Jugendbus „Wilde 13“ hat jetzt auch eine „Haltestelle“ in Linnich

Von: sas
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Initiatoren und Verantwortliche freuen sich, dass der Jugendbus nun auch einmal in der Woche in Linnich Station macht. Foto: Mauer

Linnich. Ein Ort, an dem bei Hausaufgaben geholfen wird, ein Ort an dem sich die Jugendlichen treffen und spielen, ein Ort an dem offen über Probleme gesprochen wird: Das ist der Jugendbus „Wilde 13“. Er dient als Ergänzung und Unterstützung von vorhandenen Kinder- und Jugendarbeiten in den Gemeinden des Kreises Düren.

Das Projekt existiert bereits seit 2000 und wurde damals vom Kreis Düren und dem Sozialdienst Katholischer Frauen (SkF) ins Leben gerufen. Der heutige Erfolg – 2007 von der EU zur Nachahmung empfohlen – war damals noch nicht absehbar, weshalb der Jugendbus „erst einmal als Projekt für ein Jahr konzipiert war“, erklärte Elke Ricken-Melchert, Amtsleiterin des Amts für Demografie, Kinder, Jugend, Familie und Senioren, bei der offiziellen Eröffnung des neuen Standorts in Linnich. „Nicht alle waren zu Beginn von dem Projekt überzeugt“, ergänzte Heinz Peter Braumüller, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses.

Nun gibt es mit Linnich einen neuen Standort, wo der Bus den Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 21 Jahren zur Verfügung steht, wofür sich Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker herzlich bedankte. Unter der Leitung von Jens Musche, der bereits seit 15 Jahren hauptberuflich dabei ist, lautet das Ziel des Jugendbusses „Wilde 13“, den Kindern und Jugendlichen zu helfen, aber natürlich auch die Kommunen wie Linnich dabei zu unterstützen, die Jugendarbeit vor Ort auszubauen und zu verbessern. Dabei stehen die Mitarbeiter des Jugendbusses ständig mit den Verantwortlichen der verschiedenen Städte in Kontakt, um neue Pläne und Projekte zu besprechen.

Momentan werden zum Beispiel die Jugendräume in Aldenhoven erneuert. Damit aber an so vielen Orten im Kreis Düren wie möglich geholfen werden kann, steht der Jugendbus für maximal zwei Jahre an einem Standort. Zurzeit steht der Jugendbus für jeweils fünf Stunden montags in Nideggen, dienstags in Drove, mittwochs in Linnich, donnerstags in Gey, freitags (drei Mal im Monat) in Rödingen und ein Mal freitags in Titz.

Vor dem Einsatz in einer Kommune müssen gewisse Rahmenbedingungen erfüllt werden. Wie ist die momentane Situation der Jugendarbeit? Gibt es vielleicht eine besondere Herausforderung in der Stadt? Bietet die Stadt eine Perspektive? Über den Einsatz entscheidet anhand dieser und weiterer Parameter der Jugendhilfeausschusses des Kreises.

Der Bus ist ausgestattet mit einer Küche, PCs mit Internetzugang, einer Sitzecke, in der Gesellschaftsspiele gespielt werden können, und einem großen Sportequipment, um bei schönem Wetter Basketball, Fußball, Badminton oder Football spielen zu können. Selbst ein Grill gehört zur Bordausstattung.

Neben den Sportmöglichkeiten stehen bei den Kindern „Kochen und Gesellschaftsspiele“ hoch im Kurs, erklärte Musche. Sie sind besonders wichtig, weil es dabei am häufigsten zu persönlichen Gesprächen zwischen den Kindern und den Betreuern kommt, so Talla Gajewski, eine der fünf nebenberuflichen Helfer der „Wilden 13“. Diese Gespräche bringen mitunter tiefgründigere Probleme ans Licht. „Die Drogenproblematik ist in den Jahren viel, viel größer geworden“, erklärte Musche. „Die Kinder kommen öfters mit extremen Problemen zu uns, die selbst wir nicht bewältigen können“, sagte Musche. Daher ist es wichtig, dass die Mitarbeiter des Jugendbusses entsprechend geschult sind, um den Kinder zu helfen.

Jens Musche selbst hat eine Ausbildung zum Drogen- und Suchtberater absolviert, seine Kollegin in Linnich, Talla Gajewski, ist hauptberuflich Betreuerin für psychisch kranke Menschen. Sie ist auch schon seit 2005 dabei.

Wichtig ist, dass die nebenberuflichen Helfer von Jens Musche an ihren jeweiligen Standort immer vertreten sind, „damit die Kinder und Jugendlichen eine Vertrauensbasis haben“, erläuterte Gajewski. Diese Arbeit ist nicht immer einfach, weshalb Ulrich Lennartz, Geschäftsführer des SkF, sie sehr zu schätzen weiß. „Die Menschen, die hier arbeiten, haben auch die Leidenschaft dafür.“

In Linnich ist bereits das erste Projekt für eine fortlaufende Jugendarbeit gestartet. 16 Kinder aus der Grundschule in Linnich werden mit den Helfern des Jugendbusses jeweils eine Sitztrommel bauen, gestalten und darauf spielen. Eines steht fest: Für Jugendliche wie Yaniel Avila del Rofario ist der Jugendbus „Wilde 13“ ein Segen: „Ich könnte mir den Bus nicht besser vorstellen.“

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