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Jülicher Streusalz kommt noch zum Einsatz

Von: Daniela Martinak
Letzte Aktualisierung:
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Josef Esser, Mitarbeiter des Jülicher Bauhofs, ist mit dem Streufahrzeug bestens vertraut. Momentan manövriert er den LKW allerdings nur, wenn Fahrzeuge umgesetzt werden müssen. Foto: Daniela Martinak
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300 Tonnen Streusalz müssen regelmäßig umgeschichtet werden.

Jülich. Josef Esser und seine Kollegen sind mal wieder als Grünpfleger unterwegs. Und das, obwohl ja noch nicht einmal ansatzweise etwas grün ist. Weiß ist aber auch nichts, und das wäre ja normalerweise momentan ihre Hauptaufgabe: die Straßen von Schnee und Glatteis befreien – oder?

Stattdessen haben die Mitarbeiter des Jülicher und auch die des Linnicher Bauhofs die Streufahrzeuge kurzerhand umgerüstet, den Schneepflug abmontiert, und mit Werkzeugen für den Holzschnitt bestückt. Genug zu tun, haben sie trotzdem...

„Und vor allem, ist ja eigentlich das Wintergeschäft das, was nebenher laufen muss! Alle anderen Aufgaben bewältigen wir sonst ja zusätzlich auch“, erklärt Ralf Dahmen, der stellvertretende Leiter des Linnicher Bauhofs. Während in anderen Ländern gerade eben nicht genug Streusalz vorhanden ist, lagern in der großen Halle auf dem Jülicher Bauhof und in dem Vorratssilo 300 Tonnen der Kristalle. In Linnich befinden sich 350 Tonnen Salz. „In diesem Winter hatten wir erst zwei kleinere Einsätze“, erklärt Markus Danz, Leiter des Jülicher Bauhofs. Linnich musste noch nicht wegen Glatteisgefahr ausrücken. Im Gegensatz zu den Extremwintern in den Jahren 2010 und 2011 war allerdings auch der Schneefall des vorherigen Jahres eher gering und die Gefahr, dass das Streusalz erneut knapp werden könnte, bestand laut Danz zu keiner Zeit.

Nicht zuletzt auch, weil die Kommunen und der Kreis nach der Salzknappheit in zwei aufeinander folgenden Jahren Maßnahmen ergriffen haben und nun dank einer europaweiten Ausschreibung regelmäßig Streusalzvorräte geliefert bekommen können. Aufgrund der mangelnden Kapazitäten in Jülich wurde auch in einem ehemaligen Munitionsbunker in Düren-Gürzenich ein Lager eingerichtet, in dem sich ebenfalls 300 Tonnen des weißen Streu für Jülich und Umgebung befinden.

„Die Gefahr, dass das zu wenig Salz ist, besteht auch in diesem Winter nicht, obwohl ich fest davon überzeugt bin, dass unsere Mitarbeiter noch zum Einsatz kommen. So lange können endlich auch einmal Überstunden abgebaut werden“, sagt Danz.

Was mit dem Salz nun passiert? Na zum Kochen, für die Suppe etwa, ist es leider nicht geeignet. Zeitweise 15 Grad plus, und immer wieder kommt die Sonne raus, da kommen auch die Bauhof-Mitarbeiter ziemlich ins Schwitzen. Schließlich muss das Salz regelmäßig umgeschichtet werden, damit es nicht feucht wird, ansonsten „ist es ganz schön lange haltbar und geeignet – für die Straßen.“

160 Kilometer im Jülicher Straßennetz hat der Bauhof zu betreuen. Wenn es eilt, müssen die glatten Hauptverkehrsadern so schnell wie möglich frei sein. „Für das gesamte Einsatzgebiet benötigen wir in der Regel zwei bis drei Stunden. Natürlich nur, wenn sich der Schneefall im natürlichen Rahmen bewegt. Sonst müssen wir auch schon mal Prioritäten setzen“, betont der Bauhof-Leiter. Er meint damit überraschenden Schneefall oder drohende Glatteisgefahr, denn dann werden vorrangig erst einmal die wichtiges Kreuzungen und die am stärksten befahrenen Straßen Jülichs geräumt.

Sobald übrigens alle Bäume und Hecken beschnitten sind, geht es gleich mit der Asphaltbefahrung weiter. Die Straßenbaukolonne hat schon einiges geschafft, was normalerweise um diese Zeit auf den Baustellen eher nicht möglich ist.

Und sollten alle Risse beseitigt, alle Mängel behoben sein und nicht doch bald der „richtige“ eisige Winter vor der Tür stehen – bald gibt es ja wieder Eis, im Sommer – an fast jeder Ecke.

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