Jülichs Bauhof: Neue Silos, aber wenig Personal

Von: hfs.
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Kein Tag vergeht, an dem nicht nasses Laub aus dem Stadtgebiet im Koslarer „Steffensrott” abgekippt wird. Foto: hfs.

Jülich. Die starken Regenfälle in der Vorwoche haben es gezeigt: Viele Gullys auf innerstädtischen Straßen waren verstopft. Die Reinigungsarbeiten, die normalerweise vom Bauhof der Stadt im Oktober erledigt sind, befinden sich noch in vollem Gange. Und jetzt steht der Winter vor der Tür.

„Wir sind gerüstet. Drei Kolonnen mit 13 Leuten stehen bereit, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.” Markus Danz, Leiter des Jülicher Bauhofes, kann mit seinen Leuten von den Erfahrungen des Vorjahres profitieren - wenn es um den Winterdienst geht. Denn als der anfing, waren die Blätterberge auf den Straßen längst kein Thema mehr.

„In diesem Jahr kam alles zusammen. Starker Wind, ergiebige Regenfälle und die verstopften Gullys”, sagt Robert Helgers, Leiter des Jülicher Tiefbauamtes. Auch wenn die neuralgischen Punkte - zum Beispiel auf dem Ostring oder der Seestraße in Barmen - wöchentlich einmal kontrolliert werden, machten die Wetterverhältnisse in der Vorwoche den Männern vom Bauhof einen Strich durch die Rechnung.

„Gerade gereinigt, hat der Sturm wieder dafür gesorgt, dass sich das Laub in den Gullyabdeckungen verfangen hat”, umschreibt Helgers das Dilemma. Markus Danz nennt ein weiteres: „Dass man uns angesichts der hohen Metallpreise die Abdeckungen klaut, kennen wir ja. Jetzt kommen aber auch noch die innenliegenden Eimer hinzu. Fehlen die, kommt es durch das Laub im Kanal direkt zum Stau. Überschwemmungen sind sicher.”

So sieht man nun im Jülicher Bauhof im Koslarer „Steffensrott” Berge von nassem Laub, das täglich herangekarrt wird. Und sollten die Prognosen der Wetterexperten eintreffen, rollen in den kommenden Tagen auch die ersten Streufahrzeuge vom Hof. In zwei neuen Silos warten insgesamt 60 Tonnen Salz darauf, verteilt zu werden.

„Die werden jeden zweiten Tag je nach Bedarf gefüllt”, gibt es laut Danz keinerlei Vorratshaltung mehr. „Die Salzlager befinden sich in Duisburg, von dort beziehen wir das Streumittel.”

Nicht vergessen ist, dass Streusalz dem Jülicher Bauhof im vergangenen Winter ausgegangen war. „Mit so einem Engpass konnte keiner rechnen”, meint der Leiter des Jülicher Bauhofes, der damals wie auch Nachbarkommunen auf Streusplitt auswich.

„Ökologisch ist das sinnvoll, aber ökonomisch nicht”, sagt Danz. Denn Splitt muss nicht nur aufgetragen, sondern auch je nach Straße wieder aufgekehrt werden.

Damit man auch dem Schneefall begegnen kann, wurde eigens für den aktuellen Winter ein neues Fahrzeug mit Pflug und Salzstreuer angeschafft. Damit besitzen die Winterkolonnen des Bauhofes drei große Fahrzeuge sowie drei Schlepper mit entsprechendern Vorrichtungen. Durch die Silolagerung ist gewährleistet, dass in Minutenschnelle das Salz im Streuer liegt.

Was Robert Helgers und Markus Danz aber Kopfzerbrechen bereitet, ist die Pesonalknappheit. „Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen”, heißt es in einem internen Strategiepapier, das Perspektiven für den Jülicher „Bauhof der Zukunft” aufzeigt. Erstellt wurde es von jemandem, der tagtäglich damit zu tun hat, „der weiß, wovon er spricht”, sagt ein Mitglied der „Arbeitskommission”, die seit über fünf Jahren regelmäßig tagt.

Strategiepapier in der Schublade

Das fünfköpfige Gremium war, so besagt es das Protokoll, angetan von dem Strategiepapier. Es wurde als „richtungsweisend” bezeichnet, schlummert bis heute aber in der Schublade. „Denn weder Herr Danz noch Herr Helgers sind für das Personalkonzept verantwortlich”, sagt Letzterer.

Aktuell beschäftigt der Jülicher Bauhof 45 Mitarbeiter, wobei der Leiter selten über alle verfügen kann, nicht nur aus Krankheitsgründen. Aus dem Vorjahr mussten über 1700 Überstunden abgebaut werden. „Die Leute fehlen dann natürlich”, meint Danz, dem auch eine andere Zahl zu denken gibt: Der Bauhof liegt 10.000 Stunden (!) hinter dem selbst vorgegebenen Minimal-Pflegestandard des städtischen Grüns zurück.

Das Problem wird größer, denn in den kommenden Monaten gehen drei Mitarbeiter in den Ruhestand, von Neueinstellungen ist noch keine Rede. Die Männer vom Bauhof konzentrieren sich auf den Winterdienst. Der beginnt um 5 Uhr und endet um 20 Uhr. Der Bereitschaftsdienst muss sich schon eine Stunde früher ein Bild „von der Wetterlage” machen. „Wir werden es wieder schaffen, ich kann mich auf meine Leute verlassen”, sagt Markus Danz.
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