Jülicher Trinkwasser wird penibel kontrolliert

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
11005864.jpg
Die Proben werden angelegt: Rosemarie Falkenberg träufelt ein paar Tropfen Wasser auf die Nährböden in den Petrischalen. Zwei Tage lang werden die Proben dann beobachtet. Foto: Guido Jansen
11005876.jpg
Es schimmert blau: Das bedeutet, dass diese Probe, die ebenfalls nicht aus dem Jülicher Trinkwasser stammt, Bakterien enthält.
11005872.jpg
Nicht aus Jülich: So sieht eine gewachsene Bakterienkolonie nach zwei Tagen aus.

Jülich. Die Null muss stehen bei Andreas Kayser. Das Credo jedes Fußballtrainers seit vielen Jahren gilt auch heute noch. Gerade beim Wasser. Kayser ist bei den Stadtwerken Jülich als Abteilungsleiter auch für das Thema Wasser zuständig.

Sein Ziel: Jede Woche soll auf dem Prüfbericht der mikrobiologischen Wasseruntersuchung die Null stehen – nämlich da, wo die Zahl der Bakterienkolonien aufgelistet ist, die in der Probe des Jülicher Wassers gefunden worden sind. „Das gelingt uns immer“, sagt Kayser, und der aktuelle Bericht, den er gerade in der Hand hält, bestätigt ihn.

Einmal in der Woche nimmt das Eurofins Hygiene Institut Berg mit Sitz in Eschweiler eine Probe des Jülicher Trinkwassers. In Eschweiler wird das Wasser untersucht, unter anderem auf sogenannte Coliforme Bakterien und im Besonderen auf Escherichia coli sowie auf Pseudomonas aeruginosa. Das klingt nach Fachchinesisch, lässt sich aber relativ leicht erklären.

Escherichia coli ist ein Bakterien-Unterart der coliformen Keime, die im Darm von Menschen und Tieren vorkommt. Findet das Labor in einer Probe derartige Keime, dann ist das ein Hinweis darauf, dass das Wasser mit Fäkalien verunreinigt ist. Nachgewiesen werden sie mit einer biochemischen Reaktion. Die Probe schimmert unter ultra­vio­lettem Licht hellblau. Escherichia coli kann bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem Durchfall verursachen.

Pseudomonas aeruginosa ist ein Bakterium, das im Boden oder im Wasser vorkommt, es bildet oft Kolonien, wenn das Wasser längere Zeit gestanden hat. Beispielsweise in Wasserleitungen, die länger nicht gespült worden sind. Es kann der Auslöser für Infektionskrankheiten sein. „Wenn ich aus dem Urlaub zurückkomme, dann sollte ich die Dusche erstmal 15 Minuten heiß laufen lassen, bevor ich sie benutze“, gibt Eurofins-Mitarbeiterin Rosemarie Falkenberg einen Tipp, wie man Pseudomonas aeruginosa einfach bekämpfen kann.

Die Experten suchen nach diesem Bakterium, indem sie die Wasserprobe auf eine Nährlösung in einer Petrischale geben. Zwei Tage lang werden die Schalen bei 22 beziehungsweise 36 Grad gelagert. „Wenn das Bakterium in der Probe vorkommt, dann hat es sich auf der Nährlösung vermehrt und Kolonien gebildet“, sagt Dr. Jörg Eckert, der Leiter des Labors in Eschweiler. Diese Kolonien sind mit dem bloßen Auge einfach zu erkennen.

Während der zwei Tage beobachten die Experten die Proben. „Wenn wir schon früher einen Verdacht haben, dann rufen wir an und teilen das mit, damit der Kunde so früh wie möglich reagieren kann“, sagt Falkenberg. Die Überwachung läuft rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche. Denn Keime machen keine Pause.

Ebenfalls überprüft werden Temperatur und Trübung des Wassers. „Die Temperatur ist wichtig. Hat das Wasser mehr als 25 Grad, dann sollte es zusätzlich auf Legionellen untersucht werden“, sagt Falkenberg.

Das Jülicher Wasser ist etwa 16 Grad warm, wenn die Stadtwerke es in Richtung ihrer Kunden pumpen.

Verlegen die Stadtwerke eine neue Leitung, dann nimmt das Eschweiler Labor zuerst drei Proben, bevor das Wasser zum Verbraucher fließen darf. Selbiges gilt für neue Wasserzähler.

Einen Teil der Wasserprobe verschickt das Hygiene Institut an Partnerlabore, um dort die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Wassers untersuchen zu lassen, unter anderem sollen Metalle und Pflanzenschutzmittel festgestellt werden.

„Wir haben da bisher keine Probleme“, sagt Jülichs Wasser-Chef Andreas Kayser. „Wir holen unser Wasser aus drei 140 Meter tiefen Brunnen, das bringt schon viel Sicherheit mit sich.“

Die Ergebnisse der jeweiligen Wasseruntersuchung stellen die Stadtwerke immer ins Internet: www.stadtwerke-juelich.de/swj-startseite/trinkwasseranalyse.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert