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Junge Asse aus dem Reich der Mitte für den TTC

Von: Otto Jonel
Letzte Aktualisierung:
Arnold Beginn (l.), hier mit A
Arnold Beginn (l.), hier mit Axel Fischer, der den Verein verlassen hat, ist von seiner neuen Truppe überzeugt. Foto: Archiv

Jülich. Die Liga macht Pause, und nicht nur die der Fußballer. Auch die Tischtennisspieler können sich pflegen, Kraft tanken für die Matches, die noch kommen werden.

Arnold Beginn, Manager des TTC Indeland, könnte sich entspannt zurücklehnen. Er hat den Großteil seiner Arbeit bereits erledigt. „Die Finanzierung steht weitgehend. Drei von vier Hauptsponsoren sind wieder an Bord”, ist der TTC-Boss in Sachen Geldbeschaffung fast am Ziel. Sportlich ist er weiter. Die Mannschaft, die in der kommenden Saison das Unternehmen Titelverteidigung angehen wird, ist komplett.

„Never change a winning team” - diese Erfolgsformel trifft auf den TTC Indeland Jülich 2011/12 nicht zu. Ein Gewinner aus dem Meisterteam ist nicht mehr dabei. Filip Szymanski war der beste Spieler der 2. Bundesliga, sagt Beginn: „Er war aber für uns nicht mehr zu bezahlen.” Der Pole geht in der kommenden Saison in der französischen Liga für Metz an den Tisch. „Sportlich ein Verlust”, weint ihm Beginn eine Träne nach.

Nach einem Jahr hat auch Axel Fischer sein Jülicher Gastspiel beendet. Nicht zuletzt von einer zähen Verletzung in der Rückrunde gehandicapt, wechselt er zum Regionalligisten DJK Holzbüttgen.

Bei der Suche nach adäquater Verstärkung hatte Schlitzohr Beginn einen Ex-Jülicher scharf im Visier. „Ich habe mit Trinko Keen bis zum letzten Tag verhandelt, um ihn wenigstens für ein paar Spiele zu verpflichten. Aber am Ende ist nichts draus geworden.”

Dafür eröffnete sich eine völlig anderer Perspektive - wieder über einen Ex-Jülicher, den Chinesen Ma Wenge. Der Weltklassespieler leitet heute das Leistungszentrum des chinesischen Tischtennisverbandes in der Acht-Millionen-Stadt Tianjin. Beginn und Ma Wenge einigten sich auf ein ungewöhnliches Projekt. „Der chninesische Verband hat zugesagt, kostenfrei junge Spieler zum TTC zu schicken”, erzählt Beginn. Es soll sich um blutjunge Spitzensportler handeln, die bei der ungeheueren Leistungsdichte im Mutterland des Tischtennissport nie eine Chance erhalten werden, in der chinesischen Tischtennisliga zu spielen. Die Absprachen sind weit gediehen, sagt Beginn: „Ich muss das nur noch mit der Ausländerbehörde klären, weil die Jungs nicht volljährig sind.”

Wei Lai heißt der junge Mann, der im Kader der 1. Mannschafft eine Top-Rolle spielen soll. Der 19-Jährige hat bereits vor zwei Jahren für Fulda zwei Spiele in der 2. Liga bestritten, hat also schon Deutschlanderfahrung. Er soll, wenn er spielt, das Spitzenbrett übernehmen. Ohne ihn ist Riccardo Walther die Nummer 1, und Lauric Jean die Nummer 2.

Da jeweils nur ein Asiate in einer Mannschaft spielen darf, ist der zweite Austauschchinese für die 2. Indelandmannschaft vorgesehen. Pan Den heißt der Junge, ist noch 14 Jahre alt und ist Chinas bester Schülerspieler. Er kann sowohl in der Oberliga- Als auch in der 1. Jungenmannschaft eingesetzt werden. Im Gegensatz zu Wei Lai soll der 14-Jährige dauerhaft in Jülich wohnen.

Der zweite Neuzugang ist im deutschen Tischtennis eine bekannte Größe. Thomas Brosig kommt vom Liga-Konkurrenten Hagen. Der 30-Jährige holte bei der Deutschen Meisterschaft in Dortmund den 3. Platz im Doppel und gilt allgemein als bester Doppelspieler der 2. Liga. Für Jülich eindeutig eine Verstärkung, denn gerade in den Doppeln waren Indeland-Siege keine Bank. An Position 4 (oder 5) wird Christian Strack seine 2. Saison in Jülich angehen. Ein weiterer Neuer ist Michael Servaty. Der 17-Jährige war in der zurückliegenden Saison der Spitzenspieler bei DJK Holzbüttgen. Mit Daniel Halcour und in der Hinterhand Jonas Lenzen ist Arnold Beginn überzeugt: „Auch ohne den Chinesen haben wir eine sehr starke Truppe.” Personell ist der Meister-Plan bestellt. Das Team zu einer starken Einheit zu formen ist nun Aufgabe von Johannes Dimmig.
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