Jülich - Jülicher Schulbusse sind noch nicht im Takt

Jülicher Schulbusse sind noch nicht im Takt

Von: Guido Jansen
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Noch alles im Rahmen: Am vergangenen Donnerstag herrschte am Schulzentrum kein großes Gedrängel. Die Schüler erzählen aber alle, dass das vor allem dienstags und freitags anders aussehe. Foto: Guido Jansen

Jülich. Heute ist Dienstag, der Tag, an dem im Moment nur die Schüler am Jülicher Schulzentrum einen Bus erwischen, die andere verdrängen können. „Wir sind die Großen, wir können uns durchsetzen“, sagten die Schüler, die in der vergangenen Woche gegen 13.10 Uhr am Schulzentrum auf den Bus warteten.

Dienstags sei es besonders heftig um diese Uhrzeit, freitags auch. Dann haben Hauptschule, Sekundarschule und Realschule zur gleichen Zeit nach der sechsten Stunde Schluss. Wer dann nicht drängeln kann, der bleibt zurück. Und wer mit dem Recht des Stärkeren an Bord ist, hat trotzdem keine Garantie, dass er rechtzeitig nach Hause kommt. Denn selbst wenn die Busse fahrplanmäßig am Schulzentrum ankommen, bedeutet das im Moment nicht, dass sie auch pünktlich wieder losfahren.

„Auto-Eltern“ sorgen für Stau

„Viele Eltern holen ihre Kinder mit dem Auto ab und sorgen so für großen Rückstau“, sagt Gert Marx, der Projektleiter Schulverwaltungs-/Sportamt bei der Stadt Jülich. Zwar blockieren die Eltern nicht die Busspur. Da Busspur und die Ausfahrt aus dem Parkplatz vor der Ampel zusammengeführt werden, dauert es oft mehrere Rotphasen, bis dass die Busse auf die Linnicher Straße einbiegen können. Schlecht für die Schüler, die am Walramplatz beispielsweise ihren Anschlussbus in Richtung Stetternich erreichen wollen. „Ich habe den schon mehrfach verpasst“, berichtet eine Schülerin. Heute wollen sich Vertreter der Stadt, der Schulen und der Busunternehmen mittags an der Haltestelle treffen, um das Problem in Augenschein zu nehmen.

„Es darf nicht sein, dass Kinder stehen bleiben“, sagt Gert Marx. Das Problem ist also bekannt. Eine Lösung könnte eine längere Grünphase zu Stoßzeiten sein, damit der Verkehr aus Eltern und Bussen besser ins Rollen kommt.

Die große Bushaltestelle am Schulzentrum ist nur eine Baustelle, an der es im Moment nicht rund läuft. Auch der Weg zur Schule am frühen Morgen klappt nicht. Die Busse sind auch dann oft überfüllt.

Frank Ziegner, Stiefvater einer Schülerin aus Koslar, berichtet von einem Bus, der morgens um kurz nach 7 Uhr ständig überfüllt ist. So überfüllt, dass es schon passiert sei, dass Kinder nicht mehr mitgenommen werden konnten. „Dann gibt es für die Kinder die Möglichkeit, an der Haltestelle 40 Minuten auf den nächsten Bus zu warten, oder wir bringen die Kinder mit dem Auto“, sagt Ziegner. Zudem kritisiert Ziegner den Fahrplan. Kinder müssen in Koslar um 7.05 Uhr den Bus nehmen, damit sie sicher sein können, rechtzeitig um acht Uhr zum Unterrichtsbeginn in der Schule zu sein. „Sie müssen um sechs Uhr aufstehen und sind 40 Minuten vor Schulbeginn in der Schule. Optimal ist das nicht.“

Eine Schülerin, deren Busweg von Merzenhausen über Koslar zum Schulzentrum führt, bestätigt das. „Der Bus ist oft viel zu voll“, sagt sie. „Da sind schon Kinder stehen geblieben.“

Ähnliche Probleme gelten beispielsweise auch für Stetternich. Und am Walramplatz, nämlich dann, wenn dort viele Schüler gleichzeitig umsteigen müssen.

Seit Mitte August sind am Schulzentrum erstmals drei weiterführende Einrichtungen zusammengefasst, nachdem Real- und Sekundarschule ihre Standorte nach dort verlegt haben. „Wir haben uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht, wie wir das am besten regeln“, sagt Marx. „Aber die Praxis zeigt, dass es noch mehr Probleme gibt.“ Deswegen soll heute nicht nur erörtert werden, wie die Situation am Schulzentrum selbst entzerrt werden kann. Der gesamte Busverkehr wird überprüft.

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