Er lebt in Bonn und Peking „und kennt Jülich“, wie Esser informierte. Sie hat sich Ren Rongs aktuelle Schau in Hagen angesehen und ist „begeistert zurückgekehrt“. Geplant sei, insgesamt 30 jeweils drei Meter große Stahlstelen im Renaissancegarten der Zitadelle zu platzieren. Titel der Ausstellung und Veranstaltungsreihe: „Schöpfung und Verantwortung“.

Die Dezernentin sieht nicht nur die Möglichkeit, Jülich mit einem solchen Event überregional in den Fokus zu rücken. Sie erinnerte auch daran, dass die größte in der Stadt lebende Gruppe mit ausländischen Wurzeln aus China stamme. „Diese Community würden wir ansprechen. Wir könnten auch Kooperationspartner gewinnen.“ Auf lange Sicht lasse sich eine solche Veranstaltung vielleicht sogar als Impuls für eine Partnerschaft mit einer chinesischen Stadt nutzen.

Einige Sponsoren gibt es laut Katarina Esser bereits, so sei der Transport der schweren Kunst-Fracht finanziert. Andere Fragen sind noch zu klären. Peter Capellmann findet den Ansatz „sehr interessant“, Wolfgang Gunia hält das Projekt für eine „spannende Angelegenheit“. Als früherer Lehrer am Gymnasium Zitadelle gab er schmunzelnd zu bedenken: „30 drei Meter hohe Figuren auf einem Schulhof? Da bin ich mir nicht sicher, ob die nachher so aussehen wie vorher.“

Der Ausschuss begegnete dem Vorschlag mit Wohlwollen, konnte aber noch keinen Beschluss fassen, weil Fragen offen sind. Sobald alle Fakten auf dem Tisch liegen, wird das Gremium endgültig entscheiden.

Einstimmig empfohlen hat der Ausschuss, dass die geplanten Kulturveranstaltungsreihen im Vorgriff auf den Haushalt vorfinanziert werden. Es geht um etwas mehr als 50.000 Euro, die aber zum größten Teil über Eintrittsgelder wieder zurückfließen. Dennoch muss hierüber der Haupt- und Finanzausschuss noch entscheiden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert