Junge Union Jülich und der Kontakt nach Südafrika

Von: jago
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Der Vorsitzende des DSJW, Michael Lingnau (2.v.r.), erinnerte bei der Pressekonferenz in der Bad Honnefer Geschäftstelle an die Anfänge des DSJW in Jülich und informierte über die geplanten Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen. Foto: Jagodzinska

Jülich. Nicht nur mit der Organisation eines wegen der Teilnahme des südafrikanischen Botschafters Willem Rudolph Retief Aufsehen erregenden Informationsforums im Oktober 1987 in der überfüllten Stadthalle machte die Junge Union Jülich auf sich aufmerksam.

Aus weiteren Aktivitäten entwickelten sich intensive Kontakte zur südafrikanischen Botschaft, die schließlich dazu führten, dass eine Gruppe von 15 JU-Mitgliedern zu einer „Fact-Finding-Tour“ durch die Republik Südafrika und Namibia eingeladen wurde.

Viele Eindrücke gesammelt

Im März 1990 starteten die jungen Leute in das Abenteuer, das sie selbst federführend hatten gestalten dürfen. Als damaliger „Leader of the group“ erinnert sich der Vereinsvorsitzende Michael Lingnau: „Wir trafen mit allen wichtigen Parteien, auch mit dem ANC, sowie mit gesellschaftlich relevanten Jugendorganisationen zusammen. Von den unzähligen Eindrücken waren wir derart überwältigt, dass wir noch während des Rückflugs beschlossen, die Mission zur Völkerverständigung mit der Gründung eines Vereins zur Durchführung eines akademischen Austauschs fortzuführen.“

Am 23. März 1991 war es dann soweit: Im Jülicher Kaiserhof wurde das „Deutsch-Südafrikanische Jugendwerk“ (DSJW) gegründet. Die stetige positive Entwicklung des politisch und konfessionell unabhängigen Vereins thematisierte Lingnau im Rahmen einer Pressekonferenz, in deren Verlauf ebenfalls die geplanten Feierlichkeiten zum Jubiläum vorgestellt wurden.

Geduld eingefordert

„25 Jahre sind Nichts, und dennoch stecken sie voller Tage“. Mit dieser Feststellung umriss Klaus Rommerskirchen, ehemaliger ZDF-Korrespondent im südlichen Afrika und Festredner zur Feier des Silberjubiläums des Vereins am 28. Mai in Bad Honnef, bei der Vorbesprechung einen Zeitraum, der verschwindend kurz im Fluss der Zeiten ist und dennoch für das Individuum Tag für Tag voller Aktivitäten und Engagement sein kann.

„Südafrika war ein Land, das nur für eine kleine Zahl Weißer reich war. Das kann man nicht innerhalb einer einzigen Generation aufarbeiten“, forderte der fundierte Kenner der Region am Kap der Guten Hoffnung Geduld ein. Die konkrete Arbeit des DSJW vor Ort begann ab 1992 mit der Realisierung des Austauschprogramms „Live and Learn“ für Studienaufenthalte.

Zur gleichen Zeit bezog der Verein seine erste offizielle Geschäftsstelle, interessanterweise auf Einladung der damaligen Botschafterin Lindiwe Mabuza in der südafrikanischen Botschaft in Bonn-Plittersdorf. Heute hat das seit 2010 in Bad Honnef ansässige DSJW 129 Mitglieder, im Lauf der Jahre sind mehr als 1500 Freiwillige in das südliche Afrika vermittelt worden.

Meike Brückmann, Richterin aus Heusenstamm und inzwischen stellvertretende Vorsitzende, sammelte 1995 ihre Eindrücke im südlichen Afrika. In ihrem kurzen Rückblick erinnerte sie daran, dass das Auffinden des DSJW für sie als Studentin damals rein zufällig gewesen sei – das Internet steckte noch in den Kinderschuhen. „Der Aufenthalt war eine tolle Erfahrung, ich wollte gar nicht mehr nach Hause“, fasst sie zusammen. Für Laurenz Schmidt war das DSJW lediglich wenige Mausklicks entfernt.

Nach seinem Abitur wollte er „mal etwas Anderes machen“. Als Freiwilliger erfüllte er die Voraussetzungen und nach der DSJW-Vorbereitung, die er als äußerst wichtig einstuft, arbeitete er im vorigen Jahr in einem afrikanischen Kinderheim. „Es ist mir zu einem zweiten Zuhause geworden“, sagte der junge Mann und ließ so erkennen, dass die Teilnehmer der Auslandsaufenthalte ebenso profitieren wie die Menschen vor Ort.

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