Jülicher Rotkreuz-Helfer in Nepal: Die Arbeit beginnt von vorn

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Karl-Philipp Gawel aus Jülich koordiniert in Nepal die Rotkreuz-Hilfe. Er hat das schwere Nachbeben unverletzt überstanden. Foto: DRK

Jülich. Das neuerliche Beben in Nepal zwingt die Helfer, wieder von vorn zu beginnen wie Rotkreuz-Delegierte aus Nepal berichten. Das Nachbeben mit der Stärke 7,3 traf eine kritische Region schwer: Das Epizentrum liegt in Tatopani und damit an der Hauptverbindung zwischen Kathmandu und Tibet.

Die Gegend ist geprägt von steilen Hängen, das sind die Schluchten des Himalaya, durch die eine einzige Straße an die Grenze nach Tibet führt. Das Nachbeben bekam auch der einzige Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes, Karl-Philipp Gawel aus Jülich, zu spüren. Er hat es nach DRK-Angaben unverletzt überstanden.

Die Hilfsorganisation kündigt an, weitere rund 40 Tonnen Hilfsgüter in das am Dienstag von einem weiteren Erdbeben schwer getroffene Nepal zu senden. Aus dem Logistikzentrum des Roten Kreuzes in Dubai wird am Samstag ein DRK-Hilfsflug Zeltplanen, Faltkanister für Trinkwasser sowie fertig gepackte Sets mit essenziellen Nothilfegütern wie Decken, Seilen und Planen für Familien nach Kathmandu bringen.

Ebenfalls am Samstag werden weitere Planen, Sets für Notunterkünfte zum Eigenbau sowie Großraumzelte vom Flughafen Berlin-Schönefeld auf den Weg gebracht. „Die Monsunzeit steht unmittelbar bevor, die Planen sind daher jetzt besonders wichtig. Sie geben den Menschen, die ihre Häuser verloren haben, Schutz vor dem erwarteten Starkregen“, sagt DRK-Helfer Karl-Philipp Gawel aus Jülich, der die Hilfen in Nepal koordiniert.

Der 38-Jährige aus dem Jülicher Ortsteil Stetternich ist für das Deutsche Rote Kreuz in Kathmandu. Er hilft, die Lage vor Ort als Administrator und Logistiker zu sondieren, wo welcher Bedarf eingesetzt werden kann. Ob Rekrutierung lokaler Hilfskräfte, Einkauf von Baumaterial – als Administrator und Logistiker sei man „Mädchen für alles“ und halte den Rotkreuzteams den Rücken frei.

Auf dem Land- und Seeweg werden aus Rotkreuz-Lagerbeständen in Kuala Lumpur weitere Bausets für Notunterkünfte für 1050 Familien nach Nepal geschickt. Insgesamt kann mit dem Material mehr als 7000 Personen eine Notunterkunft geboten werden. Die Lage im Erdbebengebiet selbst ist derweil noch unübersichtlich.

„Jetzt muss es darum gehen, die Schäden zu erheben, den Bedarf zu lokalisieren und erneut Verteilwege für Hilfsgüter zu identifizieren“, sagt Gawel. „Wir sind sehr dankbar für die große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung.“ Mit den bislang rund 4,6 Millionen Euro an Spendengeldern leiste das DRK aktuell Nothilfe und plane zugleich auch weiter den Wiederaufbau.

Der Hilfsflug aus Dubai sei finanziert aus Spendengeldern der deutschen Bevölkerung. Der Flug aus Berlin ist eine erstmals realisierte Kooperation mit dem Siemens-Konzern, der dem DRK eine Beiladung der Hilfsgüter auf einem Frachtflug ermöglicht, wobei die Güter durch eine Spendensammlung der Belegschaft finanziert sind. „Wir hoffen, dass die Flüge am Samstag starten und in Kathmandu landen können. Unsere Hilfe wird dringend benötigt. Daher bitten wir um weitere Spenden“, sagt Gawel.

Das Spendenkonto (Bank für Sozialwirtschaft): IBAN: DE63370205000005023307, (BIC: BFSWDE33XXX), Stichwort: Erdbeben Nepal.

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