Jülicher sind die „Bodyguards” der Außenwette

Von: Regine Beyß
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Profis für Führung und Kommunikation: Einsatzleiter Dirk Schüsseler (links) und Konrad Barth vom DRK-Ortsverband Jülich behielten FüKoKw den Uberblick. Foto: Beyß

Siersdorf. Einmal im Fernsehen zu sehen sein - davon träumt so mancher. Detlef von Krüchten nicht. Denn wenn der Rettungssanitäter ins Bild rennt, ist irgendetwas schiefgelaufen. Und daran wollte am vergangenen Samstag niemand auch nur denken. Auf der Film und Test Location (FTL) in Siersdorf herrschte Ausnahmezustand.

Unzählige Kameras tummelten sich auf der Filmautobahn, auf der eine Außenwette der ZDF-Show „Wetten, dass?” über die Bühne gehen sollte. Zwei Raupenbagger auf zwei Tiefladern wechselten während der Fahrt ihren Platz - und das bei Tempo 50. Eine nicht ganz ungefährliche Angelegenheit. Doch das ZDF holte sich tatkräftige Unterstützung: Die Helfer vom Technischen Hilfswerk (THW) und vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) hatten sich bereits zwei Tage vorher auf dem Gelände im Industriepark Emil-Mayrisch in Position gebracht, um einen reibungslosen Ablauf der Wette zu gewährleisten.

„Wir wollen einfach nicht arbeiten”, schmunzelte Detlef von Krüchten. „Denn dann hat alles geklappt.” Gemeinsam mit seinen drei Kollegen Markus Bücker, Dirk Schüffler und Dennis Sachs war er drei Tage lang zur Stelle, um bei möglichen Unfällen sofort helfen zu können. Mit zwei Rettungswagen (RTW) hatten sie sich jeweils an Start und Ziel postiert.

„Wir sind relativ relaxed”, berichtete von Krüchten. „Die Wett-Jungs haben tagelang geübt, ohne dass etwas passiert ist.” Aber sicher sein könne man natürlich nie. So harrten die vier Helfer jeweils von 14 bis 23 Uhr in ihrem RTW aus. „Wir sind solche langen Wartezeiten gewöhnt”, meinte von Krüchten, der gleichzeitig das Team „Nürburgring” des DRK Jülich als leitender Koordinator betreut. Seit Jahren beaufsichtigt das Team unter anderem Motorsportveranstaltungen auf dem Ring - beste Voraussetzungen für eine solche Wette. Und gleichzeitig gabs natürlich einiges zu sehen. „Ich persönlich finde die Wette fantastisch”, sagte der Sanitäter.

Auch die Einsatzkräfte vom Technischen Hilfswerk blickten erwartungsvoll auf die Strecke, als Moderator Thomas Gottschalk mit den berühmten Worten „Top, die Wette gilt” den Startschuss gab. Sie hatten dafür gesorgt, dass 1200 Meter der Filmautobahn taghell ausgeleuchtet waren. 17 Einheiten waren angerückt aus den Geschäftsführerbereichen Aachen, Mönchengladbach, Köln und Düsseldorf - und jede mit ihrem eigenen Lichtmastanhänger. „An einem Mast befinden sich sechs Lampen”, erklärte Dirk Schmitz, stellvertretender Geschäftsführer der DRK-Geschäftsstelle Aachen. „Die bringen es auf eine Leistung von 7000 Watt.”

Der Ortsverband Jülich übernahm bei diesem Einsatz den Fachbereich Führung und Kommunikation. Erst im letzten Jahr wurde die Ausrüstung um den Führungs- und Kommunikationskraftwagen (FüKoKw) mit einem Führungs- und Lageanhänger ergänzt, der natürlich zum Einsatz kam. Die sechs Sachgebiete, die besetzt werden mussten, übernahmen Konrad und Christine Barth in Doppelfunktionen. „Es handelt sich hier um eine statische Lage”, erklärte Dirk Schmitz. „Deshalb sitzen nur zwei Einsatzkräfte im FüKoKw.”

Insgesamt war das THW mit rund 30 Fahrzeugen und 70 Kräften zur Stelle. „Wir mussten mit 20 Mann die Grenzzäune des Geländes kontrollieren”, berichtete der Jülicher Einsatzleiter Jochen Schüsseler. „Einige Schaulustige versuchten, auf das Gelände zu kommen.” Doch bereits mit ein wenig Präsenz der Einsatzkräfte sei das Problem gelöst.

Trotz des Medienrummels hielt sich die Aufregung beim THW in Grenzen. „Es ist ein interessantes Ereignis”, gab Schüsseler zu. „Aber trotzdem läuft alles sehr routiniert ab.” So blieb es ruhig für das Personal von THW und DRK. Die Kameras konzentrierten sich auf die Wette und mussten keine Aufnahmen von gravierenden Einsätzen machen. Und Detlef von Krüchten und seine Kollegen mussten nicht arbeiten - zum Glück.
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