„Juliacum Brassers“ mit Blechblasmusik in ganzer Bandbreite

Von: ptj
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Blechbläserprofis verzaubern ihr Publikum: Die Trompeter Klaus Luft (l.) und Martin Schädlich, Posaunist Johannes Meures und Hornist Andreas Trinkaus in der Kirche St. Andreas und Matthias. Foto: Jagodzinska

Lich-Steinstraß. Die „Juliacum Brassers“ lassen bei ihrem fabelhaften Konzert in der voll besetzten Kirche St. Andreas und Matthias kaum eine Facette aus. Erneut entlockten sie ihren glänzenden Blechblasinstrumenten einzigartige Harmonien und verzauberten ihr Publikum.

Die Rede ist von den spielfreudigen „Juliacum Brassers“, die traditionell nach intensiven Probephasen ihr Jahreskonzert im September gaben – wegen der Renovierung der Christuskirche erstmalig in der katholischen Kirche St. Andreas und Matthias im Möhnewinkel. In acht Themenbereiche hatten die Trompeter Klaus Luft und Martin Schädlich, Hornist Andreas Trinkaus und Posaunist Johannes Meures ihr Repertoire aufgeteilt, wie gewohnt nach Meures‘ anspruchsvollen Arrangements.

Als „Klammer“ fungierte die „Morgenmusik“, von Paul Hindemith in wechselnden Tempi. „Größerer Block“ im Repertoire war die „Mittelaltermusik“, die mit der meisterhaft komponierten Fanfare des franko-flämischen Komponisten Josquin Desprez begann, gefolgt von dem verträumten Stück „In pace“ (In Frieden) aus derselben Feder. Beim „Hennlein weiß“ von Antonio Scandello gelang es dem Quartett mühelos, das Hahnenkrähen mit Hilfe sporadisch gedämpfter Instrumente nachzuempfinden. Ebenso hörten die Zuhörer in dem voll besetzten Gotteshaus aus dem feinfühlig interpretierten Stück „Der Gutzgauch“ von Lorenz Lemlim schnell heraus, dass ein „Gutzgauch“ niemand anderes als ein Kuckuck ist.

Einen Zeitsprung nach vorne machten die „Brassers“ mit dem Quartett Nr. 1, Op. 38 des dänischen Komponisten Wilhelm Ramsøe unter der Rubrik „Quartettmusik“. Das große symphonische Werk in vier Sätzen und in lyrischer Gestalt mit Spuren der Wiener Klassik schien der größte Kraftakt des Repertoires zu sein, sowohl in technischer als auch in gestalterischer Hinsicht. Deswegen gab es anschließend eine frühe Pause zum „Luftholen“ für die Musiker.

Sehr filigrane „Bernsteinmusik“ folgte im zweiten Teil des Konzertes. Gespielt wurde der Marsch „The BSO Forever“ und „Somewhere“ von Leonard Bernstein. „Karnevalsmusik“ war der nächste größere Part überschrieben. Interpretiert wurden sechs Tanznummern mit Suitencharakter des klischeehaften „Ritterballetts“, das Ludwig van Beethoven 1791 für eine Fastnachtsveranstaltung des Bonner Adels geschrieben hatte. Musikalisch ausgedrückt werden hier die „Hauptneigungen der Urväter“. So folgte auf den einleitenden Marsch ein „Deutscher Gesang“ mit refrainartiger Wiederholung nach jeder Nummer. Auf ein Jagdlied mit zeitüblichen Versatzstücken folgt ein Minnelied, eine Romanze, ein wildes Kriegslied, ein Trinklied und ein „Deutscher Tanz“ in Form eines Walzers mit einer Coda, in der auch wieder der „Deutsche Gesang“ verarbeitet ist.

Aus dem Bereich „Jazzmusik“ brachte das Quartett „The Further Adventures of Django“ von Stephan A. Berg zu Gehör. Ein gut gewählter Beitrag aus der „Kölschmusik“ war „Och, wat wor dat fröher schön“, ein klassischer Ohrwurm aus der Feder von Willi Ostermann.

Auch als „Zirkusmusik“ beliebt ist der Triumpfmarsch „Einzug der Gladiatoren“ des komponierenden Militärkapellmeisters Julius Fuk, das die gut gelaunten Blechbläser als letztes Stück vor der erwähnten „Morgenmusik“ zur Aufführung brachten. Nicht enden wollte als Ausklang der donnernde Applaus des Publikums.

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