Jülicher Propsteichor führt das Requiem von Fauré auf

Von: Hilde Viehöfer-Emde
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Unter der Leitung von Christof Rück (l.) führte der Jülicher Propsteichor mit dem Rheinischen Kammerensemble und dem Solisten Patrick Ruyers stimmungsvoll das Requiem von Fauré auf. Foto: Wolfgang Emde

Jülich. Mit seinen Begrüßungsworten stimmte Propst Josef Wolff die Besucher in der vollbesetzten Propsteikirche auf die Stimmung des Monats November und den Totensonntag ein.

Erinnerung an Verstorbene aus der Familie, Kriegstote und Opfer anderer Gewalttaten stehen im Mittelpunkt des Gedenkens. Zur Einstimmung erklang getragen und feierlich „Nun komm der Heiden Heiland“ von Johann Sebastian Bach. Die folgende „Cantique de Jean Racine“ von Fauré bestach durch einen perfekten Zusammenklang von Chor und Orchester. Die Eleganz der französischen Sprache, die sphärischen Klänge der Harfe und der harmonische Zusammenklang der Chorstimmen machten die Komposition zu einem innigen Bittgebet.

Der einladende Propsteichor Jülich hatte mit seinem Dirigenten Christof Rück für die musikalische Feierstunde das Requiem von Gabriel Fauré ausgesucht. Das Werk des Organisten, Kapellmeisters und Komponisten entstand in mehreren Fassungen, die jeweils satzmäßig und instrumental erweitert wurden. Der besondere Klang des Requiems in seiner Reinheit findet sich im Offertorium, in dem Streicher und Orgel Faurés ruhige Annahme des Todes mit großer Feierlichkeit zelebrieren.

Den Solopart gestaltet Patrick Ruyters mit beeindruckend großer, ausdrucksstarker Stimme. Sein warmer, aber kräftiger Bariton wurde sehr angepasst vom Orchester getragen.

Das rheinische Kammerensemble traf mit seiner Interpretation den Charakter des Werkes, agierte kraftvoll in den dominanten Orchesterpartien und begleitete behutsam bei Solopartien. Hervorzuheben ist das klangschöne Violinsolo von Susanne Trinkaus, mit dem sie dem Sanctus besondere Strahlkraft verlieh.

Das Gesangssolo im lichtvoll gradsinnigen „Pie Jesu“ übernahm Lara Schüer. Eigentlich für Knabensopran geschrieben, überforderte dieser Part die junge Sängerin stimmlich und intonationsmäßig.

Große Leistung brachte der Propsteichor. Zwar täten einige zusätzliche Männerstimmen dem Gesamtvolumen gut, aber der Zusammenklang der Stimmen beeindruckte durch solide Chortechnik und hohe Musikalität in der Interpretation des Werkes. Wunderschön gelang das „In Paradisum“, dessen Worte tröstlich die Hoffnung des christlichen Glaubens ausdrückten: „Chöre der Engel mögen dich umfangen, und mit dem einstmals armen Lazarus, wirst du ewige Ruhe finden“.

Großes Lob auch für den musikalischen Leiter des Konzertes. Den hohen Anforderungen des Werkes entsprach das Dirigat von Christof Rück. Äußerst präzise führte er Chor, Orchester und Solisten durch das Requiem.

Großer Applaus dankte den Ausführenden für eine musikalisch hochwertige und bereichernde Konzertstunde.

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