Jülicher Sonderanfertigung für Privatvilla

Von: hfs.
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Privatvillen-Raumteiler in Straßenbreite: Das jüngste Projekt des Jülicher Plexiglasformers Hermann Schuran (links) auf dem Weg von der Fertigung in den Temperierofen. Das sechs Meter breite Mobiliar steht schon bald in Brüssel. Foto: hfs.

Jülich. Sie sind schlicht die Spezialisten in Europa, wenn es um die Verarbeitung von Plexiglas geht. Ob es die überdimensionale Wassersäule im Wohnzimmer, ein 20.000 Liter fassendes Meerwasserbecken oder aber ein Haifischaquarium als Geburtstagsgeschenk für einen Scheichsohn sind, die Firma von Hermann Schuran aus Jülich stellt mit Sonderanfertigungen aus Plexiglas jede Menge Rekorde auf, sorgt für großes Erstaunen, wenn wieder einmal eine Sonderanfertigung auf Kundenwunsch die Werkstatt an der Margaretenstraße verlässt. Das war am Wochenende wieder der Fall.

„Über den Kunden darf und will ich nicht viel sagen. Er wünscht einen Raumteiler zwischen seiner Tiefgarage und seinem Kinosaal. Den liefern wir nun.“ Wenn Juniorchef Florian Schuran den „Raumteiler“ anspricht, dann mit höchstem Respekt in erster Linie vor den Leistungen der Mitarbeiter. „Bisher haben wir noch keine solche Konstruktion auf Reise geschickt.“ Der aus 70 Millimeter starkem Plexiglas angefertigte Raumteiler wird Mittwoch in einer Villa eines deutschen Unternehmers in Brüssel in eine entsprechend dimensionierte Maueröffnung gehievt. „Im Becken bauen wir ein Korallenriff auf“, berichtet der Juniorchef lachend.

Das Becken wurde aus drei extra angefertigten Plexiglas-Blöcken in Jülich zusammengeklebt, ist sechs Meter breit, knapp zwei Meter hoch, einen guten Meter tief und fasst 10.000 Liter Wasser. Nicht die Sondermaße waren die Schwierigkeit, sondern einfach das Gewicht der Gesamtkonstruktion. „Wir müssen über drei Tonnen bewegen“, erklärt Hermann Schuran, als er mit seinen Mitarbeitern daran geht, dass Becken – dafür wurde eigens in der benachbarten Stahlbaufirma Groteklaes ein fahrbares Spezialgerüst geschweißt – über die Straße zu transportieren, um es in den Temperierofen zu schieben, der auf dem Firmengelände der Firma Chorus steht.

Ohne diese Nachbarschaftshilfe hätten wir den Auftrag nicht erledigt bekommen“, dankt Schuran den Firmen im Umfeld, die ebenfalls den ungewöhnlichen Transport beobachteten. Nach dem 24-stündigen Temperieren bei 80 Grad musste das Becken anschließend auskühlen. „Dann wird es poliert und nach Brüssel gebracht.“ Dort wird es Mittwoch ankommen, mit Beleuchtung und Filtertechnik versehen, ehe der Aufbau des Riffs erfolgt. „Und dann werden wir indonesische Korallenfische einsetzen.“ Florian Schuran erledigt diese Arbeiten mit Mitarbeitern vor Ort. Eine große sechsstellige Summe wird der Kunde begleichen.

Nicht weniger dürfte der Tierpark in Wien bezahlen. Er hat für sein eine Million Liter Wasser fassendes Eisbären- und Pinguinbecken Eiweißabschäumer aus Plexiglas bestellt. Keine Größe von der Stange. Sonst würden sie ja nicht bei Hermann Schuran in Jülich angefertigt.

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