Jülicher Wolfsgehege bald mit ordentlich Auslauf

Von: Volker Uerlings
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Aus den verspielten Wolfswelpen Tobi und Cita sind im Jülicher Brückenkopf-Zoo zwei stattliche junge Damen mit Bewegungsdrang geworden, die vor kurzem ihren zweiten Geburtstag feierten. Bald schon bekommen sie deutlich mehr Lebensraum, wenn ihr Gehege erheblich erweitert wird. Foto: Uerlings
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Aus den verspielten Wolfswelpen Tobi und Cita sind im Jülicher Brückenkopf-Zoo zwei stattliche junge Damen mit Bewegungsdrang geworden, die vor kurzem ihren zweiten Geburtstag feierten. Bald schon bekommen sie deutlich mehr Lebensraum, wenn ihr Gehege erheblich erweitert wird. Foto: Uerlings
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Diese Röhre bildet demnächst die neue „Wolfshöhle“ im erweiterten Gehege der „Isegrims“. Das Team von Zooleiter Henri Fischer (2.v.r.) ist schon fleißig bei der Arbeit; der Vorstand des Brückenkopfvereins inklusive junger Wolfsfans überzeugte sich vom Fortschritt der Arbeiten. Foto: Uerlings

Jülich. Sicher gibt es Menschen, die die Haltung von wilden Tieren wie Wölfen in einem Zoo sehr kritisch sehen. Unstrittig dürfte aber sein, dass eine Vergrößerung dieses künstlichen Lebensraumes eine Verbesserung darstellt. Und so kommt es im Jülicher Brückenkopf-Zoo. Das Wolfsgehege wird deutlich erweitert: um 300 Prozent auf dann 6000 Quadratmeter.

Das alles stemmen die Tierparkförderer vom Brückenkopfverein, die mit kleinen Beiträgen und Einnahmen möglichst viel bewirken wollen. Für sie ist das die mit Abstand größte und teuerste Aufgabe der letzten Jahre.

35.000 Euro gibt der Verein direkt, erklärten Vorsitzender Dr. Markus Boner und seine Stellvertreterin Ulrike Fink. Boner: „Das ist für unsere Verhältnisse eine Großinvestition, mit der wir in Zeiten knapper kommunaler Kassen auch ein Zeichen und einen Akzent setzen wollen.“

Die Erweiterung ist der erste Schritt, der vielleicht schon vor den Sommerferien zurückgelegt ist. Das Team um Zooleiter Henri Fischer ist jedenfalls dabei, die Fläche vorzubereiten. Das Wolfs-Quartett – zwei Alttiere und die beiden handzahmen Tiere Cita und Tobi (2) – erhält eine neue Höhle als Rückzugsraum und einen neuen „Hochsitz“. „Wölfe brauchen einen Platz mit Überblick“, weiß Fischer.

Unmittelbar neben dem vorhandenen Gehege werden gut 4000 Quadratmeter Waldflächen hinzukommen. Der gesamte Bereich lässt sich über vorhandene Wege umrunden. Größter Kostenfaktor ist die Anfertigung von Spezialzaun-Elementen.

In einem zweiten Bauabschnitt kommt 2018 – der Brückenkopf-Park feiert das 20-Jährige nach der Landesgartenschau – ein Wolfspavillon hinzu, der als „Begegnungsstätte“ zu verstehen ist. Hier erlauben Glasabtrennungen ein direktes Erlebnis, wenn denn die Ise­grims Lust haben und in der Nähe sind.

Henri Fischer sieht hier einen wichtigen Auftrag, weil schließlich auch in Nordrhein-Westfalen die natürlichen Wölfe dem Menschen wieder näherkommen: „Das Thema wird immer präsenter. Man darf die Tiere in keiner Weise manipulieren, sondern muss sie in Ruhe lassen.“ Markus Boner ergänzt: „Die Idee ist, den Menschen den Wolf in seiner Umgebung zu zeigen, auch nachts oder in der Dämmerung.“ Dann seien die Tiere eben aktiv. Das helfe dabei, die Märchen vom „bösen Wolf“ zu enttarnen, die sich offenbar hartnäckig halten.

Wenn die beiden Alttiere nicht mehr sein sollten, wollen die Zooverantwortlichen ein echtes Rudel im neuen Gehege aufbauen. Zu den beiden Weibchen Cita und Tobi käme dann ein fremde Rüde. So sieht die Planung mittelfristig aus. Im besten Fall gibt es dann Nachwuchs, der dann durch die Glasscheiben des Pavillons zu beobachten ist.

Der Brückenkopf-Verein stützt den Jülicher Zoo mit weiteren Geldern für kleinere Projekte. Die „Storchen-Cam“ ist ein Beispiel. Eine zündende Idee hat den Förderern in die Karten gespielt: der Verkauf von Futtertüten an den Parkkassen. Sie werden seit gut einem Jahr angeboten und schon von über 20000 Besuchern gekauft. Dennoch ist der Verein weiter auf Beiträge, Patenschaften und Spenden angewiesen. Zum Bau des Wolfspavillons wurden auch Zuschüsse in Aussicht gestellt.

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