Jülicher Notunterkunft: Arbeit mit den ersten 109 Flüchtlingen beginnt

Von: Guido Jansen
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Ein Raum, der symbolisch steht für die Hilfsbereitschaft in Jülich: Die Kleiderkammer ist voll mit Spenden für die Flüchtlinge. Foto: Guido Jansen

Jülich. Fast vier Wochen lang haben die Mitarbeiter des Roten Kreuzes (DRK) und die Ehrenamtler sich auf der Merscher Höhe mit Dingen beschäftigt: mit Organisation, dem Aufbauen und Ausbessern der Mobilwohnheime, der Mensa, des Spielzeltes für Kinder, der Kleiderkammer.

Eigentlich schon Anfang Dezember war die große Jülicher Flüchtlingsnotunterkunft bereit. Aber weil der Flüchtlingszustrom in den vergangenen Wochen etwas abgeebbt ist, war die Funktion der Merscher Höhe als Notunterkunft vorübergehend nicht notwendig. Das hat sich direkt nach Weihnachten geändert. Jetzt stehen Menschen im Mittelpunkt.

Am Montag rollten drei Busse auf die Merscher Höhe. 109 Menschen waren in der Sammelstelle in Niederaußem in diese Busse gestiegen, damit sie auf der Merscher Höhe zumindest kurzfristig eine Bleibe finden. Überwiegend Familien mit Kindern. „Sie kommen aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak“, sagt Sabine Günnel, die die Notunterkunft auf der Merscher Höhe im Auftrag des DRK leitet.

Die Herkunftsländer gelten nicht als sicher, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Asylanträge dieser Menschen angenommen werden. „Die Menschen waren müde und erschöpft, als sie hier aus den Bussen gestiegen sind“, beschreibt Günnel. „Aber man hat gemerkt, dass sie auch glücklich sind, dass sie zumindest eine vorläufige Bleibe gefunden haben.“ Und viel Hilfe. Davon berichtet Sabine Günnel auch.

Ehrenamtliche Hilfe

Von Anfang an seien Jülicher Bürger ehrenamtlich mit dabei gewesen. Sie haben bei der Registrierung geholfen, dabei, individuelle Gespräche zu führen und aufzuschreiben, was die Flüchtlinge an Bekleidung brauchen. Jetzt helfen sie bei der Ausgabe in der Kleiderkammer oder betreuen die Kinder im Spielzelt.

Der Blick in die Kleiderkammer reicht, um deutlich zu machen, wie groß die erste Welle der Hilfsbereitschaft war. Denn die Regale in dem großen Zelt sind voll mit Kleidung, die Menschen aus dem Jülicher Land gespendet haben.

„Es gibt auch ehrenamtliche Helfer, die sich auf die Alarmierungsliste haben setzen lassen“, sagt Günnel. Dann, wenn die Arbeit schlagartig zunimmt, werden sie benachrichtigt. Das könnte in der Mitte der kommenden Woche wieder der Fall sein.

Dann rechnet Sabine Günnel mit den nächsten Neuankömmlingen. „Wie viele Menschen zu uns kommen und wann sie kommen – das sind Spekulationen, an denen ich mich nicht beteilige“, sagt die DRK-Leiterin. Platz ist jedenfalls noch genug, für bis zu 1000 Menschen.

Die medizinische Versorgung ist mit einem Sanitätszelt gewährleistet und dank der Jülicher Ärzte, die direkt von Anfang an Sprechstunden eingerichtet haben. „Die Menschen, die zu uns gekommen sind, haben viel mitgemacht. Sie sprechen nicht viel darüber, warum und wie sie nach hier gekommen sind“, sagt Günnel nach den ersten 48 Stunden Betrieb. Glücklicherweise seien die Kinder alle gesund, überhaupt sei angesichts der Lebensumstände glücklicherweise keiner der Neuankömmlinge schwer traumatisiert.

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