Junior-Botschafterin für Deutschland: Von Linnich in die USA

Von: kte
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Kim Tangerding lebt jetzt mit Thomas Rachels Unterstützung zehn Monate in den USA. Foto: Teichmann

Tetz/New Braunfels. 66.000 Einwohner beherbergt die Stadt New Braunfels aus Texas, USA. Und bald hat die Stadt, die von deutschen Einwanderern gegründet wurde, sogar noch eine Einwohnerin mehr: Kim Tangerding. Zehn Monate lang ist sie als Junior-Botschafterin für die Bundesrepublik Deutschland unterwegs.

Die 16-jährige Linnicherin ist andere Größenordnungen gewohnt. Sie lebt im Linnicher Stadtteil Tetz, der rund 1500 Einwohner hat. „Das wird schon eine Umstellung”, sagte sie und lächelte.

Tangerding profitiert vom Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) und wurde eigens vom Bundestagsabgeordneten Thomas Rachel (CDU) für diese besondere Art des Austauschs als Stipendiatin ausgewählt. „Dieses Austauschprogramm zwischen Deutschland und den USA ist eines der besten. In Zeiten, in denen diese Länder politisch nicht immer einer Meinung sind, ist es umso wichtiger, die Kontakte zwischen den Menschen beider Länder zu stärken”, erläuterte Rachel.

Für eine solche Aufgabe gibt es mehr als nur eine Bewerbung. Nach einem Vorauswahlverfahren, für das beispielsweise die Englisch-Note in der Schule eine wichtige Rolle spielt, überzeugt sich Rachel persönlich von den Qualitäten der verbleibenden Bewerber. „Ich hätte am liebsten alle geschickt, das ging aber nicht”, sagte er augenzwinkernd.

Großes politisches Interesse

Für Kim Tangerding habe er sich entschieden, „weil sie kommunikativ ist und sich gerne mit anderen Menschen austauscht. Zudem hat sie großes politisches Interesse gezeigt; auch für die ob der Wahl Donalds Trumps zum Präsidenten gespaltene Atmosphäre in den USA. Ich habe gespürt, sie möchte gern und bringt alles mit, was erforderlich ist.”

Zudem hat Kim Tangerding noch andere außerschulische Interessen. So tanzt die 16-Jährige bereits seit 13 Jahren für die KG „Fidele Brüder” Tetz, engagiert sich ehrenamtlich: sie ist Mitglied im Generationenbeirat der Stadt Linnich und Mitglied der Jungen Union. Rachel versicherte: „Von der Mitgliedschaft bei der Jungen Union wusste ich zunächst gar nichts. Das wäre für mich kein Kriterium gewesen.”

Tangerding freute sich auf die interkulturellen Erfahrungen: „Ich mag die englische Sprache und bin gespannt, welche kulturellen Unterschiede es gibt. Wo sind Unterschiede zum Leben in Deutschland?” Sie war sich bewusst, dass ihr „Leben dort drüben eine riesengroße Veränderung” werde: „Für mich ist New Braunfels schon eine recht große Stadt.” Gemessen an Linnich natürlich.

„Über Skype” hatte sie schon im Vorab Kontakt mit der Gast-Familie. „Es ist eine sehr nette Familie. Vater, Mutter, ein siebenjähriger Sohn und ein Hund. Wir sind fast täglich in Kontakt. Meine Gast-Eltern haben sich extra für mich WhatsApp installiert. Auch sie haben große Lust auf diesen Austausch”, sagte sie vor dem Flug.

Natürlich war Kim Tangerding bewusst, dass sie nicht nur Positives erleben wird: „Sicherlich werde ich irgendwann auch einmal Heimweh verspüren. Und ich bin in New Braunfels auch etwas unflexibler. Da fährt nicht einfach mal eine Rurtalbahn nach Düren.”

Doch Tangerding erklärte reflektiert: „Ich habe mir weniger Gedanken darüber gemacht, was ich möglicherweise nicht habe, sondern was ich durch diese Erfahrungen gewinne. Meine Englischkenntnisse werden sich verbessern. Und ich werde lernen, mich mehr auf Menschen einzulassen. Es gibt unheimlich viele Dinge, von denen ich wohl ein Leben lang profitieren werde.” Rachel fügte an: „Der Blick weitet sich.”

Die Linnicherin strahlte Begeisterung und Selbstsicherheit aus, suchte teilweise im Gespräch schon nach dem passenden deutschen Wort, weil ihr die englischen Begriffe aktuell eher naheliegen. Das bewegte Thomas Rachel abschließend dann auch zu der Erkenntnis: „Kim sitzt schon halb auf dem Koffer.”

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