Jülicher Vereine streiten um Hexenturm

Von: ptj
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Das Wahrzeichen Jülichs weckt Begehrlichkeiten. Foto: Jagodzinska
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„Kleine Ehrung“ bei der Jahreshauptversammlung: Vorsitzende Kirsten Müller-Lehnen dankt den ehrenamtlichen Reiseleiterinnen Ingrid Dürke (l.) und Marlies Keil mit einem Blumenstrauß. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Wir wollen den Turm nicht aufgeben, wir haben das Gebäude mit aufgebaut.“ Das erklärten Mitglieder des Jülicher Kunstvereins „aus aktuellem Anlass“ auf ihrer Jahreshauptversammlung im AWO-Heim.

Hintergrund ist der Wunsch der Karnevalsgesellschaft Ulk, den Hexenturm als ständigen Vereinssitz haben zu wollen – nach Vorbild der Kölner Funken, die im ehemaligen Kölner Stadttor residieren. Wie Kunstvereins-Schatzmeister Dr. Jürgen Dornseiffer zusammenfasste, habe es 2013 etliche Treffen plus Ortsbegehung wegen der Nutzungserfordernisse gegeben. Nach sechs Monaten Funkstille sei die KG Ulk nun mit einem Vertragsentwurf an die Kunstfreunde herangetreten, die Dornseiffer als „Wunschliste“ bezeichnete.

Die älteste Karnevalsgesellschaft der Herzogstadt will einen offenen „Förderverein Hexenturm“ gründen. Ein Passus über eine gemeinsame Nutzung sei integriert, aber nach Bekunden Dornseiffers dürfe der Kunstverein demnach den Interessen des Ulk nicht zuwiderhandeln. Eine zweigleisige Debatte startete.

Erster Punkt war der Vereinssitz Hexenturm seit der Gründung des Kunstvereins vor 35 Jahren. Trotz steiler Treppe und Beengtheit war die Versammlung nicht bereit, ihn aufzugeben. Auswärtige Aussteller seien vom Hexenturm angezogen, und etwa 80 Prozent der Besucher besuchten die Ausstellung wegen der Lokalität im Wahrzeichen Jülichs.

Zudem stellte sich die Frage, zusätzlich zum Hexenturm andere attraktive Ausstellungsräume für besondere Zwecke wie Skulpturenausstellungen in Betracht zu ziehen. Ein Beispiel seien die „fantastischen Räume“ der Spedition Boos.

In Richtung KG Ulk fasste Dornseiffer die Diskussion zur „Residenzfrage“ zusammen: „Wir werden das Schreiben juristisch beleuchten lassen und angemessen reagieren.“ Er setzte nach: „Wir waren bisher immer gesprächsbereit.“

Mit einem leichten Minus wegen des Jubiläumsfestes, das großen Anklang fand, schloss der Kunstverein sein Geschäftsjahr ab. Mit jeweils zehn Ein- und Austritten bleibt die Mitgliederzahl mit 257 stabil. „Wieder zu uns gestoßen“, wie Vorsitzende Kirsten Müller-Lehnen es ausdrückte, ist Ingrid Dürke. Sie unterstützt nunmehr Marlies Keil in der Leitung der Aktivitäten „Kunstverein unterwegs“.

Keil organisiert sechs Tagesfahrten. Dürke leitet drei Mehrtagesfahrten, nach Nordspanien, Schottland und Ostdeutschland. Erstere sind bereits ausgebucht, in letzterer, vom 1. bis 6. Juli, sind noch Plätze frei. Die beiden ehrenamtlichen Reiseleiterinnen wurden durch Müller-Lehnen mit einem Blumenstrauß geehrt.

Mit drei Ausstellungen, Workshops, einer ersten Malreise nach Portugal und den neuen Colloquien Kunst blickt der Verein auf ein erfolgreiches Jahr zurück.

Erneut sind drei erfolgversprechende Ausstellungen geplant, zwei davon „mit Lokalkolorit“. Vom 14. März bis 6. April stellt der Körrenziger Fotograf Günther Kròl aus. Der bildende Künstler Marcus Günther aus Düsseldorf folgt vom 12. September bis 5. Oktober. Der geborene Jülicher Markus Meyer zeigt vom 24. Oktober bis 16. November seine Leinwandarbeiten. Sonderausstellungen diverser Kunstvereinsmitglieder in der gut angelaufenen internen Reihe „Made in Jülich“ finden wie folgt statt: Am 9./10. August sind Malerei und Skulpturen zu bewundern, am 16./17. August Malerei, Druckgrafik, Objekte und Installationen und am 23./24. Fotografien.

Termine für Colloquien sind am 30. November mit Jens Dummer und am 7. Dezember mit Michael Küpper. Hier haben Künstler die Möglichkeit, eigene künstlerische Arbeiten in einem moderierten Gespräch vorzustellen.

Neue Freundschaften knüpften die Kunstliebhaber mit dem Kunstverein Frechen und dem Kunstförderverein Düren. „So eine Zusammenarbeit öffnet noch einmal das Feld und bietet Möglichkeiten der Präsentation“, fasste Martin Marquardt zusammen.

Was geschieht mit der veralteten Website? „Für die Reputation ist sie so wichtig, dass man nicht darauf verzichten kann“, so viel war klar. Die Versammlung einigte sich darauf, Geld in eine neue Plattform zu investieren.

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