Jugendgästehaus: Jülichs größte Baustelle

Von: Volker Uerlings
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Der künftige Energie-Erlebnispavillon am Jugendgästehaus ist derzeit noch mehr ein Klettererlebnis für die Leute vom Bau. Bis Dezember sollen Pavillon, Gästehaus und Parkverwaltung fertiggestellt sein. Foto: Uerlings
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Bauleiter Guido Schwarz (r.) und der Park-Aufsichtsrat genau zwischen Gästehaus und Erlebnispavillon unter Säulen. Foto: Uerlings

Jülich. Viel Zeit ist nicht mehr. „Aber das kriegen wir hin“, sagt Guido Schwarz. Er ist als Projektleiter der Firma Lamers beim Bau des Jugendgästehaus-Komplexes praktisch von Berufs wegen Optimist. Anfang Dezember sollte Jülichs größte Baustelle am Brückenkopf-Park fertiggestellt sein, damit das Gästehaus kurz darauf den Ernstfall testen kann.

Schwarz führte am Dienstag mit dem amtierenden Geschäftsführer Hajo Bülles den Aufsichtsrat der Brückenkopf-Park GmbH durch den Komplex. Erstmals bekamen die Mitglieder einen Eindruck vom „Energie-Erlebnispavillon“.

Die Wirkung nach oben zum künftigen „Krähennest“ konnte der Pavillon allerdings diese Woche noch nicht entfalten, denn Bretter versperren den Weg zur Spitze. Anders als von außen wirkte er innen nicht sonderlich groß oder voluminös, da die kleine Sporthalle (180 Quadratmeter) vom Rest durch eine Wand getrennt ist. „Warten Sie ab, bis alles fertig ist. Das sieht dann ganz anders aus“, sagte Hajo Bülles mit Blick auf die Baustelle.

Das Gebäude für die Beschäftigten der Park-GmbH machte ebenso wie das eigentliche Gästehaus einen ebenso freundlichen wie großzügigen Eindruck. Mitte/Ende November ziehen die Mitarbeiter nach 17 Jahren in dauerprovisorischen Containern um – und freuen sich mächtig. Dieser (von vorn) rechtseitige Bau hat im zweiten Geschoss auch ansehnliche Konferenzräume zu bieten. „Die kann man mieten, da gibt es in Jülich ja durchaus Bedarf“, appellierte Aufsichtsratschef Elmar Fuchs.

Der ist vom Erfolg überzeugt und hat auch die Kritik an dem Großprojekt nicht vergessen: „Trotz aller Widerstände: Das Jugendgästehaus ist für Jülich ein großes Plus!“ Der Aufsichtsratsvorsitzende erklärt diese seine Ansicht mit dem „objektiven Bedarf an Hotelbetten“. Auch wenn das Gästehaus, dessen Betreiber die Jufa Deutschland ist, mutmaßlich nicht in erster Linie Geschäftsreisende anlockt, sind neben dem Betreiber auch Teile des Aufsichtsrates vom Erfolg als Herberge für Schulklassen und Familien überzeugt.

Ulrike Becker (Jül): „Das ist perfekt hier und wird eine Bereicherung für Jülich.“ Christdemokrat Elmar Fuchs legte sich nach der Besichtigung fest: „Wir werden im Frühjahr ein volles Haus erleben.“ Etwas vorsichtiger und vieldeutig äußerte sich Anke Talarek (Bündnisgrüne): „Ich bin gespannt!“

Anfang Dezember soll das Gästehaus funktionstüchtig sein, das auch einen Sauna-Bereich im Obergeschoss enthält. Am Wochenende 6./7. Dezember sind alle Betten erstmals belegt, wenn eine große Gruppe einzieht. Nach Angaben von Betreiber Jufa wird im Dezember der Hausbetrieb getestet, um die Funktionstüchtigkeit zu prüfen als auch Schwachstellen zu finden. Nach wenigen Wochen kann es richtig losgehen. 45 Zimmer (gut 150 Betten) stehen zur Verfügung.

Der dreiteilige Bau im Park hat ein Gesamtbudget von 8,1 Millionen Euro. Über Mittel aus Konjunkturpaketen haben die Stadt Jülich 1,5 Millionen Euro und der Kreis Düren 1 Million Euro beigesteuert. 500 000 Euro kamen von der Indeland GmbH, 2,7 Millionen Euro von der Jufa GmbH. Das „Finanzierungs-Delta“ von 2,4 Millionen Euro müssen die Stadtwerke Jülich stemmen, wenn sich keine weiteren Sponsoren finden, von denen bislang aber nichts zu sehen und zu hören war.

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