Jülicher Wehr: 21.000 Stunden Fortbildung

Von: ma.ho.
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Auch auf der Autobahn 44 im Einsatz: Breit ist das Aufgabenspektrum der Freiwilligen Feuerwehr Jülich. Foto: Horrig
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Ehre, wem Ehre gebührt: Bürgermeister Axel Fuchs (2.v.l.) zeichnete verdiente Feuerwehrleute aus. Foto: Horrig

Jülich. Die Zahl der Einsätze geht zurück für die Freiwillige Feuerwehr. Dagegen haben die Fehlalarmierungen zugenommen. Das berichtete der stellvertretende Wehrleiter Stadtbrandinspektor Dr. Ralf Kunkel jetzt in seinem Bericht für 2016 auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Jülich in die Bürgerhalle Broich.

Kunkel trug mit Zahlen und Fakten den Jahresbericht der Wehrleitung vor. Das Jahr 2016 bescherte der Jülicher Wehr insgesamt 382 Einsatze, die sich wie folgt aufteilen: 93 Brandeinsätze, 193 Technische Hilfeleistungen (59 Menschen in Notlage, 27 Tiere in Not, 44 Verkehrsunfälle, 27 Ölspureinsätze und 3 überörtliche Einsätze), 97 Fehlalarmierungen und 7 Menschenrettungen. Anhand einiger weniger Beispiele zeichnete Kunkel verschiedene Möglichkeiten der Einsätze an einem Objekt mit Brandmeldealarm (MDL) für die Wehr auf.

Da war im Januar 2016 eine Rauchentwicklung im 1. Obergeschoss einer Seniorenwohnanlage, im Februar Gasalarm in einer Wohnung auf der Schlossstraße, im März ein Zimmerbrand in Kirchberg oder im gleichen Monat ein schwerer Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person auf der K 20 vor Welldorf, der Vollbrand eines Zimmers im 1. Obergeschoss eines achtstöckigen Hauses im Mai oder der Bombenfund in der Zitadelle im September.

Bei den Technischen Hilfeleistungen nehmen die Einsätze mit Menschen in Not auffallend zu, während die Unfall- und Ölspureinsätze fast gleich bleiben. Zum Thema Leistungsfähigkeit der Wehr ging Kunkel unter anderem auch auf den Brandschutzbedarfsplan der Kommune und der damit verbundenen Schutzziele ein. 2016 zählte die Feuerwehr Jülich 288 aktive Wehrleute, 68 Kameraden in der Ehrenabteilung und 68 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr.

Auf Stadt-, Kreis- und Landesebene beteiligten sich die Jülicher Kameraden an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen. Sie absolvierten 2016 25 Laufbahnlehrgänge und 36 technische Seminare und Fortbildungen. Alles in Allem machten das zusammen 21.000 Stunden in Ausbildungen und Übungen sowie 3300 Einsatzstunden. 119 Atemschutzgeräteträger, 178 Sprechfunker, 100 Maschinisten und 28 Drehleitermaschinisten versehen ihren Dienst bei der Jülicher Feuerwehr.

Schutzziele werden erreicht

In Bezug auf die Feuerwehrgerätehäuser betonte Kunkel, dass es wohl einige gibt, die dringend saniert werden müssen. Die Wehr verfügt in den 14 Jülicher Löschgruppen über 39 Einsatzfahrzeuge, die altersgemäß in einem guten Zustand sind. Zusammenfassend betonte Kunkel, dass die Feuerwehr Jülich eine leistungsfähige und gut ausgestattete Wehr mit hohem und ansteigendem Einsatzaufkommen ist. Die Schutzziele werden weitgehend erreicht und die sinkenden Personalzahlen sieht Kunkel als Auswirkungen des demografischen Wandels.

Bürgermeister Axel Fuchs sprach von einem bedeutenden Jahr 2017 für die Feuerwehr, da eine neue Wehrleitung und ein neuer Brandschutzbedarfsplan anstehen. „Ich hoffe, bei allen Veränderungen, die vor uns liegen, bleibt das Thema Kameradschaft an erster Stelle“. Weiterhin unterstrich Fuchs, dass der Jahresbericht deutlich gezeigt hätte, wie vielfältig die Aufgabenstellungen für die Feuerwehr mittlerweile sind.

Einen Dank richtete Fuchs an die Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern die Möglichkeit einräumen, an Einsätzen und Übungen während der Arbeitszeit und an mehrtägigen Fortbildungen teilzunehmen. Zum Ende seiner Ausführungen dankte er noch einmal allen Kameraden für ihre Bereitschaft und ihr Engagement. Er unterstrich, dass er sich als Bürgermeister auch zukünftig dafür einsetzen werde, die Feuerwehr mit dem notwendigen Rüstzeug auszustatten.

Für die Abteilung der Jugendfeuerwehr verlas Tim Freialdenhoven den Jahresbericht. So gab es für die 58 Jungen und 9 Mädchen der Jugendwehr 2016 im Bereich der technischen Ausbildung 17 Übungsabende, wobei die Wasserentnahme einrichten, Knoten und Stiche, der sachgerechte Umgang mit Schläuchen, Absicherungen und die Erste Hilfe auf dem Programm standen.

18 Jugendfeuerwehrwarte leisteten im vergangenen Jahr insgesamt 7800 Stunden in der ehrenamtlichen Jugendarbeit. Dieser Zeitaufwand würde 5 Vollzeitstellen entsprechen und spare Personalkosten von rund 234.000 Euro pro Jahr, so Freialdenhoven. Kreisbrandmeister Karl-Heinz Eismar überbrachte die Grüße und den Dank des Kreises und lobte das Engagement der Wehr.

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