Jülicher Woge: Vorstandstrio ist nur noch ein Duo

Von: dol
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Aus dem Planstadium ist das nach Joseph Krott – hier mit WOGE-Vorstand Reinhard Steiner (r.) – benannte Haus längst heraus. Foto: Jonel
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Altersregelung: Helmut Lohn ist nicht mehr Mitglied des Vorstandes. Foto: Dolfus

Jülich. Was Sturmtief „Ela“ am Pfingstmontag im Jülicher Land angerichtet hat, kann der Wohnungsbaugenossenschaft (WOGE) Jülich eG laut aktuellem Lagebericht für das zurückliegende Geschäftsjahr nicht passieren. „Ein Baum wiegt sich im Sturm, aber er bricht nicht“, sagte Vorstandsmitglied Reinhard Steiner zu Beginn der Mitgliederversammlung im Jülicher Jufa, bei der es allerdings einer mit dem Ausscheiden von Helmuth Lohn aus dem Vorstand eine dicke Überraschung gab.

Die Sturmanspielung bezog Steiner auf das Eurokrisenjahr 2013, das der deutschen Wirtschaft und auch der WOGE zu schaffen machte, letztere aber keineswegs „umhauen“ konnte. Denn auch für 2013 liegt ein positives Geschäftsergebnis vor. Die WOGE erwirtschaftete einen Überschuss von rund 100.000 Euro. Ein Teil wird als Rücklage verwendet, der Rest wird als Dividende an die rund 1100 Mitglieder ausgezahlt.

Keine Aufnahme

Momentan nimmt die Genossenschaft keine neuen Mitglieder auf, wenn sie keine Wohnung mieten. Allerdings ist nur ein geringer Leerstand bei den 672 Wohnungen zu verzeichnen, so dass Interessierte schon darauf hoffen müssen, dass jemand auszieht oder ein Mieter verstirbt. Insgesamt verfügt die WOGE über 235 Häuser mit 672 Wohnungen, 186 Garagen mit rund 40.000 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche. Die durchschnittliche Miete liegt bei etwa 4,29 Euro pro Quadratmeter. Es habe nur „moderate Mietanpassungen“ gegeben, so Steiner.

Bei einer Eigenkapitalquote von etwa 40 Prozent steht das Fundament der WOGE auf sehr soliden Pfeilern. In 2013 wurden insgesamt über 2,7 Millionen Euro Modernisierungskosten, Bau- beziehungsweise Nachtragskosten in den Hausbesitz investiert. Die Instandhaltungskosten lagen bei über 350.000 Euro. Und um den eigenen Qualitätsansprüchen zu genügen, sollen auch 2014 für Modernisierung und Instandhaltung jeweils 300.000 Euro aufgebracht werden. Die Finanzierung erfolgt dabei rein durch Eigenkapital, Fördermittel sind nicht berücksichtigt. Außerdem wolle man sich weiter nach geeigneten Grundstücken umsehen, um den Bedarf nach barrierefreien Wohnungen zu decken.

In den nächsten Jahren wird die Neubebauung der Grundstücke am Wallgraben neben dem Seniorenheim angestrebt. Das Projekt an der Münstereifeler Straße 10 bis 14 (Joseph-Krott-Haus) steht kurz vor dem Abschluss. Von den 14 dort neu entstandenen Wohnungen sind nur noch zwei à jeweils 86 Quadratmetern Wohnfläche frei, der Mietzins liegt hier angesichts der hochwertigen Ausstattung etwas über WOGE-Niveau, nämlich bei rund acht Euro pro Quadratmeter. Ähnlich sieht es bei einem neu erworbenen Stadthaus an der Römerstraße aus, wo der Quadratmeterpreis bei über zehn Euro liegt.

Vertrag nicht verlängert

Was das Personal der WOGE anbelangt, gab es für die Mitgliederversammlung unter dem Punkt „Verschiedenes“ eine dicke Überraschung. Lapidar teilte Aufsichtsratsvorsitzender Franz-Arnold Jansen den Anwesenden mit, dass Helmut Lohn vor einer Woche aus dem Vorstand ausgeschieden sei. Jansen begründete dies damit, dass laut Satzung Mitglieder des Aufsichtsrates höchstens 70 Jahre alt sein dürfen.

„Für den Vorstand, der das Tagesgeschäft abwickelt, muss das erst recht gelten“, fand der Aufsichtsrat laut Jansen und verlängerte Lohns Vertag daher nicht. Einen Nachfolger gebe es aber (noch) nicht. Zunächst werden Reinhard Steiner und Franz-Peter Sußmann die Vorstandsarbeit alleine verrichten. „Wir wollen möglichst schlank in den Gremien sein“, kommentierte Jansen.

Angesichts der Tatsache, dass dieses Vorstandsamt nebenberuflich ausgeübt wird, dürfte es auch schwer werden einen qualifizierten Nachfolger zu finden, der über genügend Zeit verfügt. Dafür kommen eigentlich nur Rentner oder Schwerbehinderte in Frage.

Helmut Lohn selbst war aufgrund der zeitgleich angesetzten Stadtratssitzung nicht anwesend. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte Lohn, dass er für die Entscheidung des Aufsichtsrates „wenig Verständnis“ habe, da die Altersgrenze nicht in der Satzung vorgegeben sei. Der übrigens bereits 72-jährige Finanzfachmann hätte gerne weiter gemacht, wie er erklärte.

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