Jugendparlament organisiert Müllsammlung im Wallgraben

Von: ptj
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Vom Tourist-Informationscenter brachen die Sammeler auf, um den Müll aus dem Wallgraben zu schaffen. Foto: Jagodzinska

Jülich. Vor der eigentlichen Müllsammlung „Aktion Wallgraben“ kam vor den Hinweistafeln an der Tourist-Information eine Diskussion in Gang. Der Jülicher Michael Thöne erzählte aus der „saubersten Stadt“ Singapur: „Dort gibt es Hinweisschilder. Für den, der Müll hinschmeißt, gibt es hohe Strafen.“

Ist so was auch in Jülich möglich? „Da müsste man aber irgendwen hinschicken, der das mal kontrolliert“, meinte der 14-jährige Zitadellenschüler Jonah dazu.

Aktionskoordinatorin Martina Gödde hatte ihrerseits von ausgebildeten Müllmänner-Seelsorgern in Großstädten wie Köln gehört, die auf die Leute zugehen, um mit ihnen ein zielorientiertes Gespräch zu suchen. Ein solches Seelsorger-Projekt würde allerdings an der klammen städtischen Haushaltslage in Jülich scheitern, war eine weitere Anmerkung. Mitverantwortlich für den vielen Müll in Städten befand Gödde den „Coffee to go“.

An der „Aktion Wallgraben“ waren sieben Klassen mit jeweils rund 22 Schülern aus den Jülicher Gemeinschaftsgrundschulen, aus Haupt- und Schirmerschule und rund 15 Mitglieder des Jugendparlamentes beteiligt. Der Gruppe angeschlossen hatten sich wenige Bürger, die unter anderem Einladungen per Internet erhalten hatten.

Mit Müllsacken, Plastikhandschuhen und Zangen ausgestattet und in vier Gruppen aufgeteilt, zogen sie los. Ziel war der gesamte „verdreckte Wallgraben“ im historischen Stadtkern, das „letzte große Naturgebiet der Innenstadt“, Naturspielplatz und gleichzeitig beliebter Spazierweg für Hundehalter.

Warum beteiligen sich Bürger an der Aktion? „Grünflächen sauber zu halten, ist das Wichtigste“, betonte Thöne, der früher selbst dort gespielt hat, und noch einmal nachhakte: „Auf der Sophienhöhe gibt es Hinweisschilder, dass der Müll nicht in der Natur entsorgt werden darf. Ich denke, das wäre schon mal ein Ansatz (zur Problemlösung).“

Weil Privatmüll in den einst aufgestellten Mülleimern im Wallgraben gelandet war, waren sie wieder entfernt worden. Ohne Aktionen wie diese würden Müllansammlungen, auch im Wasserlauf des Wallgrabens, sich stets weiter ausweiten. Nach Bekunden von Martina Gödde habe ein Grundschüler sich „supertraurig“ im vergangenen Jahr an das Jugendparlament gewandt, als er Müllanhäufungen entdeckt habe.

Bei der letzten öffentlichen Sitzung des Jugendparlaments sei dann die koordinierte Aktion des Jugendparlaments in Kooperation mit dem Amt für Abfallwirtschaft der Stadt Jülich ins Leben gerufen worden.

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