Jülicher Sportstättenkonzept: Neue Tribüne und Rasenplätze?

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
Nicht nur die „Zehner” haben
Nicht nur die „Zehner” haben ihre glorreichen Zeiten lange hinter sich, auch die Tribüne des Karl-Knipprath-Stadions. Die Sportstättenkommission empfiehlt eine Sanierung. Foto: Jonel

Jülich. Es geht auch schnell. Während manche Entscheidung in Jülich ja gern wie ein Käse im Dunkeln reift, ist in rekordverdächtigen sechseinhalb Monaten ein umfassendes Sportstättenkonzept entstanden, das den künftigen Entwicklungen Rechnung trägt.

Ende Oktober 2010 hat die 14-köpfige Sportstättenkommission erstmals getagt. Am Donnerstag hielten die Mitglieder des Jülicher Fachausschusses das Ergebnis in Händen. Die „Soko Sport” hat dabei sieben Empfehlungen niedergelegt, die bei einer Realisierung ins Geld gehen. Drei Beispiele sind eine neue Tribüne fürs einzige Stadion im Nordkreis in Jülich oder zwei erneuerte Rasenplätze beim SC Stetternich und dem FC Germania Lich-Steinstraß.

Die Empfehlungen bedeuten nun noch nicht, dass die Realisierung stehenden Fußes zu erwarten ist. Bei den Haushaltsberatungen für 2012 in diesem Herbst geht es aber ans Eingemachte: Dann sollen nach dem Willen der Arbeitsgruppe gesagt werden, für was wann Geld bereitgestellt wird.

Lambert Schmitz (CDU/Stetternich) war selbst Mitglied der Kommission und sagte im Ausschuss für Jugend, Familie, Schule und Sport, was er nun erwartet: „In kurzer Zeit wurden Ergebnisse präsentiert. Die Vorschläge liegen vor. Jetzt sollte auch nicht zu viel Zeit verloren werden.”

Neben acht Kommunalpolitikern aus allen Fraktionen und drei Verwaltungsfachleuten unter Leitung von Dezernentin Katarina Esser hatte die „Soko” auch Experten von außen dabei: Willi Gehlen (Kreissportbund) und David Wirtz (Stadtsportbund). Die Verwaltung arbeitete zunächst alle aktuellen Daten auf: von der Mitgliederzahl über den Trainingsbetrieb bis zum Zustand der Außenflächen. Diese Sammlung liegt nun inklusive der Schlussfolgerungen auf gut 100 Seiten vor.

Das Sportstättenkonzept geht zurück auf einen Antrag der Bündnisgrünen. Hintergedanke ist grundsätzlich: Wenn sich der demografische Wandel einstellt bzw. fortsetzt, gefährdet das Vereine. Mittelfristig sind dann auch Sportstätten verzichtbar. Aktuelles Beispiel ist der SV Merzenhausen, dessen Spielbetrieb ruht. Die Kommission bescheinigt dem Rasenplatz einen „ungenügenden Zustand”. Größere Sanierungsarbeiten wären aber in Zeiten knapper Kassen unverantwortlich. Daher die Empfehlung: als Bolzplatz für den kleinen Stadtteil erhalten, damit die Jugend einen akzeptablen Ort hat, wo sie Fußballspielen kann.

Jetzt könnte man auf den Gedanken kommen, dass der SC Jülich 1910/97 die besten Zeiten sportlich lange hinter sich hat, aber das Karl-Knipprath-Stadion ist ja auch eine von nur wenigen Stätten im Kreis, auf dem große Schulwettkämpfe ausgetragen werden können. Dies und die „Verkehrssicherungspflicht” veranlassen die „Soko”, eine Sanierung der maroden Tribüne vorzuschlagen.

Bei der Bestandsaufnahme kam auch heraus, dass um das Großspielfeld in Mersch herum sich beachtliche ungenutzte Flächen befinden, die Pflegeaufwand verursachen. Empfehlung: Es muss geprüft werden, wie man mit den Flächen „umgeht”. Nach Möglichkeit will man sich von ihnen trennen - so lässt sich der Vorschlag auch interpretieren.

Wenn die finanzielle Lage es zulässt, werden sich die Kicker in Lich-Steinstraß und Stetternich mittelfristig über neues Grün freuen dürfen. Die bisherigen Plätze sind massiv beansprucht, aber miserabel entwässert, was die Nutzung häufig nicht zulässt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert