Jülicher Trio plant Wasserski-Zentrum am Brückenkopf-Park

Von: Volker Uerlings
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Eine Wakeboard-Fahrer auf dem See des „Wasserski-Zentrums Jülich“. Drei Herzogstädter wollen, dass das am Brückenkopf-Park Realität wird. Foto: Imago/Stock

Jülich. Im Vorfeld hat so manch einer beim Lesen des Tagesordnungspunktes „Wasserski-Zentrum Jülich“ gelächelt. Frei nach dem Motto: Ein weiteres Projekt in dieser Stadt, das schön geplant, aber nie realisiert wird. Nach der Vorstellung im Ausschuss für Kultur, Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung am Donnerstag war das anders. Da wurde auch gelächelt.

Diesmal aber, weil Politik und Verwaltung kein „Wolkenkuckucksheim“ vorgesetzt worden ist, sondern ein „spannendes Projekt“, das „Charme“ hat, wie Vertreter mehrerer Fraktionen sagten.

Ein Trio, das in Jülich aufgewachsen ist, will allein mit privaten Mitteln ein Wassersport-Angebot unmittelbar am Brückenkopf-Park realisieren, das in großer Ausführung im Umkreis von einer Fahrstunde bislang nicht zu erreichen sei und sich wachsender Nachfrage erfreue: ein Wasserski-Zentrum mit Liftanlage, die Sport und Artistik über Rampen und Schanzen im Wasser ermöglicht. Marcel Kraska, Mischa Viehöver und Markus Heim teilen dieses Hobby und kennen sich aus.

Der Architekt, der Bauingenieur und Geschäftsführer des Kieswerkes Siep in Jülich und der Kaufmann und Geschäftsführer einer gGmbH bringen das Knowhow mit, um die Grundvoraussetzungen auf der Fläche zu schaffen, auf der einmal ein Golfplatz geplant war. Sie befindet sich stadtauswärts rechts der Aachener Landstraße und gegenüber der Einfahrt zum Baugebiet Ölmühle. Sie brauchen natürlich eine Wasserfläche.

Das Geschäftsmodell Wasserski-Zentrum Jülich (WZJ) basiert auf einem See, der in mehreren Etappen entsteht und innerhalb von vier Jahren auf 70.000 Quadratmeter Fläche und bis zu neun Metern Tiefe anwächst. Spezialist hierfür ist Mischa Viehöfer vom Kieswerk Siep, der über die Kenntnisse und Maschinen verfügt. Die Fläche wird ausgekiest, der Kies über einige Jahre vermarktet. Grundwasser befindet sich laut Viehöver in 2,90 Meter Tiefe, „der See füllt sich von selbst“.

Marcel Kraska trug die Pläne des Trios im Ausschuss vor und verdeutlichte, dass schon nach einem Jahr eine erste nutzbare kleinere, aber voll funktionstüchtige Wassersportfläche zur Verfügung stehe, die ideal für Anfänger oder Freizeitsportler sei. Auch die Infrastruktur in einem Gebäude mit Toi­letten, kleiner Gastronomie, Materialverleih und Büro sei dann fertig. Sie soll an den Wochenenden in Betrieb sein, während in der Woche das Gelände nebenan zum „großen See“ modelliert wird. Das soll innerhalb von vier Jahren passieren und mit der Installation eines „full-size-cables“ abgeschlossen werden. Darunter versteht man eine Liftanlage als Rundkurs.

Die drei Jülicher wollen die Arbeiten weitgehend geräuschlos und unsichtbar sowohl von der Park- als auch von Anwohnerseite realisieren und begrünte Schutzwälle zum Beispiel an der Aachener Landstraße (sechs Meter hoch/vier Meter über Straßenniveau) gleich zu Beginn errichten. Für Interessenten soll es einen Aussichtspunkt geben, von dem aus der entstehende See zu betrachten ist.

Ein Punkt ist bei ihrem Geschäftsmodell nach Angaben von Marcel Kraska unvermeidlich: Der Kies-Aushub muss aufgeschüttet werden, weil er sich nicht sofort vermarkten lässt. Nach sechs Jahren soll der Kies-Berg dann deutlich sichtbar schwinden.

Die in Rede stehenden Flächen gehören laut Kraska der Stadt Jülich. Über einen Verkauf oder eine Verpachtung ist zu entscheiden. Wenn das passiert, könnte auch das Planungs- und Baurecht geschaffen werden. Im Zuge des Golfplatzprojektes wurden sowohl ein Bebauungsplan als auch eine Flächennutzungsplanänderung erstellt, die aber nicht rechtskräftig sind. Sie stehen zur Verfügung.

„Wir machen das für unsere Stadt“, sagte Marcel Kraska im Gespräch mit unserer Redaktion. Breite Kooperationen mit dem Brückenkopf-Park seien das Ziel. Politik und Verwaltung müssen nun entscheiden, ob sie das wollen.

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