Jülicher Mundartfreunden werden alle Säle zu klein

Von: ptj
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Sangen die „Möschetrilogie“ beim 20-Jährigen der Mundartfreunde in der Stadthalle Jülich: (von links) Heino Bücher, Ursel Schmidt und „Schorsch“ Thevessen. Foto: Jagodzinska
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Geschichtsvereinsvorsitzender Guido von Büren ernennt Ursel Schütte zur Ehrenvorsitzenden des JGV. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Ditt und dat us 20 Johr“ wurde in der Stadthalle „jesonge, verzallt on jespellt“. Gut besetzt waren erneut sowohl die Nachmittags- als auch die Abendvorstellung der Mundartfreunde aus dem Jülicher Geschichtsverein und der VHS.

„Einer guckt von oben runter und hat sicher Spaß daran, dass das, was er ins Leben gerufen hat, so ein Erfolg geworden ist: Hans Lafos“ – mit diesen Worten erinnerte VHS-Leiter Günter Vogel an den Ideengeber des „Versuchsballons im Kleinen Sälchen im Kulturhaus“. Nacheinander wurden aber alle Säle zu klein für die Besuchermassen, so dass letztendlich zwei aufeinanderfolgende Aufführungen gespielt wurden.

Bevor das Schmunzel- und Lachprogramm über die Bühne ging, kürte Geschichtsvereinsvorsitzender Guido von Büren die langjährige Vorsitzende der Mundartfreunde, Ursel Schütte, zur Ehrenvorsitzenden des Geschichtsvereins. Die „Mutter der Kompanie“ steht gesundheitsbedingt seit dem Sommer nicht mehr zur Verfügung. Dennoch ließ die Seniorin es sich nicht nehmen, eine Lesung zu übernehmen, den „Wengterschlat“.

Der Wegfall Schüttes und der Tod von zwei weiteren tragenden Säulen der Mundartfreunde, Else Schumacher und Dieter Bun­tenbruch, reduziert den Arbeitskreis auf fünf Aktive. Diese wurden ferner im letzten Jahr zweimal „obdachlos“, haben aber nun im „Café Gemeinsam“ eine neue Bleibe gefunden.

Zum Jubiläumsprogramm, „zosammejeknuv“ von Heino Bücher und „Schorsch“ Thevessen, zählten sehr amüsante Reime und Geschichten, viele davon aus der Feder des Dürener Heimatdichters Josef Schregel. Darunter „Dä Meester Knopp“, der nach einem Unfall in seiner Sterbestunde nur daran denkt, „jetzt süff dat Oos van Kleen die Fläsch mit däm Schabau alleen“.

Ein Renner ist auch „De Moritat vom wisse Kning“, eine Geschichte über ein weißes Kaninchen, das am Karfreitag von seinem liebenden Herrchen beerdigt wird, um Ostern wieder aufzuerstehen. Oder „Wat e Thiater vür em Thiater“ von und mit Heino Bücher, das letzterer so zusammenfasste: „Fraue hann ja nie jett vür anzedonn“. Ihre überzeugende Bühnenpremiere feierte Margret Mönch, unter anderem mit „Dat Wettesse“.

Nette Lieder mit Nostalgietouch sorgten für Abwechslung. Im Trio mit Ursel Schmidt an „d‘r Quetsch“ sangen Bücher und Thevessen „Emme, wenn de Samsdag kütt“ und „De Möschetrilogie“.

Als Krönung begeisterten insgesamt sechs Sketche der Bad Münstereifler Mundartfreunde aus der Feder von Karl Roberz. Besonders lachmuskelstrapazierend war „De Bürjermeeste“, ein Solo von Karl Roberz, der vom letzten Schützenfest erzählt, an dem so ziemlich alles schief ging, um eine Wiederholung der Missgeschicksverkettung zu vermeiden.

Köstlich waren auch „Dä Lebensretter“ der ganz anderen Art oder „De Fahrschöll“, in der die Frau eines geizigen Mannes mit Sonnenhut und Kochlöffel in der Hand zu Hause das Autofahren simulieren soll. Als Fahrzeug dient der auf dem Rücken liegende Karl Roberz.

Traditionell sangen abschließend alle gemeinsam: „Och, wat wor dat fröher schön em ahle Jülich“, wo „övverall nur Jemütlichkeit wor“.

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