Jülich - Jülicher Ortsschilder: Welche Stadt darfs denn sein?

Jülicher Ortsschilder: Welche Stadt darfs denn sein?

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:

Jülich. Positiv ausgedrückt: In das Jülicher Stadtmarketing kommt Bewegung. Seit einiger Zeit ist es auch den Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen gestattet, mit Zusatzbezeichnungen auf den Ortsschildern für sich zu werben.

Die Jülicher Familie Schaafhausen hat diese Chance beim Schopf gepackt und ihren Vorschlag unterbreitet: Herzogstadt Jülich möge es doch bitte heißen. Dieser Vorschlag scheint allerdings nicht mehrheitsfähig, denn die Verwaltung und der Bürgerausschuss haben von diesem Begriff abgeraten.

Der alte Herzog - welcher eigentlich? - habe keinen Bezug zum existierenden städtischen Slogan: Historische Festungsstadt - Moderne Forschungsstadt. Auch im Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstagabend gab es inhaltlich keinen Durchbruch. Klar aber scheint: Eine Zusatzbezeichnung soll her - die Frage ist nur welche.

Die Verwaltung hat sich auch aus Kostengründen positioniert. Sie will den gültigen Slogan beibehalten, aber kürzen: Forschungs- und Festungsstadt. „Diese beiden Begriffe spiegeln seit 1998 im städtischen Logo die Alleinstellungsmerkmale Jülichs wider und sind wichtiger Bestandteil der corporate identity”, heißt es aus dem Rathaus.

Damit ist in der Wirtschaft die Unternehmensidentität gemeint. Entschiede sich die Stadt für den verkürzten Slogan an den Stadteingängen und bliebe sonst beim alten, längeren Spruch auf und in allen anderen Publikationen, müssten mit und mit nur die Schilder erneuert werden.

Dezernentin Katarina Esser reagierte auch auf die Diskussion am Donnerstag mit diesem Argument. Eine andere Bezeichnung sei „mit hohen Kosten verbunden”, weil alle Papiere, Broschüren und Druckwerke geändert werden müssten. Davon ließen sich nicht alle leiten. Eva-Maria Kolonko-Hinssen (Grüne) und Heinz Frey (Jül) plädierten für eine Bürgerbefragung beziehungsweise -einbindung. Kolonko-Hinssen: „Mit dieser Zusatzbezeichnung sollte sich jeder Bürger identifizieren können.” 100 Prozent Zustimmung werden wohl niemals zu erreichen sein, merkte Bürgermeister Heinrich Stommel an.

Erich Gussen (CDU) sah, wie einige andere Ausschussmitglieder, noch keine hinreichende Entscheidungsgrundlage und plädierte für eine Vertagung. Der Christdemokrat hat aber Bauchschmerzen bei einer Verkürzung des seit langer Zeit verwendeten Slogans: „Das halte ich für ein Problem.”

Die rechtliche Situation ist eindeutig: Der Stadtrat müsste die gewünschte Zusatzbezeichnung mit einer Dreiviertel-Mehrheit beschließen. Dann spricht das NRW-Innenministerium eine Genehmigung aus. Ist das der Fall, verfügt Jülich über eine amtliche Zusatzbezeichnung, die im Briefkopf und auf Behördenschildern geführt werden muss. Auf den Ortseingangsschildern kann sie verwendet werden. Zwingend ist es nicht. Welche Stadt darfs denn sein?
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