Jülich - Jülicher Schülerin forscht zwei Wochen in China

Jülicher Schülerin forscht zwei Wochen in China

Von: Daniela Mengel-Driefert
Letzte Aktualisierung:

Jülich. Die jungen Menschen wollen heute die Welt kennenlernen. Aber Australien und Amerika sollten es nicht sein. „Das ist ja so ähnlich wie bei uns“, sagt Oxana Shaya. Die Schülerin nahm ein Angebot an, das vom Mädchengymnasium Jülich vermittelt worden war – und erzählt von ihrer Reise nach China.

Dort lernte sie eine fremde Kultur und Weltsicht kennen und erlebte hautnah, wie sich Umweltverschmutzung anfühlen kann.

Oxana, 16 Jahre alt, Schülerin am Mädchengymnasium Jülich, reiste mit Master Mint, einem interdisziplinären, schulergänzenden Bildungsprogramm. Träger ist das Institut für Jugendmanagement Stiftung Heidelberg. Der Trip nach China war eine Forschungsreise. Vor dem Abflug wurden die Schüler in einem Vorbereitungsseminar den Themenbereichen Fauna, Flora, Gewässer, Klima, Menschen-Kultur-Sprache, Infrastruktur und Wirtschaft zugeteilt, sowie Forschungsziele formuliert.

Reiseziele gebe es bei Master Mint viele, erzählt Oxana, sie entschied sich für China. Warum? „Die Kultur ist ganz anders.“ Außerdem sei es ein wirtschaftlich boomendes Land und in den Medien sehr populär.

Der erste Eindruck beim Anflug Pekings beeindruckte die Schülerin nachhaltig: „Der Smog war heftig“, die riesige Stadt von einer Glocke umhüllt, es war kaum was zu sehen. Teilweise schützten sich die Menschen mit einem Mundschutz vor dem Geruch und schlechten Geschmack. Oxana gehörte zu der Forschungsgruppe Mensch und Kultur, sie interessiert sich für das Thema Umweltschutz.

Ihre Forschungsergebnisse schildert Oxana mit den Worten: „Viele Menschen wissen, dass was getan werden müsse, es gibt auch Aufforstungsprogramme, aber es ist alles noch in der Entwicklung“. Umweltbewusst seien die Menschen nicht. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, befragte Oxana viele Menschen. Das war nicht einfach, nur wenige Chinesen sprechen Englisch, Oxana kein Chinesisch.

Täglich hatten die Schüler drei selbstständig erarbeitete Dokumentationen und drei Präsentationen zu leisten und zu verarbeiten. „Das war anstrengend“, sagt sie, „wir wollten ja auch Sehenswürdigkeiten sehen.“

Kein Zutritt ins Mao-Mausoleum

Gesehen hat sie zum Beispiel den Platz des Himmlischen Friedens, auf dem die Schüler ihrem Guide keine politischen Fragen stellen durften, oder das Mausoleum von Mao, dem Gründer der Republik, in das nur kommunistisch gesinnte Menschen hinein durften, die deutschen Schüler nicht.

Sogenannte Altstädte beeindruckten sie, nicht weil sie wirklich alt waren, sondern, weil sie mit 60 Jahren für alt befunden werden und nach Aussage des Guides in 30 Jahren nicht mehr geben wird. Die zweiwöchige Reise ging aber nicht nur nach Peking, auch Xian und Shanghai standen auf dem Programm. Die Schüler fuhren an Reisfeldern entlang, sahen wie die Menschen auf den Hausdächern Mais anbauten.

Eine Kuriosität berichtet Oxana von ihrer Reise: „Um den Autoverkehr einzudämmen, sind in Peking an einem Tag ausschließlich Autos mit geradem Kennzeichen zugelassen, am anderen ungerade. Eine pfiffige Idee, aber letztlich erfolglos. Viele Familien schaffen sich zwei Autos an, mit geradem und ungeradem Kennzeichen und wechseln täglich ihre Autos...

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert