Jülich - Jülicher Wölfe haben ab sofort mehr Auslauf

Radarfallen Bltzen Freisteller

Jülicher Wölfe haben ab sofort mehr Auslauf

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
15365383.jpg
Tobi und Cita können‘s kaum erwarten: Dietmar Nietan öffnet die Schleuse zum neuen Gehege, das den Wölfen im Jülicher Zoo ab sofort 3700 Quadratmeter zusätzlich erschließt. Foto: Uerlings

Jülich. Ein kleiner Zoo, ein kleines Team, aber ab sofort ein großes Wolfsgehege: Der Jülicher Tierpark am Brückenkopf hat ein ehrgeiziges Projekt gestemmt, von dem zwei Bewohner seit Montag profitieren.

Die beiden Wölfinnen Cita und Tobi konnten es kaum erwarten, als sich am Nachmittag die Schleuse zum vergrößerten Revier öffnete, und machten sich nach Sekunden auf den Weg zur Erkundung. Die Gehegeerweiterung ist abgeschlossen, den beiden Damen stehen ab sofort weitere 3700 Quadratmeter zur Verfügung.

„Das war ein Kraftakt“, sagte Hans-Josef Bülles, stellvertretender Geschäftsführer des Brückenkopf-Parks, zur größten Maßnahme im Jülicher Zoo seit fast 20 Jahren. Das Team um Zooleiter Henri Fischer hat fast 250 Meter Spezialzaun einen Meter tief in die Erde gesetzt, der oberirdisch immer noch drei Meter hoch ist. Dabei ist es nur der erste Schritt, die Jülicher Wölfe in natürlicher Umgebung groß rauszubringen, wie Dr. Markus Boner, Vorsitzender des Zoo-Vereins, erläuterte.

Der Verein und Sponsoren haben fast 50.000 Euro in die Erweiterung gesteckt. Im nächsten Jahr soll ein „Erlebnis-Blockhaus“ dazu kommen, das sich unmittelbar am Gehege befindet und über Glasscheiben und Spiegel die Möglichkeit bieten wird, die Tiere aus der Nähe zu beobachten, ohne sie zu stören. Das sollen dann nicht mehr nur die beiden Wolfs-Damen sein. Gedacht ist an ein ganzes Rudel.

Ein Rüde für die Familienbildung

Eine vor Blicken geschützte Wurfhöhle wurde bei der Erweiterung „vergraben“. Zur Familienbildung muss noch ein Rüde her, der auch schon gefunden wurde: in Berlin. Mutmaßlich im November soll er nach Jülich umziehen.

Inklusive des noch zu bauenden Pavillons wird in Jülich ein kleines Wolfs-Informationszentrum entstehen, das auch Übernachtungen erlaubt. Sinn und Zweck ist es, die Rückkehr des Wolfes auch nach Nordrhein-Westfalen und in die Eifel zu begleiten, um Ängste zu nehmen. „Dann kann man mit den Ammenmärchen vom ,bösen Wolf‘ aufhören“, sagte Hajo Bülles.

„Unseren Wölfen soll es gut gehen“, erklärte Wolfgang Gunia, stellvertretender Jülicher Bürgermeister, und freute sich, dass der erste Schritt der Wolfs-Pläne den Lebensraum der Tiere deutlich vergrößert.

Eine solche Maßnahme sei für den Brückenkopf-Verein nicht selbstverständlich, ordnete Vorsitzender Markus Boner die Dimensionen ein, die nicht nur ein motiviertes Team in Zoo und Verein, sondern auch eine Menge Geld erforderten. Von daher freut sich der Verein über allein sechs Paten, die sich im Bereich der Wölfe engagieren. Einen Paten aus der Politik gab es am Montag auch.

Markus Boner hatte den Dürener Bundestagsabgeordneten Dietmar Nietan (SPD) gebeten, symbolisch die Schleuse zu öffnen. Für den Wahlkämpfer eine schöne Abwechslung, denn der Tierfreund ist nach eigenen Worten schon viele Jahre auch Wolfs-Fan.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert