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Jülicher Pastoralteam stellt sich neu auf

Von: Antonius Wolters
Letzte Aktualisierung:
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Mit Malerhut vor der Propsteikirche: Pfarrer Josef Wolff ist in der Pfarrei Heilig Geist auf vielen Baustellen aktiv. Foto: Wolters

Jülich. Am Anfang der Überlegungen stand eine Erkenntnis: „Wir können nicht mehr überall alles anbieten“, sagt Josef Wolff, Leitender Pfarrer der Pfarrei Heilig Geist Jülich, deren Pastoralteam sich nach zweijähriger Planung im laufenden Jahr neu aufstellt.

Diese Veränderungen haben Konsequenzen für die Organisation des kirchlichen Lebens in der Herzogstadt. Ziel ist laut Pfarrer Wolff „eine bessere Kooperation“ der insgesamt 16 Ortsgemeinden und damit einhergehend die Erhöhung der Flexibilität.

Auch bei den Gottesdiensten müssen sich die rund 20.000 Gläubigen im Stadtgebiet auf Veränderungen einstellen. Über „Beziehungen und durch Glück“, wie der Jülicher Propst gesteht, habe er in- und ausländische Kräfte mobilisiert, die Vertretungen übernehmen, um die Gottesdienstordnungen beizubehalten. Zudem werde es häufigere Treffen des Pastoralteams geben, um Absprachen zu treffen und besser auf unvorhergesehene Situationen reagieren zu können.

Weiterhin werden zum 1. August die Zuordnungen der Ansprechpartner für die drei Seelsorgebereiche neue strukturiert. Im Seelsorgebereich Nordost (Mersch- Pattern, Welldorf, Güsten und Stetternich) übernimmt Gemeindereferentin Claudia Tüttenberg diese Aufgabe, die sich zudem um die Frauenseelsorge kümmert.

Gemeindereferentin Petra Graff, auch Ansprechpartnerin bei der Familienseelsorge, betreut dann den Seelsorgebereich Mitte (vier Innenstadtgemeinden und Broich), während Gemeindereferent Ralf Cober ab dann als Ansprechpartner im Seelsorgebereich Südwest (Kirchberg, Bourheim, Barmen, Koslar, Selgersdorf, Krauthausen und Schophoven) fungiert.

So eindeutig wird die Zuordnung der priesterlichen Mitarbeiter im Team dann nicht mehr sein, zumal es auch hier eine Veränderung mit großen Auswirkungen geben wird: Dr. Peter Jöcken tritt Anfang Juli in den Ruhestand und wird als Subsidiar von der Leitungs- und Organisationsverantwortung entlastet. Priesterlich-seelsorgerische Dienste möchte der 75-Jährige indes weiter übernehmen, soweit es ihm seine Kräfte erlauben.

Aktuell lernt der Geistliche Arabisch bei einem in Jülich lebenden Libanesen, den der marokkanische Kulturverein zu ihrem Imam gewählt hat. Jöcken, der Hebräisch in der Schule gelernt hat, erweitert seine Sprachkenntnisse, um die Seelsorge bei den Arabisch sprechenden christlichen Flüchtlingen und Migranten zu übernehmen. Nach Eintritt in seinen, so Jöcken, „dritten Lebensabschnitt“, wird er für einige Monate das Pfarrhaus in Kirchberg verlassen. Das gibt die Gelegenheit, den Gebäudekomplex „Am Schrickenhof“ so altersgerecht umzubauen, dass der verdiente Seelsorger dort auch seinen Lebensabend verbringen kann, was er sich nach Worten Wolffs auch so gewünscht habe und von der Pfarrei auch voll unterstützt werde.

Sanierungsstau beklagt

Das ist jedoch nicht das einzige Bauprojekt, dass Pfarrer Josef Wolff auf den Nägeln brennt: „Die von der Kirche genutzten Räume müssen attraktiver werden“, hat er einen Sanierungsstau beim Jülicher Roncallihaus und dem Stephanushaus in Selgersdorf ausgemacht, das nicht mehr auf der Höhe der Zeit sei. Die Kirche St. Barbara in Schophoven drohe sogar auseinanderzubrechen, malt der Leitende Pfarrer das Problemfeld in schillernden Farben. Gleichwohl ist er nach Übernahme der GdG „Heilig Geist“ froh, dass „es so gut läuft. Hier ist ein gutes Arbeiten möglich.“ Mit mehr als 80 Angestellten entspricht die Pfarrei, die er leitet, einem mittelständischen Unternehmen.

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