Jungautor Lars Neger präsentiert seinen Fantasy-Roman

Von: jago
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Premiere mit Potenzial: Die erste Auflage des Buchs „Areon - Der Weg des Schwertes” von Jungautor Lars Neger aus Aldenhoven ist fast ohne Werbeaufwand nahezu ausverkauft. Foto: Jagodzinska

Aldenhoven. „Ayrik ist ein richtiger Kotzbrocken. Aber was kann man anderes von einem Typen erwarten, dem man seit seiner Kindheit eingeredet hat, dass er zu etwas Höherem berufen sei?” Die Rede ist von Ayrik Rendelssohn.

Der Bursche von niederer Herkunft maßt sich trotz schwerster Strafandrohungen an, das den Saers (Schwertherren) vorbehaltene Recht, ein Schwert zu führen, auch für sich zu reklamieren.

Der Einschätzung des Charakters darf getrost Glauben geschenkt werden, schließlich stammt sie von Lars Neger, dem geistigen Vater des Helden, dessen Name im Verlauf der Geschichte zu Ayrik Areon, dem Wolf, wird.

Der Debutroman des in Aldenhoven aufgewachsenen und in Jülich geborenen Newcomers in der Literaturszene erzählt die Geschichte eines Mannes, der alles erreichen will, alles wagt, dem das Schicksal einen steilen Aufstieg und ebenso einen dramatischen Absturz beschert. „Areon - Der Weg des Schwertes” lautet der Titel des Romans, der in den Regalen der Buchhandlungen in der Fantasy-Abteilung zu finden ist.

Die Genre-Einteilung wird der Handlung indes nicht ganz gerecht. Typische Fantasy-Elemente wie Elfen, Trolle oder Zauberer sind nicht zu finden. Fantastischer historischer Roman ohne reale Hintergründe mit Fantasy-Anspielungen ist der Versuch einer Beschreibung, der Lars Neger im Gespräch zustimmt: „Ich wollte ganz bestimmt nicht die x-te Version von ,Herr der Ringe schreiben, eher sehe ich mich in der Tradition von George Martin. Areon ist von der Stimmung und der ganzen Dramaturgie her gut vergleichbar mit dessen ,Game of Thrones.”

Neger startet mit einem knappen, aber umso verblüffenderen Prolog in die Erzählung, der mit der Feststellung endet: „Das ist, was ich bin. Mein Name ist Ayrik Areon, und hier endet meine Geschichte”. Und damit nimmt sie Fahrt auf, gleich im ersten Kapitel geht es um Leben und Tod. Dessen Endgültigkeit sehnt Ayrik, der langen Flucht vor den Häschern überdrüssig, einerseits fast schon herbei, aber sein vom immer noch wachen Stolz angetriebener unbändiger Überlebenswille kann eine Niederlage nicht akzeptieren. Schwer verwundet wird er von Saer Mikael Winbow, dem einzigen überlebenden Gegner, nicht getötet. Die Gebote dessen Gottes Junus lassen dies nicht zu. Winbow eröffnet Ayrik, dass er ihn, den Eidbrecher, gefangen nimmt und nach Rhynhaven zum Hof der Königin bringen wird. Dort soll er für seine Taten zur Verantwortung gezogen werden. Mikael lässt sich auf das Versprechen Ayriks ein, dass er keinen Fluchtversuch unternehmen wird, wenn er bereit sei, sich die ganze Wahrheit anzuhören.

Mit diesem geschickt eingesetzten Element des Wechselspiels zwischen zwei Zeitebenen gelingt es Neger, einen zusätzlichen Spannungsbogen aufzubauen. Je weiter die Lektüre fortschreitet, desto stärker wird das Empfinden, dass irgend etwas vollkommen anders ist, als in allen anderen Romanen dieses Genres, die man bisher gelesen hat. Und tatsächlich, irgendwann kommt der Moment, in dem der berühmte Groschen fällt: Es ist die in den Dialogen gewählte Sprache, die ganz und gar aus dem zeitlichen Rahmen der Handlung herausfällt. Der Autor selbst sagt dazu: „Bei vielen Abenteuer-Fantasyromanen ist die Sprache viel zu gestellt. Ich nehme das denen nicht ab, dass die so reden. Ayrik redet so, wie es ein Mann seines Standes heute tun würde, derb, frech, manchmal ein wenig rotzig und immer authentisch.” So entsteht ein ganz besonderer Reiz, obwohl die Zeit lange vorbei ist, fühlt sich das Geschehen aktuell an.

Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch die Schilderung gesellschaftskritischer Aspekte, die sich beim Lesen zwischen den Zeilen auf die heutige Situation übertragen lässt. Welche Musik würde sich Ayrik anhören, würde er heute leben? Für die Antwort überlegt Neger nur kurz: „Ayrik Areon wäre ein Fan von Blues und TripHop, je nach Stimmungslage, der junge Ayrik Rendelssohn wäre ohne Frage Punker.”

Glaubwürdige Charaktere

Neben seinem Helden entwickelt Lars Neger die weiteren Charaktere der Geschichte erstaunlich tiefgründig und glaubwürdig. Eine der spannendsten Personen ist die junge Prinzessin Sanna, ein selbstbewusster Teenager mit gespaltenem Bewusstsein. „Entweder ich liebe dich oder ich hasse dich”, ist ihre Einstellung, Heute würde man ihr dringend psychiatrische Hilfestellung empfehlen.

Das ursprünglich auf zwei Bände konzipierte Werk soll nun ein Vierteiler werden. Festzustellen bleibt: Lars Neger hat einen großartigen Erstling auf den Buchmarkt gebracht. Wenn die Folgebände dieses hohe Level halten, was dem jungen Aldenhovener ohne Frage zuzutrauen ist, hat er das Potenzial, zu einem der ganz Großen in der Szene zu werden.

Ein Indiz dafür ist, dass die Erstauflage fast ohne Werbeaufwand nahezu ausverkauft ist und die ernst zu nehmenden Kritiken voller Lob sind.

Lars Neger
Areon - Der Weg des Schwertes
Ammianus-Verlag, Aachen
372 Seiten
Preis 13,90 Euro
ISBN 978-3-9812285-8-8

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