Jülicher Tafel braucht ab Herbst eine neue Bleibe

Von: Volker Uerlings
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Ganz wichtig ist das Lager der Jülicher Tafel. Nicht nur dieser Raum im Gebäude an der Lorsbecker Straße ist bis unter die Decke gefüllt. Entsprechende Kapazitäten braucht das Team um Edelgard Heidelberg (r.) und Maria Güldenberg auch in einer neuen Bleibe. Foto: Uerlings
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Neben und vor allem hinter dem recht kleinen Ladenlokal im Heckfeld (Lorsbecker Straße) nutzt die Tafel insgesamt rund 350 Quadratmeter. Foto: Uerlings

Jülich. Die Jülicher Tafel braucht im Spätherbst eine neue Bleibe. Der bisherige Komplex an der Lorsbecker Straße im Heckfeld wurde zum 31. Oktober vom Eigentümer wegen Eigenbedarfs gekündigt. „Es ist geplant, das Gebäude abzureißen und ein neues zu bauen“, sagt Tafel-Vorsitzende Maria Güldenberg und gibt die Erklärung wieder, die sie selbst in einem persönlichen Gespräch erhalten hat.

Seit elf Jahren versorgt der Verein im Jülicher Land (Titz, Linnich, Jülich, Niederzier und die Ortschaft Schophoven) mit den für seine Zwecke fast maßgeschneiderten Räumen bis zu 2000 bedürftige Menschen mit Lebensmitteln. Ersatz zu finden, dürfte kein leichtes Unterfangen werden.

„Ein halbes Jahr ist knapp, und wir sind an gewisse Voraussetzungen gebunden“, erklären Güldenberg und ihre Stellvertreterin Edelgard Heidelberg. Denn die Tafel sollte von Kunden gut mit dem Öffentlichen Personennahverkehr und zu Fuß erreichbar sein.

„Damit kommt die sogenannte ,grüne Wiese‘ nicht in Frage“, sagt das Duo von der Hilfseinrichtung, bei der an den Ausgabetagen bis zu 25 Menschen weit überwiegend ehrenamtlich im Einsatz sind, um die Logistik zu bewerkstelligen. Nach Einsatzplänen werden täglich die von zahlreichen Supermärkten gespendeten Lebensmittel morgens abgeholt, dann in der Tafel-Zentrale sortiert und gelagert. Bis zu drei Helfer sind pro Wagen notwendig, um die Waren einzuladen.

Das Lager – in der Lorsbecker Straße wurde von der vorherigen Metzgerei auch ein Kühlraum übernommen – ist ein ganz wichtiger Bereich, der sich auf mehrere Räume verteilt und schon jetzt zum Teil bis unter die Decke gefüllt ist. Der eigentliche Verkaufsraum ist eher klein, insgesamt brauche die Tafel aber sicher 350 bis 400 Quadratmeter Fläche plus Parkmöglichkeiten in der Nähe. Der Verein hat drei Fahrzeuge im Einsatz, die abends sicher abgestellt werden müssen. Zudem gibt es auch Kunden von außerhalb, die mit dem Auto kommen.

Anfang Mai kam die Kündigung. Inzwischen hat der Verein Jülicher Tafel auf sein Problem aufmerksam gemacht. Die Stadtverwaltung wurde unterrichtet, die anderen sozialen Vereine der Stadt am „kleinen runden Tisch“, einige Kommunalpolitiker. „Vielleicht können uns auch Privatleute helfen“, hoffen Maria Güldenberg und Edelgard Heidelberg. Zu einem zentralen Objekt in der Jülicher Kernstadt haben die Verantwortlichen ihre Fühler ausgestreckt, das theoretisch in Frage kommt.

Das ist ein kleiner Hoffnungsschimmer, aber es gab noch kein Gespräch mit dem Vermieter. Von daher bleibt die Ungewissheit, die natürlich die Kunden und die vielen Helfer gleichermaßen betrifft. Nach Angaben der beiden Vorsitzenden, die Ende des Monats auch noch zwei Lücken im Vorstand bei der Mitgliederversammlung zu schließen haben, arbeiten neben reinen Ehrenamtlern auch „Brückenjobber“ (frühere 1-Euro-Kräfte), Bundesfreiwilligendienst-Leistende und Menschen mit, die Sozialstunden ableisten müssen. Manche bleiben nach der „Pflichtzeit“ aus freien Stücken.

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