Düren/Jülich - Junge Straftäter werden brutaler

Junge Straftäter werden brutaler

Von: gep/mv
Letzte Aktualisierung:

Düren/Jülich. Zwar sind ist die Zahl jugendlicher Straftäter im Bereich des Amtsgerichts Jülich rückläufig, doch gehen die Jugendlichen in Aldenhoven, Inden, Jülich, Linnich, Niederzier und Titz bei Gesetzesverstößen immer brutaler vor. Rainer Harnacke, Direktor des Amtsgerichts: „Die Brutalität ist heute eine andere geworden.“ Komme es zu Handgreiflichkeiten, werde weiter geschlagen und weiter getreten, auch wenn das Opfer schon am Boden liege.

2012 wurden 303 Jugendstrafsachen an der Wilhelmstraße verhandelt, 2010 waren es dagegen noch 352, 2010 sogar 317. Die Zahl der Erwachsenen-Strafsachen ist dagegen „relativ konstant“. 2010 waren es 635, 2011 dann 686 und 2012 schließlich 651. Diese Fälle zu verhandeln, obliegt nur einer Richterin am Amtsgericht.

Eine „hohe Arbeitsleistung“, so Harnacke, wird auch bei den Zivilsachen erbracht. 2, 2 Richter hatten über 1184 Fälle zu entscheiden wie etwa Mietstreitigkeiten oder Schadenersatzforderungen bis zu einem Wert von 5000 Euro.

Einen „deutlichen Anstieg“ verzeichnete das Amtsgericht im vergangenen Jahr bei Zwangsversteigerungen – von 80 auf 112. Zwar seien, so Harnacke, die Zinsen niedrig, doch immer mehr Eigenheimer gerieten bei Verlust des Arbeitsplatzes in akute Finanznöte.

Bei den Bußgeldsachen gibt es keinen „irrsinnigen Anstieg“ mehr wie in den Vorjahren. Ihre Zahl ging von 670 im Jahre 2010 auf 415 zurück. Als Grund nennt Harnacke hier, dass die Installierung einer „Blitze“ am Jackerather Autobahn-Kreuz zunächst die Bußgeldsachen in die Höhe habe schnellen lassen. Der Standort sei Autofahrern mittlerweile bekannt. Zudem habe es zunächst auch Zweifel an der neuartigen Messtechnik der „Blitze“ gegeben, diese seien aber mittlerweile juristisch ausgeräumt worden.

Einen deutlichen Rückgang meldet das Amtsgericht auch bei den Kirchenaustritten: Kehrten 2010 noch 336 und 2011 gar 355 Nordkreis-Bürger „ihrer“ Kirche den Rücken, so waren es im vergangenen Jahr nur noch 299.

Einen rückläufigen Trend gibt es auch bei den Familiensachen (Scheidung, Unterhalt, Sorgerecht usw.). 2010 waren es 954, in 2011 noch 879 und 2012 dann 842. Dies führt Harnacke darauf zurück, dass bei Verfahren über das Sorgerecht für Kinder ein so genannter Verfahrensbeistand eingeschaltet wird, der das Wohl des Kindes zu vertreten hat. Dies führe dazu, dass Eltern häufiger eine einvernehmliche Lösung in mündlicher Verhandlung fänden und zu einem Vergleich bereit wären.

„Relativ konstant“ ist die Entwicklung bei den Betreuungsverfahren, obwohl die Vergreisung der Bevölkerung zunimmt. Nach Einschätzung Harnackes ist dem Amtsgericht mit Aufklärungsaktionen gelungen, dass „dieses Problem gewusst geworden“ ist und immer mehr (ältere) Bürger eine Vorsorgevollmacht verfassten.

Straftaten, bei denen mit einer Verurteilung zu mehr als vier Jahren Haft zu rechnen ist, werden in Aachen am Landgericht verhandelt, tauchen also in der Statistik nicht auf. Und: Jülich hat kein Schöffengericht, die Beklagten müssen sich vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Düren verantworten.

Weitere Zahlen: 2012 gab es im Kreis Düren 2658 im Vereinsregister der beiden Amtsgerichte eingetragene Vereine gegenüber 2104 und 2643 in den beiden Jahren zuvor. Insolvenzverfahren aus dem Kreis Düren werden von Richtern in Aachen bearbeitet und tauchen deshalb in den Statistiken der hiesigen Amtsgerichte nicht auf.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert