Junge Reporter machen die Redakteure sprachlos

Von: Daniela Martinak
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Viele Fragen hatten die Schüler der Förderschule Linnich. Geduldig wurden sie vom Leiter der Jülicher Lokalredaktion, Volker Uerlings, beantwortet. Foto: Daniela Martinak

Jülich. Annalena und Christian sind kaum zu bremsen. Bereits im Treppenhaus schalten sie das Diktiergerät ein. Die beiden jungen Reporter können es gar nicht erwarten, all ihre Fragen loszuwerden. Und die drehen sich natürlich rund um das Thema Zeitung. Wie könnte es auch anders sein?

Mit elf weiteren Klassenkameraden und Kameradinnen der Förderschule Linnich sind sie zu Besuch in der Jülicher Lokalredaktion. „Das war ein großer Wunsch der Kinder“, erklärt ihre Lehrerin, Anne Streich „Sie wollten wissen, wie eine ‚richtige‘ Zeitung gemacht wird.“ Denn die Jugendlichen im Alter von 13 bis 16 Jahren sind der ganze Stolz der Schule. Schließlich sind sie das Team der Schülerzeitung. Zwei Mal im Jahr berichten sie in der Schülerzeitung „School News“, was es Neues in Linnich und Umgebung gibt, was zwischenzeitlich in den Klassenräumen und auf dem Schulhof der Förderschule passiert, über Themen, die sie einfach interessieren. Aber nicht nur spannende Artikel und tolle Fotos sind in den Ausgaben zu sehen. Richtig kreativ geht die Gruppe ans Werk: Rätsel, Kolumnen, Sonderbeilagen... All das, was es eben in einer „richtigen Zeitung“ auch gibt.

„Anregungen holen sie sich oft aus der Jülicher Zeitung und den Jülicher Nachrichten. Die lesen sie jeden Morgen“, betont Maren Kemmler, die mit ihrer Kollegin Anne Streich die Arbeitsgemeinschaft (AG) Schülerzeitung betreut. Auch Ausflüge gehören dazu, ab sofort jedenfalls, denn dieser hier ist der erste, den das junge Reporterteam in Angriff genommen hat. Wohin es geht „war von Anfang an klar“, alle seien sofort einverstanden und mächtig aufgeregt gewesen, „mal richtigen Redakteuren und Fotografen zu begegnen“. In dieser AG, die jeden Montag stattfindet, ist der Besuch bei der Zeitung auch ordentlich vorbereitet worden. An alles hat die Gruppe gedacht. Während Yannik und René fleißig fotografieren, stellen die anderen eine Frage nach der anderen.

Die lassen sogar diejenigen, die sie beantworten sollen, die Redakteure nämlich, so manches mal staunen und schmunzeln: „Wie wird man so ein großer und starker Redakteur wie du?“, „Was muss man denn alles machen, um ein Redakteur zu werden?“, „Wieso steht denn in der Zeitung immer genauso viel drin, wie rein passt?“.

Vor allem aber interessiert die Jugendlichen wie lange es die Zeitung schon gibt, und da die Jülicher Lokalredaktion ja kürzlich erst Jubiläum hatte, gibt es erst einmal eine kurze Einleitung in Sachen „Die Geschichte der Jülicher Zeitung“. Nachdem die alten Zeitungsbände durchgeblättert sind, sollen sie nun sehen, wie die Zeitung entsteht. Schnell versammelt sich die bunte Kinderschar um Volker Uerlings und Otto Jonel. Die beiden zeigen den Nachwuchsjournalisten, wie das System am Computer funktioniert, wie Bilder von der Kamera auf das Zeitungspapier kommen und wie die Textspalten gefüllt werden. „Aber woher wisst ihr denn alle, wie viele Artikel ihr für den nächsten Tag schreiben müsst?“, will Annalena wissen. Eine gut Frage! Und schließlich auch die Überleitung, den Kindern eine weitere Besonderheit der Redaktionsarbeit zu zeigen: Den Mediapool. Gespannt schauen die Förderschüler auf die noch leeren Seiten, die im Plancenter aufgerufen werden. Das können die Besucher der Lokalredaktion nun beinahe wirklich nicht glauben. Annalena: „Ihr könnt tatsächlich heute schon sehen, was morgen in der Zeitung steht? Das ist ja Wahnsinn!“

„Wahnsinn“ finden alle Redaktionsmitarbeiter das große Interesse der jungen Reporter. Da fehlen so manchem Mitarbeiter glatt die Worte. Mit viel Herz und jeder Menge Neugierde sind die Schüler gekommen, haben nicht nur ihre gelernten Fragen gestellt, sondern auch spontan reagiert.

„Das wird ihnen noch lange in Erinnerung bleiben und viele haben gesagt, dass sie nun wissen, was sie werden wollen“, sagt Streich. Wer nicht dabei war, kann in der nächsten Ausgabe der Schülerzeitung darüber lesen.

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