Jülich - Jülicher Weg der Kunst quer durch die Stadt

Jülicher Weg der Kunst quer durch die Stadt

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
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Die Initialen „AP“ stehen auf der Skulptur oben für Alesandro Pasqualini. Sie soll vier Meter hoch werden. Fünf lässig schlendernde Jugendliche marschieren auf dem Schlossplatz. Entwürfe: Maria Fernandez, Ernesto Marques

Jülich. Wenn sich viele tausend Menschen auf dem Schlossplatz beim Weihnachtsmarkt oder bei den „Trinkfesten“ im Sommer und Herbst wohlfühlen, dann wird immer wieder „die Atmosphäre“ dieses innerstädtischen Mini-Waldes mit weitläufigen Flächen angesprochen.

Das kommt nicht von ungefähr. Bürgerschaftliches Engagement hat hier einen wichtigen Beitrag geleistet – vor gut 100 Jahren. Damals sorgte der Beigeordnete Peter Linnartz für eine Gestaltung des Areals mit Kunstwerken und Denkmälern. Etwas Ähnliches haben die beiden bekannten Jülicher Peter Schmitz und Guido von Büren seit gut zwei Jahren im Sinn. Sie möchten mit zum Teil großen Skulpturen vom napoleonischen Brückenkopf einen Kunst-Weg in die Innenstadt entstehen lassen.

Das Vorhaben ist schon sehr konkret, denn vier Kreative aus Jülich haben – kostenlos – fünf Entwürfe erstellt. Der Jülicher Stadtrat bekam in seiner jüngsten Sitzung davon eine Vorstellung, denn die später im Original vier Meter hohe Skulptur, die den Jülicher Stadtarchitekten in der Renaissance, Alessandro Pasqualini, zeigt, gab es im Schreibtischformat zu sehen. Der Entwurf der renommierten Künstlerin Maria Fernandez wurde Bürgermeister Axel Fuchs überreicht.

„Warum geht nicht ein größerer und sichtbarer Teil der rund 200.000 Besucher des Brückenkopf-Parks in die Innenstadt?“, formulierte Peter Schmitz die Frage, die für ihn alles ins Rollen brachte, denn er war über Jahre im Aufsichtsrat der Freizeiteinrichtung tätig und kam wie auch andere zu diesem „Befund“. Weil Schmitz, Ortsvorsteher der nördlichen City, aber genau weiß, dass der Kommunalhaushalt chronisch schwindsüchtig ist, wollte er seine „Kunstweg“-Idee auf einem anderen Weg in die Tat umsetzen. Dazu fand er in Guido von Büren vom Jülicher Geschichtsverein und inzwischen vier tragenden Vereinen und etlichen ideellen Unterstützern Mitstreiter. In vielen Treffen reifte die Idee.

Überzeugendes Konzept

„Sehr früh waren die vier Jülicher Künstler im Boot“, berichtete Guido von Büren im Redaktionsgespräch. Er hält die Konzepte und „Ideen für überzeugend“. Sie stammen von Rudolf Vaasen („Der Steinturm“ und der 4,5 Meter hohe „Sonnenfänger“) und Marion Grawatsch, die eine drei Meter Hohe „Napoelon“-Figur entworfen hat. Maria Fernandez‘ „Pasqualini“ zählt ebenso dazu wie die Skulpturengruppe von Ernesto Marques („...die Zukunft! Sind wir...“) für überzeugende Ideen.

Hierbei handelt es sich um fünf Jugendliche, die in unverkennbar lässigem Gang im hinteren Bereich des Schlossplatzes nahe am Gymnasium Zitadelle „artgerecht“ untergebracht wären. Während Rudolf Vaasens „Steinturm“ möglichst in der Rur zu stehen kommen soll, ist „Napoleon“ vor den Toren „seines Brückenkopfes“ in der Nähe der Kirmesbrücke vorgesehen. Weitere Stationen des Weges wären dann „Pasqualini“ auf dem Kirch- oder am Rand des Marktplatzes sowie das Jugend-Quintett auf dem Schlossplatz.

Der „Sonnenfänger“ soll den Brückenschlag von der Stadt zur Jülicher Forschung bilden und am Besucherzentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt im Königskamp platziert werden.

„Die Entwürfe sind mit Kosten hinterlegt“, sagen Peter Schmitz und Guido von Büren. Die Künstler werden aufs Honorar verzichten, allerdings seien die Materialien nicht billig. Alles in allem sei von 300.000 Euro auszugehen. Einige Finanzmittel seien schon eingeworben worden, auch Fördertöpfe sollen angezapft werden. Aus denen fließt aber nur etwas, „wenn sichtbar wird, dass es sich um eine breite Bewegung handelt“, sagen die beiden Initiatoren des „Initiativkreises Neue Kunst im öffentlichen Raum“. Daher werden im neuen Jahr Aktionen veranstaltet, die das Projekt bekannt machen und ein bisschen Geld einbringen sollen.

Natürlich sind die Initiatoren erreichbar (Mail an: gvbueren@juelich.de oder pwschmitz@freenet.de).

Ein Spendenkonto der Stadt Jülich bei der Sparkasse Düren gibt es auch: DE44-3955-0110-0000-0254-11; Stichwort: Wege zur Geschichte und Forschung.

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