Jülich - Jülicher Zuckerfabrik erwartet normale Ernte

Jülicher Zuckerfabrik erwartet normale Ernte

Von: Antonius Wolters
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rüben
Mit frisch gezogenen Prachtexemplaren im Rübenlabor: Heinz Leipertz geht nach den jüngsten Ergebnissen der Proberodung von einem normalen Ernteertrag im Rahmen des langjährigen Durchschnitts aus. Foto: Antonius Wolters

Jülich. Die Zuckerrübe (Beta vulgaris) stammt aus dem Mittelmeerraum und kann insofern auch mit höheren Temperaturen gut umgehen. Was auch für die auf hiesige Verhältnisse gezüchteten Pflanzen gilt, die in der Jülicher Börde „gesegnete Böden und milde Witterungsverhältnisse“ vorfinden, wie es Heinz Leipertz formuliert. Er ist Leiter der Landwirtschaftlichen Abteilung im Werk Jülich der Pfeifer & Langen KG.

Die Hitzeverträglichkeit braucht die zweijährige Kulturpflanze bei den momentan herrschenden Temperaturen auch, die mit ihrem großen Blattapparat – das Kraftwerk der Pflanze – per Photosynthese reichlich Saccharose produziert, die während der Nachtstunden in der knollenartigen Wurzel eingelagert wird.

Die Wurzel sichert der Zuckerrübe in trockenen Zeiten auch das Überleben, denn sie kann bis zu einer Tiefe von zwei Metern Wasser ansaugen, das die Blätter für den Umwandlungsprozess benötigen.

„Die Rüben lechzen nach Regen“, werde die Pflanze derzeit nicht gerade üppig mit der lebensspendenden Feuchtigkeit versorgt, konstatiert der Experte. Im Gegensatz zum Vorjahr, als Niederschlagswasser im Überfluss zur Verfügung stand, hätten die Pflanzen heuer nur einen kleinen Blattapparat ausgebildet und lebten derzeit im übertragenen Sinne „von der Hand in den Mund“, da beim Wasser die „nutzbare Feldkapazität“ im Boden nach dem trockenen Winter und Frühjahr nahezu erschöpft ist.

So waren die Niederschläge am vergangenen Wochenende – im Anbaugebiet der Jülicher Zuckerfabrik wurden zwischen 3 und 30 Millimeter pro Quadratmeter registriert – auch bei den Ergebnissen der Proberodung in dieser Woche schon abzulesen. „Wir werden den fünfjährigen Durchschnittswert erreichen“, sagt Leipertz voraus, „auch wenn wir ihn noch nicht erreicht haben“. So sieht er bei den Ertragskurven Parallelen zum Erntejahr 2012, als eine ähnlich trockene Witterung wie in diesem Jahr vorherrschte. Um einen leicht überproportionalen Ertragszuwachs zu generieren, der für das Erreichen der Durchschnittswerte notwendig ist, wäre der ein oder andere Regentropfen sicher sehr hilfreich.

Nette innere Qualität

Dazu kommt, dass die Zuckerrüben, so der Landwirtschaftsberater, „eine nette innere Qualität haben“, die zu einer guten Ausbeutbarkeit des enthaltenen Zuckers beiträgt. So sei die Melasse, die den Extraktionsprozess eher stört, unterdurchschnittlich.

Das ist gleichzeitig ein Indiz dafür, dass es keine Überversorgung der Pflanze gegeben hat, sondern die Landwirte „im Optimum gedüngt haben“, wozu auch die Anbauberatung aus seiner Abteilung ihren Beitrag geleistet habe, wie er stolz erläutert.

„Es ist ein ganz normales Jahr, wir sind sehr zufrieden“, formuliert Heinz Leipertz sein aktuelles Fazit. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein geringerer Mengenertrag und ein höherer Prozentsatz beim Zuckergehalt. Wenn die Zuckerrüben der nächsten Proberodung im Jülicher Rübenlabor gewogen und deren innere Qualitäten analysiert sind, steht für Ende August/Anfang September die Festlegung des Kampagnenstarts an, der mit diversen Stellen abgestimmt werden muss, wie Leipertz weiter ausführt.

Der Erntebeginn mag zwar noch nicht feststehen, doch klar ist bereits, dass eine so genannte Vorkampagne geplant ist, bei der weiterer Dicksaft, der noch in den großen Tanks eingelagert ist, die sich auf dem weitläufigen Fabrikgelände befinden, zum Anfahren der Fabrik in Kristallzucker umwandelt wird.

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