Jülicher Rochuskirche wird saniert

Von: gep
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Turmdach zunächst provisorisch abgedichtet: Die Sanierung der Rochuskirche kostet insgesamt 800.000 Euro. Foto: Horrig

Jülich. Die Sanierung der Rochuskirche ist noch nicht abgeschlossen. „Der Kran wird noch ein paar Mal kommen“, sagt Architekt Prof. Joachim Loseck, der die Arbeiten betreut. Vor Weihnachten war ein Kran am Turm im Einsatz. Dabei wurde das Flachdach allerdings nur provisorisch abgedichtet, um die Glockenanlage zu schützen.

Die Sanierung von Dach, Waschbeton-Fassade und Turm wird erst im laufenden Jahr abgeschlossen werden können. Die Kosten für die drei Bauabschnitte belaufen sich laut Loseck auf insgesamt 800.000 Euro, die vom Bistum Aachen und vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) getragen werden.

Das bauliche Ensemble gilt als herausragendes Beispiel für das Schaffen des Architekten Prof. Gottfried Böhm aus den 60er Jahren. Das hohe, breite Hauptschiff der Rochuskirche, 1961 bis 1964 errichtet, wird von zwei niedrigen Seitenschiffen flankiert. Hinter dem Altar befindet sich in einem gesonderten Raum die Taufkapelle. Der schlanke Turm steht neben der Kirche.

Die Rochuskirche, so Loseck, sei „ein absolutes Highlight für Jülich“ und für die Architektur der Nachkriegszeit „ein ganz wichtiges Denkmal“. In der Jülicher Kommunalpolitik war die Denkmalwürdigkeit des Sakralbaus zunächst heftig umstritten, bis der Kulturausschuss nach der Überzeugungsarbeit von Loseck dann doch auf der zweiten Sitzung die Kirche unter Schutz stellte.

Gottfried Böhm (geb. 1920) hat Architekturgeschichte geschrieben. Mit dem kristallinen Betonmassiv der Wallfahrtskirche in Neviges (1963-73), der Synthese aus historischer Burgruine und modernem Rathaus in Bensberg (1962-71) und der gläsernen Halle im Stuttgarter Züblin-Haus (1981-85) schuf er bedeutsame Bauwerke des 20. Jahrhunderts. Sein erster eigener Bau in seiner Heimatstadt Köln war 1947 die Marienkapelle „Madonna in den Trümmern“ in der zerstörten Kolumba-Kirche.

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