Jülichs erste Ingenieure schauen sich auf dem neuen Campus um

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Nach den 1967 letzten bestandenen Prüfungen verstreuten sich die Absolventen in alle Himmelsrichtungen. Nun kamen sie wieder zusammen. Foto: Wondzinski

Jülich. Von den 27 graduierten Ingenieuren für Chemie, die am 1. April 1964 als erste ein Studium an der damaligen Staatlichen Ingenieurschule für Maschinenwesen Jülich aufgenommen haben, aus der sich später der Campus Jülich der Fachhochschule Aachen entwickelt hat, trafen sich unlängst 19 zu einem unverhofften Wiedersehen.

Einer der Ehemaligen brütete Anfang 2014 die Idee zu dem Treffen aus, an der auch drei der damaligen Dozenten teilnahmen.

Nach bestandenen Prüfungen 1967 zerstreuten sich die Absolventen in alle Winde. Während sich die Gruppe anfangs noch jährlich sah, schliefen die Treffen allmählich ein. Von den 27 Ingenieuren sind inzwischen vier gestorben, vier weitere ließen sich trotz ausgeklügelter Suchtechnik im Internet und auf alten Telefon-CD auch über Monate hinweg nicht mehr ermitteln. Einen hatte es nach Südafrika verschlagen, einen anderen in die Schweiz. Vor allem der in Südafrika wunderte und freute sich über das erste Telefonat aus der Heimat nach fast 50 Jahren von einem ehemaligen Kommilitonen der Ingenieurausbildung in Jülich. Mit den Professoren Erwin Thielmann (Essen), Erich Vogelsang (77, Jülich) und Egon Baronetzky (94, Aachen) wurden immerhin noch drei der damaligen Dozenten aufgespürt.

Vor dem eigentlichen Treffen sowie am Abend erkundeten einige „Ehemalige“ die Herzogstadt und schwelgten in Erinnerungen an Eisdielen, Kneipen sowie einigen Schelmereien der Vergangenheit. Erwähnt sei beispielsweise das „Kamel von Jülich“, das dank Deutscher Presseagentur großformatig den Weg auf die Titelseite der Montagsausgabe der Bildzeitung fand.

Erinnerung an alte Streiche

Jülich hat sich natürlich inzwischen stark verändert, so dass sich einige nicht mehr so ganz zurechtfanden, doch an die Streiche konnte sich noch jeder erinnern. Die Bürger der Stadt wurden bei der Gelegenheit – sehr nachträglich – um Entschuldigung gebeten.

Nach einem üppigen Mittagessen, gewürzt mit vielen Geschichten, Gelächter, guten und auch schlechten Nachrichten zur Vergangenheit, ging es in die neue Fachhochschule auf die Merscher Höhe, wo Prof. Dr. Angelika Merschenz-Quack die Gruppe zu einer Führung durch die Gebäude, Vorlesungsräume und Laboratorien empfing. Erstaunlich für viele waren insbesondere die pikobello sauberen Laborräume.

„Hier wird gar nicht gearbeitet“, tuschelten einzelne Gäste, die sich an ihr eigenes Studium erinnerten. Die mussten bei ihrer Ausbildung mit einem Provisorium an der Berliner-Straße vorlieb nehmen. Damals hatten die Labortische eine rotbraun gefließte Oberfläche, die nicht so einfach sauber zu halten war. Entsprechend „benutzt“ sahen die Laborräume bereits nach drei Wochen Betrieb aus.

Klinisch reine Labortische

Ein paar Generationen später waren in einem neuen Gebäude die fast klinisch reinen Labortische zu sehen, so dass die Vermutung nahe liegt, dass dort kaum gearbeitet wird. Das ist natürlich nicht so, sei zur Ehrenrettung der heutigen Studenten-Generation nachgeschoben. Der Dank galt später Angelika Merschenz-Quack für die interessante Führung über den FH-Campus Jülich und ihr gleichzeitig ein herzlicher Willkommensgruß für die Aufnahme in die Riege der Pensionäre.

Zurück im Restaurant „Drei Musketiere“ wurde weiter fröhlich geklönt und gefeiert, aber nicht mehr so ausgelassen wie in früheren Jahren, schließlich sind die Herren schon jenseits der 70. Gegen Mitternacht verabschiedeten sich die letzten Richtung Bettstatt, verlautete anschließend.

Das nächste Treffen ist für 2017 geplant, denn am 18. Februar heißt es: „50 Jahre Ingenieure aus Jülich“, und das will zünftig gefeiert sein. Aus Witterungsgründen soll das Treffen allerdings nicht im Februar, sondern erst im Juni erfolgen.

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