Jülicher Zuckerfabrik errichtet Lager für Rübenerde und Carbokalk

Von: gep
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Bislang ist nur die Brücke über den Krauthausen-Jülicher Mühlenteich errichtet: Im September soll die Fahrsiloanlage fertiggestellt sein. Foto: gep

Jülich. Bis zum Start der nächsten Kampagne im September soll das Projekt realisiert sein: Pfeifer & Langen plant in der Zuckerfabrik Jülich die Errichtung einer Fahrsiloanlage zur Lagerung von Rübenerde und Carbokalk, bestätigt der Werksleiter Technik Dr.-Ing. Markus Lorenz.

In dieser Anlage südlich des Werksgeländes werden Rübenerde und Kalkdünger (Carbokalk), die bei der Verarbeitung von Zuckerrüben anfallen, verarbeitet. Zur Lagerung und zum Umschlag der Rübenerde und des Carbokalks werden zwischen dem Krauthausen-Jülicher Mühlenteich und den vorhandenen Polderanlagen auf einer bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche einschließlich Zufahrt 1,8 Hektar überlagert. Die Ausdehnung der schlauchförmigen Areals beträgt in westlicher Richtung rund 200 Meter und in nordsüdlicher Richtung 24 bis 64 Meter. Davon werden knapp 1,3 Hektar befestigt.

Angefahren wird diese Siloanlage mit Lastwagen und landwirtschaftlichen Transportfahrzeugen. Die Entnahme erfolgt von Anfang Juli bis Ende September mit etwa 25 bis 30 Fahrzeugen pro Tag, außer an Sonn- und Feiertagen sowie in der Nacht.

Damit verbunden ist „ein größerer Eingriff in die Verfahrenstechnik“, so Lorenz. Der Carbokalk wird zu 90-prozentiger Trockensubstanz aufgearbeitet. Dadurch reduziert sich die zu transportierende Masse. Lorenz: „Die Verkehrsbewegung wird sich halbieren. „ Damit ändert sich aber auch die Ausbringungstechnik auf dem Acker. „Es wird gestreut, nicht mehr gesprüht.“

Die Mengen, die anfallen, sind erklecklich: Bei der Verarbeitung von beispielsweise 1,3 Millionen Tonnen Rüben fallen 100.000 Tonnen Carbokalk in Nassform an.

Bei der Gewinnung von Zucker wird der Rübenextraktionssaft mit Kalkmilch versetzt. Unter der Zugabe von Kohlendioxid, das wiederum beim Brennen des Kalks entsteht, bildet sich Calciumcarbonat, das unerwünschte Nebenbestandteile des Rohsaftes an sich bindet, sie können damit aus dem Rohsaft entfernt werden.

Schlamm mit Nährstoffen

Dieser Scheideschlamm enthält jedoch noch relativ hohe Mengen an Wasser. Der hochaktive und schnell lösliche Carbaokalk, als „Fitmacher für den Boden“ geschätzt, enthält neben dem Hauptbestandteil Calcium die Nährstoffe Stickstoff, Phosphat, Magnesiumoxid und Schwefel.

Die mit den Rüben angelieferte Erde ist bester Lößboden, bestehend aus 27 Prozent Sand, 66 Prozent Schluff und sieben Prozent Ton. Die in der Rübenwäsche der Zuckerfabrik anfallende Erde wird zu einem Nährsubstrat umgewandelt. Dabei wird die flüssige Erde über 90 Minuten bei mehr als 50 Grad Celsius erhitzt, so dass sie frei von Krankheitserregern ist.

Danach kann die abgepresste Erde als erdetypische Trockensubstanz von den Landwirten ausgebracht werden. Das Material ist aber nicht nur im Ackerbau, sondern auch im Garten- und Landschaftsbau als Bodenverbesserer begehrt. .

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